Das Label “Friends of Friends” in Los Angeles gibt nette Indietronik-Musik raus. Stufe Zwei: Die Musiker möchten gerne etwas Geld verdienen, mit ihrer Musik. Aber Tonträger sind sooo 20stes Jahrhundert, und verkratzen leicht.
Und für digitale Kopien von irgendwas Geld von seinen Fans zu verlangen, würde an Unhöflichkeit grenzen. Für eine Kopie, Mensch!
Also treten Labelgründer Leeor Brown und seine Kumpels einen Schritt zurück und denken nach: Worum geht es eigentlich bei Musik, und wofür kann man eigentlich Geld verlangen? Musik erzeugt eine Idee, ein Lebensgefühl, eine Identität. Und Geld verlangen kann man guten Gewissens nur für physische Gegenstände (und vielleicht noch Dienstleistungen).
Also packen Leeor und seine Leute die “Album-Art”, also das Frontcoverbild, auf ein T-Shirt, und verkaufen es zusammen mit einem Tütchen Pflanzensamen. Die Downloads von Musik, Remixes und Videos gibt’s dazu (32 USD zusammen, limitierte Auflage 300 Stück).
Richtig. So kann das funktionieren. Aber bis sich daraus eine Industrie entwickeln wird, die dann vielleicht wieder “Musikindustrie” heisst und sich genau an die Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie hält, vergehen… mindestens noch zehn Jahre. Unten einer der Labelmates, Daedalus, auf Video.
(via good magazine)
2 Kommentare
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[...] Denkfaulheit ist, bei der man sich der Suche nach neuen Geschäftsmodellen verweigert, hat Fritz ja bei 11k2 gerade wieder einmal schön für den Musikbereich illustriert – interessant zu lesen ist in [...]
Eigentlich eine nette Idee. Aber ich kaufe (als Downloads bei iTunes etc.) 3 bis 4 CDs pro Woche. Was sollte ich mit den ganzen T-Shirts?