Textdiebe, Musikpiraten und der kleine Unterschied

090605thiefGanz abgesehen davon, dass heutiges Urheberrecht gleich welcher Nationalität so kompliziert geworden ist, das es ganz einfach niemand mehr durchblickt, und ganz abgesehen von der laut quietschenden Propagandamaschine der Konzerne, die Kultur weiter monopolisieren wollen: Die unlizensierte Kopie urheberrechtlich geschützter Werke ist ein ernstes Problem.

Wie ? Ja, richtig, die unbezahlte kommerzielle Verwertung von geistiger Leistung Anderer ist ein fester Teil unserer Wirtschaftskriminalität. Das sind gar nicht mal so sehr die in Ostasien fabrikkopierten Film-DVDs, sondern die Plagiatwirtschaft in Medien und Literatur.

Sehr einfach gesagt: Alle schreiben dauernd von allen anderen ab. Und nehmen dann Geld dafür.

Dabei gibt es klare Regeln im Urheberrechtsgesetz: Zitate, mit Quellenangabe, sind ok. Rauskopierte Absätze oder ganze Seiten sind nicht ok. Ich finde auch immer wieder ganze Blogartikel von mir auf fremden Webseiten, ohne meinen Namen drunter, und ohne Link zur Quelle. Das geht natürlich nicht.

Wenn die rauskopierten Zeilen aus einem kommerziellen Artikel oder Buch stammen, und anschliessend in einem anderen kommerziellen Artikel oder Buch landen, wirds kompliziert. Deshalb verwenden kommerzielle Textverwerter inzwischen Software wie Textguard, Attributor, Cognita oder Copyscape, um solche Kopien zu finden. Dabei kennen die Textanbieter sehr wohl den Unterschied zwischen kommerzieller und privater Kopie: “AFP-Chef Krieger betont zwar, seine Agentur habe es nicht auf private Seiten abgesehen, nicht auf Blogger und auch nicht auf Menschen, die eine Seite für Forschung, Lehre oder ein Hobby betreiben.”

Interesting! Übersetzt in die Welt der Unterhaltungsmelodien wäre das etwa: “RIAA-Chef Moneyman betont zwar, seine Organisation habe es nicht auf private Seiten abgesehen, nicht auf Blogger und auch nicht auf Menschen, die eine Seite für Forschung, Lehre oder ein Hobby betreiben.”

So wie die Pirate Bay, oder? Ein Hobby! Ich denke, Nachrichtenagenturen verstehen sehr viel besser, dass man Information nicht stückweise verkaufen kann, und dass die private Weitergabe von Information nicht kriminalisisert werden sollte.

Und noch was interessantes steht im Quellenartikel: “Textguard-Fahnder Gerigk sagt: “Wer sich richtig gut auskennt, kann sich in den Tauschbörsen noch immer anonym bewegen.” Ach?

(via zeit) (pic)

1 Kommentar(e)

  1. Immer wieder hübsch anzusehen, wenn Gralshütern öffentlich die Hose herunterrutscht.


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