In Nordamerika ist Satelliten-TV beliebter als in Europa, und durch das Fehlen eines breiten öffentlich-rechtlichen Angebots überwiegend als Bezahl-Fernsehen zu haben. Einige wenige Kanäle werden werbefinanziert gratis ausgestrahlt, für diese gibt es einfache Satellitentuner ohne Decoder, so dass man damit keine Bezahl-Kanäle anschauen kann.
Zumindest nicht in der Theorie. In der Praxis nutzen Fernsehfans einfache Modifikationen, um mit ihren einfachen Tunern alle Kanäle geniessen zu können.
Vor einem ähnlichen Problem steht hierzulande der glücklose Sender Premiere. Analysten beziffern die Zahl der Haushalte mit legalem (a.k.a. bezahltem) Fernsehempfang in den USA und Kanada auf 15 Millionen, plus zwei Millionen “Schwarzseher”.
Die Polizei geht teilweise gegen Händler vor, die fertig präparierte Tuner verkaufen, da allein in Kanada jährliche “Verlust” (nicht gemacht Einnahmen der TV-Kanal-Betreiber) auf eine Milliarde Dollar geschätzt wird (allerdings von der dortigen Filmindustrielobby).
In Deutschland findet der “Signal-Diebstahl” in kleinerem Massstab statt, trotzdem versucht der hiesige Anbieter durch regelmässige Änderungen in der Verschlüsselung, die Zahl der Umsonst-Gucker klein zu halten. Ich frage mich, wann auch diese Industrie einsieht, dass ihr Geschäftsmodell einfach nicht funktioniert?
(toronto star) (pic wikipedia cc)
5 Kommentare
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Gar nicht. Selbst wenn alle Pleite gehen, Schuld ist NIE das Geschäftsmodell, sondern immer die ANDEREN; die undankbaren Zuschauer, die Schwarzseher, die Signal-Diebe, die Pay-TV-Hasser, die Freunde des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die Politiker, die Hardware-Hersteller, YouTube, das Wetter, die linksdrehenden Milchsäuren…
Naja, die Idee hinter Premiere war eigentlich schon ok gewesen… quasi eine Filmflatrate.
Nur wurde die Qualität schlechter (wie ich gehört hab). Und wenn jeder Schwarzseher wenigstens so fair wäre und das kleinste Premiere Abo nehmen würde wäre Premiere auch nicht so dicht vor der Pleite.
Mittlerweile werden die Diversen online-videotheken ja immer beliebter .. was für Premiere auch wieder ein Problem ist. Denn dann kann ich tatsächlich auswählen was ich wann sehen will.
Früher gabs 1 Sender für 50 Mark. Heute gibts (gefühlte) 273 Sender für 45 Euro. A) Man filtert nun und switcht nur noch statt wie früher das zu sehen was kommt. B) Je mehr angeboten wird, umso mehr Mist gibt es zu sehen. Die vielen Pakete sind zu groß und verwirren nur.
Ich habe Premiere HD, Discovery HD und Serie. Und hoffe, dass bald die 5te Staffel von LOST kommt…
Das Problem hat hierzulande scheinbar nicht nur Premiere. Viele Menschen, die ich kennen, haben “knackende” Dekoder fürs Kabel, Satellit und Premiere. Frei nach dem Motto: “Weil’s geht”.
Und da liegt der Hund für alle möglichen Medien-Bezahl-Modelle begraben: Man würde nie im Leben XY EUR dafür ausgeben, denn dafür ist es einfach nicht gut/wichtig genug, aber für einen kleinen Obolus nimmt man die Sachen eben einfach mit.
Daher kann die Devise für die vielen Anbieter von Filmen und Musik nur lauten: macht’s verlockend günstig (und ich meine nicht dieses pseudo-günstig a.k.a. “Die ersten 2 Monate kostenlos”, dafür sind die meisten zu clever) oder steigert die Qualität/Innovation immens, damit die Leute, die vorher kein Interesse hatten, aber auch nie knacken würden, zahlend einsteigen.
Just my two cents.
ich knacke nicht – aber vor 4 jahren habe ich mein abo nach 3 jahren gekündigt. ich hatte damals das vollpaket, quasi “all inklusive” für ca. 55 oder 60 EURO – oder so in etwa.
gekündigt habe ich deswegen weil ich nach ca. 3 jahren alles was mich auch nur irgendwie interessierte durch hatte. und das obwohl ich wirklich nicht “DER” fernsehsüchtige par excellence bin. nach ca. 2 jahren war fast alles nur noch mehrfache wiederholung – und/aber alternativ nochmals 3 euro extra abdrücken für pseudo-on-demand-filme die ich A) weitaus aktueller und vor allem billiger in der videotheke um die ecke bekomme – und B) spätestens nochmals ein paar monate- oftmals sogar nur wochen später im regulär programm zu sehen bekam (mit mind- 1 million wiederholungen pro film). NÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ – dat isses doch dann escht nüscht jewesen det jelbe vom die ei, dat janze!
die doku’s wurden auch immer schlechter, ja eigentlich schon richtiggehend übel , bestanden sie dann nur mehr aus diesen billigen ami-rasch-dokus in MTV-optik mit 20 000 schnitten und verhunzt-zoom-einstellungen. halt der gleiche müll den man auf zB. n-tv sah, halt nur ohne unterbrechung (was aber bei dem vermittelten wissensgehalt, welcher sich eher an den typischen, meist unterbelichteten bildzeitungskonsumenten richtete der ungefähr das konzentrationsvermögen einer spitzmaus beim kacken besitzt). historisch und wissenschaftlich oftmals schon um 1 oder 2 dekaden, und teilweise noch mehr jahren, überholt und ungenau.
und dann noch dazu die immer penetranter werdende selbstbeweichrungs-werbungen (und gleichzeitige zunahme von werbung allgemein) die ich mir dann echt nicht mehr antun wollte
es hätte zwar was werden können – aber das haben sie ja gründlich vergeigt. und ehrlich gesagt – ich würde es mir nicht mal antun, nicht umsonst und auch nicht wenn ich dafür bezahlt würde. schwamm drüber und ab damit in den lokus – dahin wo’s schon längere zeit hingehört das ganze!