Petition gegen Gema-Willkür

090623gema_negDie Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hat ihre besten Tage gesehen, da gerade die mechanische Vervielfältigung als Kulturtechnik ihrem Ende entgegen geht. Um so selbstherrlicher bestimmt die etablierte Vereinigung, was Künstler bekommen und Konzertveranstalter zu bezahlen haben. Auch Konzerte ohne Gema-vertretene Musik müssen umständlich (jeder Song einzeln) angemeldet werden; oder welcher Kleinkunstveranstalter möchte sich freiwillig mit einem 800-Millionen-Euro-Jährlich-Gorilla anlegen?

Das von der Gema auf diesem Weg eingenommene Geld, ich sags hier nochmal, geht zu 40 % an die Verlage (im Besitz der Musikkonzerne) und zu 60% an die 1000 bestverdienenden Komponisten (auch im Ausland), wenn diese in den letzten 24 Monaten einen physischen Tonträger veröffentlicht haben. Das heisst: Sobald die Vorstadt-Punkband eine einzige Coverversion spielt, oder der Veranstalter wegen unvollständiger Angaben zu einer 200%-Nachzahlung verdonnert wird, geht die Kohle an die üblichen Verdächtigen, und Millionen von Musikern gehen leer aus.

Dagegen wendet sich diese Petition (ich bin Unterzeichner Nr. 53099, geht bis 17.07.2009), der Bundestag wird aufgefordert, hier für einen klaren gesetzlichen Rahmen zu sorgen. Ihr habt ja schon alle gegen Zensursula geklickt, das hier ist auch zu empfehlen.

siehe auch: ralfs piratenblog


10 Kommentare

  1. Ich kann in diesem Fall nicht zustimmen.

    Die Petition ist nicht nur wirr geschrieben. Ich halte auch die Gema für schwer reformierbar. Wenn sich das dann Politiker anschauen, wird es – so sie denn überhaupt etwas tun – verschlimmbessert.

    Ich will nicht sagen, dass ich im Moment eine tolle Gegenidee hätte. Aber Kultur-Flatrate und ein Gesamtkonzept um alle kreativen Schöpfungen und Urheberbelange fände ich besser.

    Und die verhungernden Musiker sollen sich halt nicht mehr an die Gema wenden, sondern freie Musik machen. Gibt schließlich Alternativen.

    • Ja, nein. Hier geht es vor allem um Live-Konzerte und den Plan der Gema, Erhöhungen bis 600 Prozent durchzudrücken. Konzerte sind aber eigentlich eine wichtige Einkommensquelle für Künstler im post-industriellen Zeitalter. Davon darf sich die Gema nicht beliebig bedienen. Und die Petition ist nicht etwa wirr, sondern der ganze Sachverhalt.

    • was ist denn daran, bitteschön, so sehr verwirrend???

      du musst schon ziemlich dumm sein das nicht zu verstehen. . . .

      . . . .aber upps. . . .

      . . . .genau da liegt der hund begraben bzw. das problem. weil die majorität, sprich 90% wenn nicht mehr, unserer volx-verarscher mindestens nochmals so begriffsstutzig sind wie du zu sein scheinst, wird es dann eben wohl oder übel zu dem von dir beschrieben szenario kommen!

      [ Gibt schließlich Alternativen ]

      hättest du verstanden was dir die vielen buchstaben erzählen wollten dann wüstest du spätestens jetzt das es eben keine alternativen oder überhaupt einen adäquaten schutz gegen die willkürlichen zwangsmaßnahmen und machenschaften der GEMA gibt!

      desweiteren hättest du auch verstanden das es sich hauptsächlich um die kleinen bis sehr kleinen veranstalter dreht welche diese abgehobene und selbstherrliche willkür-politik der GEMA ertragen müssen (von den zusätzlichen kosten mal ganz abgesehen). die musiker selbst trifft es aber insofern als das sie dadurch immer mehr auftrittsmöglichkeiten (und damit einnahmequellen) verlieren, weil immer mehr konzertveranstalter (vor allem die ganz kleinen) immer weniger konzerte (oder sonstwas mit musik) veranstalten (ein schöner anachronismus, nicht wahr?) oder sich gleich ganz zurückziehen aus dem geschäft weil ihnen die risiken zu hoch werden bzw. immer mehr zusätzliche arbeit ableisten müssen wegen der GEMA-machenschaften!

  2. was soll man von so einem verein auch anderes erwarten. (Ich müll mal das blog hier voll, verzeihung)
    wikipedia:
    Am 28. September 1933 wurde der Staatlich genehmigten Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Urheberrechte (STAGMA), hervorgegangen aus dem Verband zum Schutze musikalischer Aufführungsrechte für Deutschland, das Monopol zur Wahrnehmung von Musikaufführungsrechten erteilt. Die zu dieser Zeit immer noch existierende Anstalt für mechanisch-musikalische Rechte von 1909 wurde 1938 an die STAGMA angegliedert. Die Reichsmusikkammer unter ihrem Präsidenten Richard Strauss hatte 1934 in ihren Richtlinien festgelegt, dass „Nichtarier grundsätzlich nicht als geeignete Träger und Verwalter deutschen Kulturguts anzusehen“ seien. Dies bedeutete das Berufsverbot für die damals etwa 8000 in der Reichsmusikkammer organisierten Juden. Die STAGMA war fest in das nationalsozialistische Machtgefüge eingebunden und die leitenden Mitglieder der STAGMA waren eingefleischte und freiwillige Nationalsozialisten. Geschäftsführer der Stagma wurde Leo Ritter, der dieses Amt schon seit 1928 bei der Gema innehatte und Hitlers „Mein Kampf“ als Prämie für verdiente Mitarbeiter zu verschenken pflegte.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die STAGMA ihre Arbeit fort, ab dem 24. August 1947 allerdings unter der Bezeichnung GEMA, Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte.

  3. Danke, dass du das Thema nochmal so prägnant und kompakt zusammen gefasst hast. Zum Inhalt: Amen!

  4. Danke Fritz!

    Guter Tip, hab gerade mein Servus druntergemacht,
    und 1 oder 2 Minuten später waren’s schon 100 mehr!
    Die 50k sind schon geknackt, die 60k so gut wie;
    das kann wieder eine >100k Petition werden…

    Gruß, Frank

  5. blind mitgezeichnet.

  6. [...] Artikel zu dieser Petition findet am bei Spiegelfechter, 11k2 und Ralphs [...]

  7. [...] Senges hat vor einer Woche, angeregt von der derzeit laufenden Anti-Gema-Petition (siehe 11k2) in seinem Contentsphere-Blog einige Zahlen ( von 2006) zusammengetragen, die ein düsteres, [...]

  8. Leider traegt die GEMA zu einer dramatischen kulturellen und sozialen Verarmung der Gesellschaft bei,die unverantwortlich ist. Besonderst betroffen sind kleine bis mittlere Gaststätten und Lokale auch ländliche Bereiche ,die gerne für ihre Gäste Geselligkeit Tanz und Lebensfreude und Entspannung bieten würden.Leider hat die Gema solche unverschämten Geldforderungen bei Veranstaltungen die in keinem Verhältnis zu den Einahmen vieler Gastronomen stehen Weiterhin wird die undurchsichtige Verteilung der Gema und ihren Verwaltungsapperat von vielen kritisiert. Man sollte dem Veranstalter noch genug Spielraum lassen um kulturelle Einlagen bezahlen zukönnen. Das Resultat wäre ,viele kleine Tanzveranstaltungen mit Kapelle ,Band, allein Unterhalter oder Discothek. Genau das Richtige um Entspannung und neue Kraft zu tanken , Spass an der Musik und der Geselligkeit?. Der Tanz und die Geselligkeit war schon immer etwas besonderes,ein Ausgleich für viel Stress und Verdrossenheit. Es zählt mit zu den besten Jahren in unserem Leben.
    Abschliessend noch eine ausgesprochene Formulierung der Gema die alles über diese sagt und keinen Kommentar benötigt.
    Zitat:?Der Zweck der GEMA ist es nicht, Kultur in dem Sinne zu fördern, dass sie verpflichtet wäre, andere Kulturschaffende oder Kultureinrichtungen, etwa Veranstalter, zu fördern, sondern sie ist dafür da, so viel Geld wie nur möglich für ihre Mitglieder zu beschaffen!

    Wir sind gegen diese Art Gema die nur die Fähigkeit besitzt anderen viel Geld abzunehmen
    Wo die Kutur und der Spass an der Musik und der Geselligkeit auf der Strecke bleibt.!!


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