Wettbewerb fördert Betrug

Christiane Schwieren und Doris Weichselbaumer (Dr. bzw Prof., beide Wirtschafts-Wissenschaften) fanden in einem Experiment an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona heraus, dass eine Wettbewerbssituation vor allem eines fördert: Die Bereitschaft zum Schummeln.

33 männliche und 32 weibliche Versuchsteilnehmer lösten auf dem Bildschirm Labyrinthe und wurden dafür bezahlt. Die aus der einen Hälfte bekamen ihre Belohnung nach erfolgreich abgeleisteten Irrgärten, die anderen nur, wenn sie der/die Beste unter jeweils sechs Mitstudenten waren. Ergebnis: Die unter hohem Konkurrenzdruck stehenden Teilnehmer der zweiten Gruppe lösten auch nicht mehr Aufgaben als die der ersten, schummelten aber dabei mehr.

Was mag das nur für die Weiterentwicklung der Wirtschaftstheologie (a.k.a. BWL) bedeuten? Ist Wettbewerb dann etwa nicht mehr Allheilmittel für verzwickte gesellschaftliche Probleme?

(via good) (pic Paolo Camera cc)

5 Kommentare

  1. Wettbewerb ist notwendig, sonst säßen wir immer noch auf unseren Stammbäumen. Aber der beste Wettbewerb bringt nichts ohne Kooperation. Do ut des, oder moderner: tit for tat.

    • Du bist ja groß dahin, hohle Phrasen zu dreschen. (Arbeitest du in der Politik?)
      Die Untersuchung sagt doch genau das: Dass Wettbewerb die Entwicklung auch nicht beschleunigt!

      Und obendrauf: Wer sagt denn dass Entwicklung ein Vorteil ist? Entwicklung bringt nur was im Wettbewerb um Ressourcen. Ansonsten ist sie wert- und zwecklos.
      Zudem ist es doch sehr fragwürdig warum gerade unsere Entwicklungsrichtung ein Ideal sein soll.

      Der einzige Triebmotor hinter allen Entwicklungen, Wettbewerben und dem ganzen Mist, ist ausschließlich das Wachsen, Reproduzieren und Erhalten von Biomasse. Und seit uns Menschen auch von Ideen/Einstellungen/Haltungen.
      (Als zweite Prozessebene, über der ersten der Materie- bzw. Energietransformation)
      Oder allgemein: Von Existenz.

      Die Frage ist zwar interessant, wird aber für uns Menschen nicht groß relevant sein. Denn so lange nicht plötzlich der Großteil der Menschheit ausstirbt, wird es immer Konkurrenzdruck geben. Da unsere Ressourcen immer umkämpft sein werden.

      • Neulich mit’ner Wettbewerberin in eine TequillaBar gegsngen. So nach ca,23 Tequilja hatte die mich bzw.ich die quasi schöngesoffen.Anschließende Fusion war danach unter Dach und Bettdecke. Die Megafusion unserer beiden Großkonzerne war nächsttäglich dann auch geregelt.So läuft Pissiness, Baby.
        Obwohl ich ja auf diverse Urinalpraktiken nicht unbedingt stehe.Aber naja,es ist halt alles ein Acker,Mann.
        Ich tat es für die Arbeitsplätze ey.d
        Dieses Wort “wegrationalisieren bzw.Freistellen” ist ja absolut überbewertet finde ich.
        Ich meine da rackertman sich ab, – und der Effekt?
        1000 Leute laufen danach in Müllsäcken miit Trillerpfeifen durch die Straßen.

  2. Ich glaube bee verwechselt wettbewerb mit ehrgeiz, den in der entwicklung ist der ehrgeiz wichtiger jeder will sowieso selber was erschaffen rausfinden, ist ist normal, wenn man nun aber den ersten belohnt oder so werden die schlechten mit ihrem ehrgeiz schaffen diesen zu bremsen. Also muss man den ehrgeiz lenken. Wettbewerb ist aber dann wichtig wenn es um preise und monopole geht. Den ohne diesen wettbewerb wären wohl viele preise noch viel höher den leider liegt doch bei wenigen der ehrgeiz drain möglichst billig zu sein, sondern eher möglichst gut.

    • Ich bin der Meinung dass weniger der fehlende Konkurrenzdruck Preise in die Höhe treibt als viel mehr die Entfremdung des Erfinders von seinem Produkt.

      Es sieht ja derzeit eigentlich immer so aus:

      Der Erfinder (das Development-Team) erfindet einen Artikel. Anspruch und Motivation ist die Fähigkeit dieses Artikels.
      Das Produkt geht an einen Verkäufer (Manager, Betriebswirt etc.) Dessen Motivation ist aus gegebenen Ressourcen möglichst viel Profit zu generieren.
      Dieser gibt das Produkt an einen Werber (Agentur) Die Motivation des Werbers ist die Einschränkungen des Produktes zu verschweigen die Stärken zu fokussieren (durch Übertreibung) und eine emotionale Bindung zum Produkt herzustellen (ein Hype)

      Am Ende bekommt der Kunde dann das (maximal teure) Produkt und ist mehr oder weniger enttäuscht..

      Durch die hohe Rendite die das Produkt durch den Werber und den Verkäufer erzielt hat kommen sofort Nachahmer auf den Plan.
      Diese gilt es jetzt entweder mittels Aushebelung des Wettbewerbes (Patente oder Aufkauf), oder mittels eines besseren Produktes zu schlagen. Das Produkt muss daher immer zeitnaher aktualisiert werden. Da der Entwickler in diesen kurzen Zyklen wenig erreichen kann ist die Aufgabe des Werbers und Verkäufers im Verhältnis zum Entwickler immer wichtiger. Sie bekommen also Weisungsbefugnis über den Entwickler und stoßen ihn in Richtungen die deren Indikatoren (Marktforschung, Trendforschung ) vorgeben. Der Entwickler wird von seiner eigentlichen Aufgabe abgehalten und der Konsument mit billigen pseudo neuen Produkten zugemüllt.

      Das System funktioniert augenscheinlich. Es wäre aber spannend zu wissen wie weit wir schon wären wäre unser Konsumverhalten auf die Startups und innovativen mittelständigen Betriebe ausgerichtet die maßgeblich innovativ wirken und bei Erfolg einfach schnell geschluckt werden…


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