Musiker bedankt sich bei Piraten

Steve Knightley vom erfolgreichen britischen Folk-Duo “Show of Hands’” vertritt eine Position, die der offiziellen Industriepropaganda völlig widerspricht. Auf Konzerten unterhält er sich gerne mit Fans und erfuhr dort, dass viele durch privat kopierte CDs zur Band kamen. Er sagt: “Man kann Piraterie dazu sagen, aber ich nenne es einen Akt der Grosszügigkeit, und auf jeden Fall vergrössert es unser Publikum und unsere CD-Umsätze. Ich glaube, der offizielle Begriff dafür ist ‘virales Marketing’, und wir sind wirklich abhängig davon.” Endlich hat’s mal einer kapiert. Naja, nicht nur einer. Es gibt inzwischen viele Musiker, die den Blödsinn, jede Kopie wäre ein Diebstahl, nicht mehr glauben.

6 Kommentare

  1. Ich hab Kontakt zu einigen Musikern und bekomme mit, wie schmerzvoll es für diese ist, dass ihre Musik einfach nur geklaut wird und kaum noch jemand dafür zahlen will.

    Mit illegalen Downloads schadet man eben nicht nur der “reichen Musikindustrie” – man macht es für viele Bands u. Solokünstler unmöglich, dass diese von ihrer Arbeit leben können.

    Ich rede hier nicht nur von absoluten Indiemusikern…dies betrifft auch eine Reihe von Künstlern, die bekannter sind. Allein in den Charts vertreten zusein – ist keine Garantie mehr, sich mit der Arbeit auch den Lebensunterhalt verdienen zu können. Bei der geringen Stückzahl an CDs die überhaupt noch verkauft wird.

    DifferentStars

  2. Hier mal die Sicht von Wayne Jackson etwa eine Woche nach dem Release von The Long Goodbye:
    http://blog.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=88254812&blogID=427954905

    Vielleicht bringt dich das ja ein bißchen zum Nachdenken.

  3. Glaub mir: Ich kenne alle Argumente. Was Wayne da sagt, ist im wesentlichen, dass er sauer ist, weil Leute sein Album runterladen, und nicht nur Madonna und Metallica. Mit anderen Worten, Wayne glaubt der Propagandamasche des Musikkartells, jeder Download wäre ein Verkauf weniger. Das ist mehrfach wirderlegt worden. Also gelogen. Siehe zB hier: http://www.bootsektorblog.de/2006/03/piraterie_hier_.html

  4. Na dann gibt es aber wiede ganz andere Studien, die besagen, dass die meisten Jugendlichen heute überhaupt keinen Cent mehr für Musik ausgeben…weil sie es halt auch nicht anders kennen.

    Selbst das Radiohead Album, dass jeder auf deren Homepage hätte gratis laden können, wurde 4 mal häufiger via P2P runtergeladen.

    Sicher gibt es mehr Faktoren, die den Majors Einnahmeverlußte verschaffen….Nur die Grundhaltung vieler Konsumenten – Musik kostenlos haben zu wollen…die nimmt zu.

    Sicher hat auch bei mir so manche Liebe zu einer Band mit ner gebrannten CD begonnen die ich von Freunden hatte….

    Aber ich kaufe immer noch CDs und ich zahle meine 2.50 € im Monat bei Last.Fm.

    DifferentStars

  5. [...] will uns diese Fabel sagen? Erstmal danke an Leser “DifferentStars” für seinen sachlichen Kommentar zu meinem Post “Musiker bedankt sich bei Piraten”. Ich möchte die sachliche Diskussion [...]

  6. Wieso sollte man sich denn das Radiohead Album von dem langsamen Radiohead-Server laden sollen wenn man es deutlich schneller über P2P bekommen konnte? So hat man Radiohead auch noch die Traffickosten gespart!

    Als ich damals in der guten alten Zeit noch über P2P Musik geladen habe habe ich mir auch viele CDs gekauft. Einfach aus folgenden Gründen:
    - Ich habe ganz leicht und unproblematisch neue und interessante Künstler “antesten” können.
    - Was mir nicht gefallen hat hat mich auch nichts gekostet und wurde einfach wieder gelöscht.
    - Und es ist einfach viel besser Musik dort probe zu hören wo man sie auch sonst hören würde und nicht im Kaufhaus mit diesen ekligen Kopfhörern die jeder vollsifft…

    Als dann diese DRM-Seuche aufkam und man auch nicht mehr sorgenfrei über P2P laden konnte habe ich auch keine CDs mehr gekauft. So einfach ist das! Ich finde meine Musik jetzt bei Jamendo & Co oder über die Webradios meines Vertrauens. Aber die Majors haben mich für immer als Kunden verloren.


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