Kreatives Krisenmanagement in der deutschen Sex-Industrie

090424griechen31Die ursprünglich nur für Banken gültige, inzwischen aber über die Gesamt-Gesellschaft breit geredete Krise betrifft über viele Ecken auch die deutsche Prostitutionswirtschaft. Voller Staunen beschreibt der New Yorker Reuters-Reporter Erik Kirschbaum die liberalen Zustände: Weder ist Prostitution verboten, noch ist diese eine Schattenwirtschaft. Statt dessen bezahlen die etwa 400.000 nationalen SexarbeiterInnen Steuern und Sozialabgaben, und die Diensteanbieter kontern die Umsatzflaute der 14-Milliarden-Euro-Branche mit kreativen Marketing-Ideen.

So bietet der Berliner “Pussy Club” eine 70-Euro-Flatrate für unbegrenzte Mengen von Essen, Trinken und Sex in der Zeit von 10 bis 16 Uhr. Durch dieses Angebot ging keiner der 30 Arbeitsplätze im Club verloren. Im Hamburger “GeizHaus” reagierte man auf einen Besucherrückgang mit einem Diskountpreis von 38 Euro 50, vor allem um Stammkunden dazu zu bewegen, nicht nur ein bis zwei Mal pro Woche vorbei zu schauen. Andere Dienstleister wie der Artemis Club in Berlin geben am Sonntag und Montag für Taxifahrer und Senioren einen 50-Prozent-Rabatt auf den Eintrittspreis von 80 Euro.

Bedroht sehe sich die Branche vor allem von Amateuren, die am Wochenende das karge Gehalt oder die unzureichenden Sozialleistungen aufbessern wollen, so der Reporter.

Ich frage mich, ob etwa die Musikindustrie nicht aus diesem Beispiel lernen könnte? Vom Umsatz her liegt die Musikbranche in Deutschland bei etwa einem Zehntel der oben genannten Zahl, vom Marketing-Esprit allerdings weit abgeschlagen.

(via reuters) (pic griechische weinschale ca. 470 vdz wikipedia pd)

4 Kommentare

  1. 14Milliarden? Das klingt irgendwie unglaublich, dafür dass im Grunde ja niemand ins Puff geht, niemand Pornos anschaut, niemand Dildos kauft und ganz bestimmt niemand onaniert.

  2. was sind das fuer woerter???

  3. Wurd doch kürzlich erst ne Studie veröffentlicht. Demnach gehen 10% der Deutschen Männer jede Woche dem bezahlten Liebesakt nach. 50% jährlich.

  4. nunja.. das die einen ganz guten Umsatz schaffen war ja klar… und ich denke das die Summe nur ein teil des ganzen ist… oder bekommt ein Freier etwa ein Rechnung und so ?

    Und wers braucht… mir ist das für die “Leistung” zu viel geld gewesen… da schlacker ich mir lieber einen als dafür zu bezahlen. Ansonsten ist so eine Institution schon ganz gut…da können sich einige abreagieren…


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