Zu unserer Diskussion neulich, um Themen wie “Lidl”, Ausbeutung” und “Kaufverhalten” ist mir dieser Artikel in Süddeutschen Zeitung Online vom Mittwoch aufgefallen. Darin geht es um ein Forschungsinstitut namens Südwind in Siegburg (Nordrhein-Westfalen), das im Auftrag von Gewerkschaften wie der deutschen Verdi untersucht, wie brutal Drittweltbürger eigentlich von unseren Discountern ausgebeutet werden. Zu den betrachteten Unternehmen gehören Aldi und Lidl, Wal-Mart (USA), Tesco (Großbritannien), Carrefour (Frankreich).
Ein Textilarbeiter im indischen Bangalore verdient demnach in 60 bis 90 Stunden Wochenarbeitszeit rund die Hälfte dessen, was eine dort typische fünfköpfige Familie zum Leben braucht. Naja, solche Verhältnisse finden wir bei uns zuhause auch. Fliessbandarbeiter, die Wohngeld beantragen müssen, Heizkostenzuschuss und was sie noch kriegen können.
Trotzdem finde ich Studien wie “Arbeits- und Frauenrechte im Discountgeschäft. Aldi-Aktionswaren aus China” oder “All die Textilschnäppchen – nur recht und billig? Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien” ziemlich interessant. Ich finde, abendländische Konzerne sollten aufhören, Bürger aller Länder auszubeuten. Und weil sie das nicht freiwillig tun werden, und die wieder, wieder und wieder von der Mehrheit gewählten Regierungen da auch gerne mal ein Auge zudrücken, bleibt nur der Weg über die Öffentlichkeit. Was, wenn Textilien ohne “Fair Trade” Siegel auch nur zu 10 % weniger gekauft werden?
(sueddeutsche, suedwind-institut) (pic terres des hommes)
3 Kommentare
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Aber das ist leider nicht so leicht in die Köpfe der Menschen zu kriegen. Der Großteil der Menschheit ist kognitiv eher mäßig begabt und denkt halt einfach nicht viel nach über solche Sachen. Meine Mutter hat heute stolz erzählt sie hätte einen Pullover für weiß nicht mehr genau wie viel aber eindeutig zu wenig gekauft. Als ich darauf hingewiesen habe ob sie denn auch die Kinderarbeit in Bangladesh mit ihrem Gewissen vereinbaren könnte gab’s keine Antwort.
Aber es ist ja nicht nur wegen den Herstellungsbedingungen sondern auch wegen der Qualität oftmals unangebracht nur nach dem Preis zu gehen. Ein Freund von mir hat sich zur selben Zeit als ich mein Thinkpad gekauft hab ‘nen Medion Laptop gekauft, das Ding wird so warm, dass er es nicht im sitzen auf dem Schoß benutzen kann und die Farbe löst sich von den Tasten.
Heutzutage kennen die Leute von allem nur den Preis und nicht den Wert. Oder: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Also seitdem ich meine Schuhe nicht mehr bei Lidl kaufe, habe ich keine Probleme mehr mit der Qualität. Denn früher war es so, dass ich mir jedes Vierteljahr Schuhe für 10-15 Euro zulegen musste, weil die dauernd so schnell kaputt waren. Die Schuhe aus einem Schuhwarenladen hingegen haben 70 gekostet und haben knapp über 2 Jahre gehalten.
man sollte aber nicht vergessen das teuer auch gleich bessere qualität bedeutet.
Hab auch in manchem Schuhladen für teuer geld zusammengeklebte schuhe gesehen… Und da weiß auch nicht woher die nun stammen… es kann ja auch sein das die Teile nur ne größere Marge haben weil da ein bekannter Name draufgedruckt wurde.