Die Filesharing-Lüge (continued)

090612games-music-dvdsDen tatsächlich nie bewiesenen Zusammenhang zwischen unlizensierten P2P-Downloads und dem tatsächlich beobachtbaren Umsatzrückgang der grossen Musikkonzerne hatte ich früher, vor allem in meinen älteren Blogs adressiert. Jetzt hat sich ein britischer Journalist mal die Mühe gemacht, genaue Zahlen zu recherchieren (wofür er ja eigentlich auch bezahlt wird).

Hier sehen wir die Werte für Britannien, aber hierzulande sind die Verhältnisse ähnlich: Die Leute geben heute viel mehr für Entertainment aus, aber eben weniger für Musik. Weil eine Film-DVD so viel kostet wie eine Musik-CD, und weil ein Spiel so sehr viel länger Spass fürs Geld bringt als die Audiorille. Nicht mit in der Rechnung sind die Kosten für Mobiltelefonie, für die wir alle ja mehr ausgeben als früher. Im Durchschnitt.

In den betrachteten 10 Jahren fiel der Umsatz mit Musik von 1,94 Mrd. £ auf 1,31 Mrd. £ (1,54 Mrd €), in der selben Zeit stieg der Umsatz mit DVDs (Verkauf und Verleih) von 1,286 Mrd. auf 2,56 Mrd. (3,01 Mrd €), der mit Games von 1,18 auf 4,03 Mrd. britischer Pfund (4,75 Mrd €). In Deutschland sind die Zahlen ähnlich, wenn auch nicht gleich.

So, jetzt schnippen wir mit dem Finger und schalten damit auf der ganzen Welt die Downloadfunktion aus. Haben die Verbraucher deswegen mehr Geld für Musik übrig? Nein. Also schnippen wir die Downloadfunktion wieder an und nennen die Horror-Meldungen aus der Musik- und Filmindustrie eine glatte Lüge. P2P ist eben nicht so etwas wie ent-stofflichte Platten und DVDs im Internet.

Wenn man unbedingt eine Analogie aus der alten Medienwelt bemühen möchte, dann nennen wie P2P eben “das neue Radio”. Wofür die “neuen Radiosender”, also die Internet Provider, gefälligst eine kleine Abgabe an die Künstler entrichten sollen. Also eine Pauschalgebühr, keine Kulturflatrate, aber das hab ich ja neulich schon erklärt.

( guardian vie zeropaid)

9 Kommentare

  1. SO! nun gibt es beinharte fakten mit quasi unumstößlichen zahlen. jetzt bin ich mal auf die ausreden der MI gespannt – und das gejammere. . . .(schnäuz). . . . . !

  2. “…lässt sich nicht nachweisen, woher hat der Typ die Zahlen, aber unsere Studien besagen…”

  3. Interessant auch, dass die Filmindustrie offensichtlich keinen Umsatzrückgang zu beklagen hat, obwohl ihre Produkte doch genauso von Filesharing betroffen sind.

    • Mitdenken wird zwar nicht immer verlangt, kann aber hilfreich sein.

      Überleg mal wieviele Bürger 1999 DVD-Player ihr eigen nennen konnten. Das Teil hat 1999 noch 1000 DM gekostet.

      Was fehlt sind VHS und BluRay Umsätze.

      Weiterhin unklar: beziehen sich die Musikverkäufe nur auf CDs oder sind auch digitale Verkäufe einbezogen.

      Das sind zwei Dinge die mir auf anhieb einfallen. Jetzt überleg mal was man erst alles kritisieren muss wenn man sich mit dem Thema und der Grafik richtig auseinandersetzt.

  4. @Sebasthos

    ich glaube kaum das der typ so blöde ist sich die ganze gottverdammte arbeit und mühe zu machen und dann ausgerechnet keine offiziellen quellen vorweisen kann aus denen er seine verkaufs/absatz/umsatz/-statisiken zusammengetragen hat! zB. offizielle umsatzzahlen der konzerne, die offiziellen verkaufs- und umsatzcharts des zwischenhandels/versandhandels, der warenhausketten, der einzel-/internet-anbieter usw. usf. etc. etc. etc.

    [ schließlich ist das ja keine lari-fari "statistik" die durch die befragung eines (zB.) "repräsentativen" (wers glaubt) querschnitts der bevölkerung (eines einkaufzentrums wahlweise einer fußgängerzone) zum thema: "welche partei würden sie wählen wenn heute wahltag wäre"? zustande kam. ]

    im gegensatz zu “(ultra-geheimniskrämer)-Bananen Republik Deutschland” müssen solche zahlen (von den firmen, konzernen, aktiengesellschaften, organisationen (zB. gemeinnützigen), stiftungen, universitäten, städten, gemeinden, regierungen etc. etc. etc.) in vielen anderen ländern der welt (besonders aber in den USA, GB, Canada, Australien. . . .) veröffentlicht werden und zudem noch dazu für jedermann öffentlich leicht zugänglich sein. im sinne von transparenz usw. usf. blah blah blah. . . . . (übrigens: selbiges trifft auch auf die veröffentlichungspflicht von gehältern, einkünften, einkünften aus aktiengeschäften, nebeneinkünften im allgemeinen, einmalzahlungen, sonstigen bezügen wie zB. tantiemen, bonuszahlungen, sonder/ausschüttungen etc. von politikern, vorständen, managern und weiteren personen(gruppen) in zB. organisationen (zB. gemeinnützigen) von besonderem öffentlichem interesse, zu.

    das ist u.a. mit ein grund dafür warum du (wenn du möchtest) zB. eher etwas in erfahrung bringen könntest über die finanzielle situation einer firma (und seines vorstandes) die irgenwo in der pampa von Olklahoma/USA hosenköpfe herstellt – als das du in der lage wärst stichhaltig nachrecherchieren zu können was zB. irgend so ein “abgeordneten-sackgesicht” wirklich alles an nebeneinkünften abkassiert und einstreicht (und vor allem für welche leistungen und von wem). und das obwohl für die (politiker) ja eigentlich eine art veröffentlichungspflicht ihrer nebeneinkünfte bestünde (seit ein paar jahren) die aber sehr leicht ausgehebelt werden kann. (nur mal so am rande)

    und für hiesige vorstände, manager, firmen, konzernen, orgs etc. etc. etc. gilt erst recht – alle sind nur dem finanzamt gegenüber auskunftspflichtig (sofern es überhaupt mal nachfragt und/oder nachforscht (bzw. überhaupt mal nachforschen kann) was es ja nur alle zT. anderthalbes jahrzehnt mal kann (vor allem in großen (einflussreichen) unternehmen), da kronisch und extrem unterbesetzt – und sonst keinem anderen gegenüber rechenschaftspflichtig. schon gar nicht der öffentlichkeit gegenüber. und freiwillig schon mal gar nicht!
    denn wo kämen wir (zB. die reichen und privilegierten) denn dahin wenn man auch noch dem dummen pöbel auf der strasse etwas sagen müsste? und dann womöglich auch noch die reine wahrheit? PFUI DEIBEL aber auch!

  5. Ne, keine Sorge, dass sind die offiziellen Zahlen der jeweiligen Branchenverbände, wie sie aus deren Presserklärungen hervorgehen (Lest dazu auch den guardian-quellen-artikel).

  6. Es wird doch auch immer wieder mit den zahlen wie oft ein lied, spiel und so illegal runter geladen wird und wieviele illegale downloads es überhaupt im jahr gibt. Wer macht sich den mal die mühe und rechnet aus wieviel die leute ausgeben würden wenn das jedesmal ein kauf wäre? Ich meine da kommen zahlen raus das den leuten kein geld mehr für essen und trinken bleibt und alleine das sollte beweisen das ein dl kein verlorener kauf ist.

    • Das sind Schätzungen die auf Hochrechnungen basieren. Ergo totaler Müll.

      Das sich bei gleichem Preis Ton+Video+Interaktion besser verkauft als Ton+Video,welches sich wiederum besser verkauft als nur Ton, sollte klar sein.

      Natürlich leidet die Verlagsindustrie unter p2p und “der szene”. Das ist allgemein bekannt. Aber: So ist das nunmal, denn das ist Fortschritt. So wie die Kutscher von der Automobilindustrie verdrängt wurden. In 20 Jahren wird keiner mehr eine Glühbirne kaufen wollen – oder eine frischgepresste CD.

  7. Was noch viel lustiger ist: Die MI jammert, dass aufgrund illegalen FIlesharings die Verkäufe sinken. Jo. Die Filmindustrie auch. Nun besagt ne Studie, dass die Blueray Zahlen die Absatz-Senken im DVD Segment nicht auffangen können… Dass das alles aber passiert, weil die Leute aufgrund ner Wirtschaftskrise nun ihre Kohlen zusammenhalten… hm,wer hat da wohl mal dran gedacht?


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