Lidl: Schlechter Umgang mit Angestellten drückt aufs Geschäft

090116lidlEine Umfrage des Kölner Marktforschungs-ladens Grass Roots unter deutschen Käufern (a.k.a. “Konsumenten”) zeigt, dass schlechte Behandlung von Mitarbeitern (Bespitzeln, fiese Arbeitsverträge, keine Betriebsräte etc.) sehr wohl die Kaufentscheidung beeinflussen. Etwa 40 % der Befragten gaben an, aus den erwähnten Gründen schon mal auf einen Einkauf bei Lidl verzichtet zu haben.

Im Fall von Norma waren es 12, bei Aldi noch 9 Prozent, während Kaisers und Edeka glimpflich davonkamen. 57 % der Umfrageteilnehmer bewerteten Lidl als Arbeitgeber zwischen “schlecht” und “inakzeptabel”.

Von den 2400 befragten Verbrauchern (a.k.a. “Bürgern”) lassen sich allerdings 46 % von so ‘nem Quatsch gar nicht beeinflussen: Man kauft eben da, wo’s billig ist. Trotzdem zeigt sich hier noch ein Rest von Verbrauchermacht, 54 % Leute mit Problembewusstsein beim Discounterbesuch sind schon mal nicht schlecht.

(via afp)

3 Kommentare

  1. Ja, 54% sind wirklich überraschend gut. Dass es nicht noch mehr sind, liegt vielleicht auch an einem bei uns deutlich wahrnehmbaren, hmm, sagen wir mal Bildungsgefälle zwischen den Käuferschichten.

    Wir üblich sind in meiner Nähe Lidl und Aldi mit großen Märkten quasi Nachbarn. Man kann den Unterschied zwischen Lidl-Käufern und der Aldi-Klientel auf den ersten Blick erkennen. Das mag zwar politisch unkorrekt sein, aber wo der Lidl-Parkplatz dem Austellungsgelände für eine Cromagno-Geisterbahn gleicht, sieht man bei Alid durchaus auch den Herrn Doktor mit Gattin einkaufen.
    Während auf der einen Seite der Wochenendeinkauf in den Q7 gestapelt wird, hauen sich ein paar Meter weiter auf der anderen Seite der Strasse Maurerkolonnen ihr 40%iges Frühstück in die Birne und lassen sich naturgemäß “von so einem Quatsch” nicht mehr so leicht beeinflussen ;-)

    Grüße

  2. “Etwa 40 % der Befragten gaben an, aus den erwähnten Gründen schon mal auf einen Einkauf bei Lidl verzichtet zu haben.”

    “Mal” auf einen Einkauf verzichtet zu haben? Was für eine Konsumentenmacht. Ich seh schon den Lidl-Boss zittern.
    Aber dann gibt es beim nächsten Mal dieses tolle XY-Schnäppchen und mal kann man das ja auch mal machen.

    Und Aldi oder Lidl… Wenn nicht der Angestellte geknechtet wird, dann halt der Lieferant oder Produzent. Quasi-Knebelverträge sind Standard. Ganz zu schweigen von solchen Dingen wie Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken bei den Aktionswaren oder Massentierhaltung beim billigen Fleisch.

    Wer billig einkauft, tut das auf Kosten jemand anderes. So einfach ist das.

  3. [...] unter der Lupe Zu unserer Diskussion neulich, um Themen wie “Lidl”, Ausbeutung” und “Kaufverhalten” ist mir dieser [...]


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