BookBaby: Jeder ist eBook-Verleger

Papierbücher sind zwar ein schrumpfender Medienzweig, dürften aber noch lange eine Rolle spielen. Eigenverleger stehen dabei vor der Hürde der beachtlichen Erstkosten: Mit einigen Tausend Euro Einsatz muss der ambitionierte Selbstverleger immer noch rechnen.

Inzwischen drängen eBook-Distributoren nach vorne, die mit zum Teil ganz vernünftigen Preisen den Dienstleistungscharakter der Contentvermittlung betonen: Wenn ein eBuch-Download nur noch wenige Euro kostet und der Autor davon den grösseren Teil erhält, nähern wir uns einer ausgewogenen Preis- und Vertriebsstruktur.

Der Indie-Musik-Vertrieb CD Baby formuliert hier ein ausgewogenes Angebot: Für 99 US-Dollar (später dann 149) bringt der BookBaby Service das Werk in alle wichtigen eVertriebskanäle wie Amazon, Apple, Barnes & Noble, Sony, Google. Das Konvertieren ins Epub-Format ist gratis, die Einnahmen gehen vollständig an den Autor. Klar, Digitalvertrieb verursacht keine nennenswerten Kosten. Abgerechnet wird wöchentlich.

Jetzt brauchen wir noch Zusatzservices wie Lektorat und Übersetzer zu festen Seitenpreisen, und Marketingpakete, die eigene Blog & Social-Networks-Aktivitäten verstärken, und dann wars das mit dem Verlagswesen. Irgendwer traurig darüber?

(via hypebot)

4 Kommentare

  1. Meintest du das mit den einigen Tausend Eure Einsatz für Papierbücher? Denn für elektronische Bücher… was müsste denn da noch berechnet werden?

    Das mit den 99 Dollar klingt ganz gut. Nur: Heisst das nicht nur, die Seiten abzusurfen, Konten anzulegen, und Link, Beschreibung u.s.w. zum Buch da reinzupacken? Ich glaube das würde ich lieber selber machen. Keine Lust dass die nachher irgendwelche komischen Daten da reinpacken. Und wenn die Daten von mir kommen… dann kann ich sie ja auch gleich in deren Formulare eintragen statt in das von CD-Baby.
    Anders gesagt: Bald wird der erste auf der Markt kommen, der die ganze Sache vollautomatisiert und nur ’nen Fünfer verlangt. :)

    Jap, die Zusatzdienste sind/wären eine großartige Sache. Wir brauchen nur eine Art Makler-/Verzeichnisdienst dafür. Sowas wie eBay/PreisTrend, wo man alle die Dienste findet und sich die richtigen raussuchen kann. :)

    • Du übersiehst das
      A: sich nicht jeder mit den ganzen technischen drumherum auskennen könnte
      B: sich nicht jeder mit den ganzen drumherum beschäftigen MÖCHTE

  2. Einige Tausend Euro Einsatz müssen bei gedruckten Büchern nicht (mehr) anfallen. Moderner Digitaldruck ermöglicht kostengünstiges Print-on-Demand und auch Datenbankgebühren etc. sind heutzutage nicht mehr zu rechtfertigen. Bei epubli könnt Ihr bspw. kostenlos Euere Publikation als eBook oder gedrucktes Buch veröffentlichen (19,95 € / Jahr mit ISBN).

    Die angesprochenen Zusatzservices sind in der Tat ein kniffliger Punkt. Gerade Kreativarbeiten kann man nur schwer in starren Dienstleistungspaketen anbieten, da der Bedarf (und das Vorwissen) jedes einzelnen Autors sehr individuell sind. Der Kommentar von BAReFOOT bringt im Prinzip unsere neueste Initiative auf den Punkt: Vor kurzem haben wir unter http://www.epubli.de/buchprofis einen Marktplatz für Dienstleistungen rund ums geschaffen um die angesprochene Transparenz (bezüglich Preis des Anbieters, Zufriedenheit der Nutzer) zu gewährleisten.

  3. Ja, Barefoot, für Papierbücher. Und den Comment von ePubli lass ich drin, obwohl das Werbung für ein kommerzielles Produkt darstellt und somit eigentlich bei mir unter Spam fällt. Hat aber was mit dem Thema zu tun und gibt nützliche Information. Ansonsten kipp ich jeden Tag einige solcher Spamcomments in den Abfall.


Kommentarfeed TrackBack-Indentifikations-URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 525 other followers