Die Zukunft der Musikindustrie, continued: Gristleism

090930gristleismJa. Es gibt Musiker, Tontechniker und Musikvermarkter, die den Arbeitstag nicht mit Jammern verbringen, sondern neue Lösungen finden. Die legendäre britische Industrial-Band Throbbing Gristle hat zusammen mit den Herstellern der Buddha Machine (siehe 11k2) den/das Gristleism gebaut.

Ab Ende November in schwarz, rot silber für 19,99 Grosse Britische Pfund ( 21,93 Euro) zu haben, 67 x 69 x 35 Millimeter, 50mm-Speaker, zwei AA Batterien, 13 Original-TG-Loops:

01 – Persuasion
02 – Hamburger Lady
03 – Twenty Jazz Funk Greats
04 – Thank You Brian
05 – Maggot Death
06 – Rabbit Snare
07 – Lyre Liar
08 – Wimpy bar
09 – Sex String Theory
10 – Heathen Earth
11 – Industrial Intro
12 – R & D
13 – After After Cease To Exist

Und warum ist das jetzt die “Zukunft der Musikindustrie”? Weil es eins von vielen möglichen Produkten darstellt, die direkt Musik vermarkten, ohne sich auf den zügig sterbenden Tonträger zu stützen. Ein Abspielgerät mit typischen Sounds, eine Ambientmaschine mit Fan-Mehrwert. So etwas könnten tatsächlich viele Elektronik- und Noise-Bands machen. Reeller Gegenwert.

090930gristle2

Vom Gristleism zum Vinylotron

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Der/das Gristleism ist der legitime Vorfahre des Post-Tonträgers. Ich nenne ihn mal Vinylotron (Arbeitstitel), und das Konzept ist hiermit urheberrechtlich geschützt. Wenn ihr sowas bauen wollt: “Fuck you, pay me!” (Zitat: Jay-Z) Ein MP3-Player mit abschaltbarem Lautsprecher, Batteriefach, Kopfhörerausgang, beiliegende Ear-Plugs, mehrere Alben im ROM-Speicher. Was, ROM, wie in Read-Only-Memory? Richtig, ein “Einmal-PM3-Player”, ein Gerät, das nur die Musik abspielt, die drin ist. Du kaufst es einmal, und verwendest es, solange du willst. Kannst es auch wieder verkaufen. Aber um die enthaltenen Songs ins Internet hochzuladen, musst du sie erst mühsam über den Kopfhörerausgang rippen. Also ob es eine Vinyl-Schallplatte wäre. So ein Ding für 18 Euro, oder das Gesamtwerkschaffen der Beatles für 100 wären ein Verkaufsrenner. Aber ich mach mir da keine Illusionen: Dafür sind die heute zuständigen Musik-Entscheidungsträger zu engstirnig. Dann geht eben sterben, und überlasst die Branche den kreativen Gristle-Heads.

( gristleism via dangerousminds via boingboing)

12 Kommentare

  1. Naja wie lange dauert es bis die die wirklich wollen den speicher ratzfatz auslesen und man es einfach runterladen kann? denke nicht das da viele die mühe machen das ganze sich so zu rippen. Und wenn die dinger von der qualität mies sind oder man mehr als nur ein album hören will muss man direkt mehrere davon mit schleppen? ausserdem hat jeder nen mp3 spielen udn will wohl kaum sowas mit schleppen. als fan oder sammler einmalig gute idee, aber nichts für den massen markt, dann lieber kreative shirt und so was verkaufen und tour tickets als auf sowas zu bauen!

  2. Naja rippen dauert halt, aber Software, die das automatisiert macht, wird sicher schnell erfunden sein. Muss das Ding halt paar Stunden dranhängen..

  3. Der Artikel dreht sich eher um das Auspacken-und-sofort-anhören-hören-OHNE-CD… Und auch wenn das gerät sicherlich kein musikalischen Leckerbisser hervorzaubert mit Billigmono-boxen, so denke ich dennoch ist das Konzept alle mal wert ausprobiert zu werden. Singles kann man ja auf diese Weise schon seit jahren bei McDonals in der Juniortüte erstehen (was auf Dauer nervt, weil die Kids die Songs in Dauerschleife abspielen XD ).

  4. Toll. Ein Walkman aus dem man die Kassette nicht rausnehmen kann. Willkommen im 20. Jahrhundert.
    Die Musik als legale MP3s würden ca 13€ kosten. Oder Null bis Spende wenn man Jamendo nimmt.

  5. Das Vinylotron hast du ja wohl sarkastisch gemeint. Wer würde so nen Schrott kaufen? Kann man auf keinem gerät abspielen, ausser über den schrottlautsprecher, verbraucht sinnlos platz, u.s.w.
    Gib mir ’ne Datei. Ende

  6. Ja mehr Verpackung braucht das Land! Am Besten mit viel giftigem Zeug in dem Ding das man getrost in die Gegend werfen kann und weiss, das es in tausend Jahren immer noch da liegt. Super Idee. Bitte mehr davon!

  7. Kann mich auch nicht wirklich damit anfreuden. Im Moment werden alle Datenträger kleiner, bei größerer Kapazität, dieses Ding wird größer mit weniger Platz, nur das schon Musik drauf ist. Wieso nicht USB-Sticks und mp3-Player mit Musik verkaufen? Die kann man auch schön gestalten, hat nen Gegenwert, nur kann man den mp3-Player noch mal benutzen, das Ding steht nur in der Gegend rum und verbraucht Platz, ähnlicher Ansatz ist zum Beispiel das Bücherregal und der eBook-Reader.

  8. Bei der Band wird Umweltschutz besonders GROß geschrieben. Die Konsumenten schmeißen das Ding -wenn’s dann früher oder später Schrott ist- auf den Hausmüll und alles ist super, denn: Sozial ist, was Ge… äh… Arbeit schafft.

  9. ich hab noch nicht verstanden warum ich für das ding geld ausgeben söllte
    welchen mehrwert hat das?

    erkenne da keinen sinn drin son riesen plaste kasten mit mir rumzuschleppen auf dem nur 10 lieder sind wenn auf mein kleinen mp3 player parr tausend passen

  10. Nein, das ist keine Geschäftsidee für viele. Aber es passt hervorragend zu TG als Collectable. Hier geht es ja nicht um “Tracks”, sondern um kurze Loops und eine Pitch-Funktion. Rudimentärer Industrial zum Leutequälen im ÖPNV oder der Sonntagsmesse. Very TG :)

  11. Es ist ja nur ein kleiner Kasten Plaste, aber danke für den Link, wo dann auch endlich steht, wie man das Ding ein und ausschaltet. Die Idee und die Fotos sind in der Tat cooler als das tatsächliche Produkt, von seinem Schutz befreit, ist es eher hässlich und der Sound ist Mittelwelle und die Pitch-Funktion, nun ja. Aber letzten Ende ist es wie schon bemerkt wurde, ein Ding für TG-Fans, und da ich jetzt weiß, wie man es ein-und ausschaltet, bin ich auch ganz glücklich damit. breaks the ice at parties.
    tom

  12. Argh,…

    Leute das Ding ist eine “Industrial” Sound Machine. Von den Liedern die da drauf sind sind pro lied nur ein paar Sekunden drauf die in eine Endlosschleife gelegt sind und mit einem Geschwindigkeisregler variiert werden kann.

    Dieses Prinzip kennt man nur von einigen Tonträgern wie z.B. von NON (Ragnarok Rune, Pagan Muzak) in denen sich die Endlosschleifen auf Vinyl befanden und und nur auf 33 oder 45 RPm oder aber über ein zusätzkich gebohrtes Axial Loch leierig abgespielt werden konnte. Für die Plattenspielernadel war das ganze eine Qual.
    Schon deswegen ist es genial das TG anstatt einer Vinyl Single mit 13 Klangschleifen eine Soundmachine mit stufenloser Geschwindigkeitsregelung heraus gibt.

    Wer sich nun fragt wozu das alles Gut sein soll. Der hat nicht verstanden was richtiger Industrial ist.
    Erst Box testen dann meckern.

    Und zu meckern gibt es auch ich habe alle 3 Farben mir gekauft und die Chrome-Ausführung habe ich defekt bekommen. Getauscht und wieder eine defekte bekommen. Ich habe das Gefühl mit der Edition stimmt was nicht.
    Kauft euch lieber die Schwarze oder Rote Ausgabe.


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