Neue Studie: Filesharing hat nichts mit Verkaufszahlen zu tun

Eine aktuelle Studie der Universität von Amsterdam kommt zum Ergebnis: Filesharing hat keinen negativen Einfluss auf die Umsätze von Unterhaltungsindustrien. Tatsächlich hat von den drei Branchen Musik, Film, und Spiele nur erstere Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Wenn es um Musik geht, muss man allerdings mit einberechnen, dass der Verkauf von physischen Tonträgern zwar zurückgeht, alle anderen Vermarktungswege (bis hin zum Konzert) aber an Bedeutung und Umsatz zunehmen.

Messbar kaufen Filesharer mehr Filme und Spiele und gehen öfter auf Konzerte als Durchschnittskonsumenten, sie zählen also zu den treuesten Kunden der Firmen, von welchen sie so unerbittlich juristisch verfolgt werden.

Eine weitere Schlussfolgerung ziehen Professor Nico van Eijk, Joost Poort und Paul Rutten aus der Befragung von knapp 1500 Umfrageteilnehmern: Digitale Unterhaltungsprodukte sind zu teuer. So halten 75 % der Befragten 8 Euro für einen angemessenen Preis für ein Musikalbum, gegenüber 5 Euro für eine Film-DVD und 7 für ein Spiel.

Das deckt sich übrigens mit den Verkaufsexperimenten von Valve Software, die mit teilweise drastischen Preissenkungen massive Gesamtumsatzzuwächse erzielten. Das PDF der Studie “Legal, Economic and Cultural Aspects of File Sharing” ist hier.

Ich bezweifle allerdings, ob sich die bekannten Lobbystrukturen von ihrem Ziel einer Kartellökonomie durch pure Fakten abbringen lassen. In einigen Jahren, stetes Bemühen der fortschrittlichen Medien und der Blogosphäre vorausgesetzt, könnten allerdings die Mainstreampresse, und hier vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk, zu einem Umdenken gelangen und den öffentlichen Druck für einen entspannteren Umgang mit der nicht-kommerziellen Kopie erhöhen. (via ars technica)

4 Kommentare

  1. 7 Euro für ein Siel? Ich meine ich bin auch geizig, finde aber 20-20 Euro kann man für ein teils aktuelles Game schon noch bezahlen. Auch früher konnte man nicht wirklich jedes Spiel kaufen, hat viel auf Disketten rumkopiert, aber niemand wäre auf die Idee gekommen Spiele nur für 14 Mark kaufen zu wollen. Irgendwo fehlt da der Sinn für die Realität.

    Was allerdings nicht geht sind Spiele für 50-75 Euro bei denen der PC mit Malware, Rootkits und DRM verseucht wird oder die zahlende Kundschaft mit Onlinezwang oder lächerlichen Downloadcontents bestraft wird (was früher zu den eigentlichen Spielen inbegriffen war). Auch die fehlenden Anleitungen/Handbücher (Bücher, nicht 8 Blätter aneinander getackert), T-Shirts, Sticker, Goodies und Figuren gibt es teilweise nur noch in miserabler Qualität in sogenannten Special Editions die etliche Euronen teurer sind.

    8 Euro für ein Album wären jedoch gerechtfertigt, schaut man insbesondere auf die Herstellungspreise der Medien. Jedoch sollten auch Künstler mehr als nur eine kleine Scheibe davon abbekommen.

    Bei den Filmen sind 5 Euro auch durchaus ok. Habe gerade heute wieder 2 Filme je 5€ gekauft. Ananas Express und Superbad.

  2. Sehr interessant. Der Trend geht hin zur Nutzungskontrolle. Ubisoft beispielsweise lassen Spiele nur noch starten, wenn man mit dem Internet verbunden ist. Es werden dann Spielwichtige Daten heruntergeladen, um das Spielen erst zu ermöglichen.

    Schön, also können nur Menschen mit Internetanschluss dieses Spiel spielen. Sehr schlecht für die Leute die in Hinter-Unter-Allamgau wohnen, wo man höchstens mit Modem ins Internet kann, weil die Bandbreite zu gering ist. Dann werden Zig Megabytedownloads zum zocken eines Spiels zur Wochenaufagebe und Kostenfaktor.

    Das Spiel wird aber auch nicht billiger. Nein sie bleiben gleich oder werden gar teurer. Nicht mehr 45 Euro sondern fast 60 Euro werden Ubisoftspiele in näherer Zukunft kosten.

    Was diese permanente Connectivity für Daten ausspionieren kann, lässt sich nur vermuten. Allerdings kann der Betreiber der Plattform Statistiken anlegen, wie, wo und wann die betreffende Zielgruppe gerade welches Ubisoft-Produkt spielt. Daraus schließt, dass man auch einzelne User betrachten kann (nur eine Filterfunktion)

    Es gibt keine Demo-Versionen der Spiele mehr und jeder muss sich auf die Zeitungswertung verlassen oder die Katze im Sack kaufen. Toll oder?

    Erreicht wird aber durch all das nur folgendes:
    Das Spiel wird wegen des hohen Preises, aber vor allem durch die dazukommende Restriktion nicht gekauft. Ubisoft verdient nicht mehr an dem Produkt als vorher und pfiffige Cracker sind bereits drauf und dran, auch diesen Kopieschutz nichtig zu machen.

    Lösung: Um mehr Spieler zu erreichen, müssen innovative Spielinhalte geschaffen werden, die so erschwinglich sind, dass man sich nicht in den Ruin treibt. Durch geringere Preise, wird der erwartete Gewinn zwar nicht erreicht, aber es ist deutlich mehr drin, als zur Zeit :)

    Verbessert mich, wenn nötig

  3. Für demos soll man ja am besten auch noch bezahlen. Denke mal die 7 euro für ein spiel sind halt schon der durchschnitt, den anders als alben udn filme die ja doch halbwegs in einem rahmen liegen geht die spannte bei spielen extrem auseinander.

    Aber das alles will ja keiner hören die da was zu entscheiden haben, die rechnen lieber weiter ein downlad ist ein nicht verkauf.


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