Sprachsoftwarepiraterie

090211feat-read-in-sunlight-300pxDie US-amerikanische Berufsvereinigung Author’s Guild hat schon viele wichtige Siege für die kreativen Schreiber der nordamerikanischen Föderation errungen. Ohne die Arbeit dieses Verbandes wäre es für die Verwertungs-industrien ein Leichtes, einzelne Autoren über den Tisch zu ziehen. Nun erklärte Paul Aiken, Executive Director der Author’s Guild, gegenüber dem Wall Street Journal, die im Amazon Kindle 2 eingebaute und vom Hersteller als grosse Verbesserung angepriesene Text-To-Speech-Software zum automatischen Vorlesen der Bücher stelle eine Copyrightverletzung (a.k.a. “Piraterie”) dar. Amazon hätte ein Recht auf Distribution und Abbildung von Text lizensiert, so der Experte Lobbyist, nicht aber ein Recht auf Aufführung im Sinn eines gesprochenen Textes.

Anders im Fall eines von menschlicher Stimme vorgelesenen Buchs; hier wird die Umwandlung in Schall vom Nutzer vorgenommen, und fiele daher unter “fair use”.

Jetzt wäre es natürlich leicht, sich auf einen überschaubaren Standpunkt zu stellen, wie etwa “dann soll Amazon diese Funktion eben weglassen”, oder “die Autoren bekommen doch schon Tantiemen, was soll das “, wenn nicht gar “die da oben machen doch sowieso, was sie wollen”.

Tatsächlich aber ist es notwendig, für solche Fragen eine wirklich nachhaltig zutreffende Antwort zu finden, wenn wir nicht in diesen Zeiten des Umbruchs in einem völligen Copyright-Chaos versinken wollen. Also?

(via boingboing gadgets) (pic amazon)

4 Kommentare

  1. Am Ende landen die Bücher als MP3 im Internet und keiner kauft sich mehr Hörbucher…so auf die Art kommt die Debatte zustande. Wobei so eine Roboterstimme natürlich eher monotones Gebrabbel von sich gibt, als ein anständiger Mensch.

  2. käme drauf an wie gut diese “Vorlesefunktion” ist.
    Wenn die ähnlich schlecht ist wie die von Adobe oder anderen würde ich das als lesehilfe für Blinde oder schlecht-sehende durchgehen lassen.

    Abgesehen davon: Eine Aufführung ist es so oder so nicht da eine Aufführung immer eines Publikums bedarf.

    Somit geht das ganze wieder in die falsche richtung… der rechtebeschneidung und gängelung des Kunden. Schade, setzen sechs.

  3. ja ja, sperren wir die blinden aus! die dreckigen behindis, diese nutzlosen augenkrüpel, sollen gefälligst mehr bezahlen wenn sie schon teilhaben dürfrn am allgemeinen kulturleben!

    na hauptsache die gierigen, verschissenen kleinen krämerseelen bekommen den kragen schön voll!

  4. […] hatten uns ja schon vor einer Weile über die Aufregung um die Vorlesefunktion des Amazon eBooks amüsiert. Die US Author’s Guild hatte allen Ernstes behauptet, die Roboterstimme des Geräts dürfe keine […]


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