Geistiges Eigentum an Kochrezepten

090919bak_kut_teh

Die Regierung von Malaysia beansprucht das Copyright an beliebten südost-asiatischen Gerichten wie Chili Krabben, Huhn Hainan, Nasi Lemak ( Reis mit Kokosnussmilch), Laksa (scharfe Nudelsuppe), Bak Kut Teh (Schweinerippchen). Tourismus-Ministerin Ng Yen Yen sagte gegenüber der Tageszeitung The Star: “Wir können nicht länger tolerieren, dass andere Länder unser Essen entführen (“hi-jacking”)”.

Dummerweise sind alle diese Gerichte über ganz Südostasien verbreitet, manche gelten sogar andernorts als Nationalspeise, so wie Bak Kut Teh (siehe Pic) in Singapur. Für Aussenstehende wirkt dieser Versuch, nationales Kulturgut (dazu gehört Essen zweifellos) nach aussen hin abzuschotten, lächerlich und überzogen.

Aber eigentlich hat Frau Ng genauso recht oder nicht recht wie alle anderen Copyright-Somnabulisten. Und davon haben wir im “industrialisierten Westen” mehr als genug.

( via google) ( pic kormmandos)

5 Kommentare

  1. Laksa ist doch auch eine Nationalspeise irgendwo, glaube ich.

    Aben „Frau Ng“ ist lustig, weil ich letztens einen Comic sah, in dem zwei Urmenschen drin vorkamen. Und einer davon hiess „Ng“. ^^
    Also könnte man sagen, sie hat die Rückständigkeit quasi schon im Namen. :P

  2. erst recht mehr als nur lächerlich und überzogen dann, wenn man sich die geografische lage und derzufolge die geschichte (vor allem die portugiesisch/britische kolonialgeschichte) malaysia’s ansieht respektive die bevölkerungszusammensetzung (die ja tatsächlich NUR gerade einmal aus etwas mehr als 50% aus “echten” malaisen besteht). richtig interessant wird es dann noch wenn man bedenkt das der islam die staatsreligion malaysias ist und mehr als 60% der bevölkerung per geburt dieser (staats)-religion angehören.

    es ist fast schon ein witz wenn ein solches land anspruch auf kochrezepte erhebt welche u.a. “schweinefleisch” enthalten, würde dieses doch quasi ein akt der blasphemie sondergleichen darstellen. im besonderen in einem land das den islam so streng auslegt das sogar die heirat zwischen verschieden-gläubigen völlig ausgeschlossen ist da per gesetz verboten.

    berücksichtigt man das alles und vor allem die art und die zusammensetzung der beanspruchten gerichte, so wird einem sehr schnell klar woher und in welchen gebieten asiens die meisten dieser “möchtegern malayischen” kulinarischen leckerbissen ihren wirklichen ursprung hatten/haben.

    bestimmt nicht auf diesem zusammengesetzten halbinsel-teilinsel schwammdrüber verschnitt!

  3. Da in Malaysia ja rigorose Rechts-Ausleger zur Alltagskultur gehören, sollte Frau Ng (die sich vermutlich zu oft Sachen in die Blutbahn drückt, die zum Rauchen gedacht waren) an einer ähnlich gelagerte Antwort ihre Freude haben: Kollektivhaftung plus Hadopi. Dreimal einen Einheimischen mit Fritten erwischt, und wir radieren dieses Land vom Globus. Rechtsmittel kann sie sich natürlich in die Haare schmieren. Gibt’s in Malaysia ja auch nicht.

  4. wow cooles ding..
    und das wird kreise ziehen.
    zensurulla bekommt weitreichende kompetenzen!
    man denke nur an das “wiener schnitzel”, österreich wird eine wirtschaftliche supermacht, tausenden von gastronomischen betrieben werden die lizenzen(gewerbeanmeldung) nach dreimaligem verkauf vom W.S. temporär entzogen, oder dürfen nur noch heisses wasser verkaufen.
    großes zittern in den bäckereien, die auslagen bleiben leer, keine “amerikaner, kammeruner, ect.” sind zu bekommen, oder nur noch als “raubkopien” im hinterhof zu bekommen.
    der hamburger füllt die stadtkasse der nordseemetropole, die hanse wird wieder auferstehen.
    ich wünsche einen guten appetit

  5. [...] beansprucht das Copyright auf Kochrezepte, die in ganz Asien verbreitet sind. Da war doch schon mal sowas ähnliches mit dem [...]


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