EA hat nichts mehr gegen Piraten

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Electronic Arts CEO John Riccitiello forderte in einem Interview zum Schwarzkopieren von Sims 3, FIFA Online, NBA Street Online, Battleforge und Battlefield Heroes auf. Zuviel Koks? Nein, er erklärt den scheinbaren Widerspruch: Was auf der Disc zu finden sei, wäre eher eine Demoversion als das volle Spielerlebnis.

Um wirklich Spass zu haben, braucht man einen Spielaccount für die Zusatzdownloads, und der kostet eben so oder so Geld. Aha. Entsprechend gab es vor dem offiziellen Erscheinen von Sims 3 auch eine “kostenlose” Torrentversion, die sich aber nicht mit einem Account verknüpfen liess und die ausserdem zum Kauf des Games aufforderte.

Ich finde: Da haben ein paar Leute kapiert (oder von Valve abgekupfert), wie digitale Distribution funktioniert. Man verkauft heute nicht mehr physische Datenträger mit kulturellen Inhalten, sondern eine Dienstleistung. Das Industriezeitalter mit seinem One-Trick-Wonder Massenproduktion ist vorbei, und wer das nicht kapiert, geht eben unter.

Da hätte ich übrigens einen Tipp für die Musikindustrie: Stellt endlich auf Informationszeitalter um und nehmt die ca. 1,5 Milliarden Euro, die jährlich in Deutschland mit Tonträgern und bezahlten Downloads verdient werden, in Form einer Pauschalabgabe an. Anderthalb Milliarden Euro, gleichmässig verteilt auf 80 Millionen Einwohner, sind 18 Euro 75 pro Jahr und Bürger. Oder 1 Euro 56 pro Monat. Und dafür ist alle Musik kostenlos. Und legal tauschbar. Na? Wie wärs?

( industrygamers via arstechnica)

5 Kommentare

  1. EA bietet Battleforge und Battlefield Heroes als kostenlose Vollversion im Internet an.
    Der Clou an der ganzen sache ist, will man mit den anderen gamern mithalten, so ist das nur in verbindung mit kostenplichtigen ingame items möglich.
    Fazit: ist man erstmal in den genuss des spieles gekommen, verpulvert man mehr kohle als das spiel eigentlich wert ist.

  2. Bitte vergiss nicht, jedes mal mitzuerwähnen, dass die 1,5 Milliarden Euro auch je nach Downloadmenge und direkt an die Künstler ausgeschüttet werden. Also keine Bürokraten, sondern Software. Und keine Pauschal-Bezahlung der Musiker. Warum sollte man sich sonst extra Mühe machen?

  3. Für eine Kulturflatrate im Bereich Musik würde ich sogar 2 Euro bzw. 24 Euro pro Jahr LOCKER hinlegen. Gerne. Sehr gerne sogar. Meinetwegen auch das Doppelte oder Dreifache! … wenn die Musik besser und vielfältiger wird (Unterstützung unbekannterer Gruppen). Die monatlichen GEZ-Gebühren+Steuergeschenke -wenn man sich den (zum größten Teil) Schwachsinn antun will- liegen ja sogar höher als die genannte Summe. Alleine die anfälligen Radiogebühren für Internetfähige PC’s liegen höher. LOL.

  4. in der Spieleindustrie haben die es IMO schon lange kapiert – s. Steam z.B. & Co – im Gegensatz zu den angestaubten Musik-Rechteverwertungsgesellschaften…

  5. Ich finde: Da haben ein paar Leute kapiert (oder von diversen Drogenhändlern abgekupfert), wie Anfixen im digitale Zeitalter funktioniert. Das System jetzt nicht unbedingt besser. Untern Strich bezahlt man so idR mehr.
    Beispiel Warcraft 3 + AddOn: Einmal gekauft, dank Multiplayer, Leveleditor und ohne Ende Maps lange Spaß dran gehabt.
    Und jetzt soll ich für jede neue, zufällig zugeteilte Einheit Geld zahlen? Oder neue Handtaschen in Sims kaufen? Ich dachte du wärst gegen das bezahlen für “virtuelle” Güter?


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