Eigentlich ist es sowohl 2011 als auch Februar, und mildes, sonniges Wetter dazu, also gibts eigentlich keine Ausreden mehr. Die Welt wartet darauf, von mir erklärt zu werden, und wenn ich diese Erklärungen an die entsprechenden Verlage mailen würde, gäbe es sogar Geld dafür. Ach nee.
Statt dessen feiere ich den Genuss des Morgenkaffees mit ein paar Kilometern Radfahrt durchs alte Textilviertel und nehme auf dem Rückweg noch etwas Textilfarbe mit. Letztere allerdings im Fachgeschäft für Heimkunstbedarf, nicht in der verlassenen Industriezone. Kaum am Personalcomputer angelangt, ist es mir wichtiger, die Abschlussarbeit (Kunsttherapie) meiner persönlichen Hexe fertig zu korrigieren (Textdienstleistung im Austausch für homöopathische Beratung) und parallel dazu einen übergrossen Topf Wasser auf dem Herd zu platzieren, erwähnte Textilfarbe ins bald kochende Nass zu geben und die von langer Hand geplante Färbeaktion zu starten. Ich mag meine Bettwäsche nämlich wolkig-anthrazit-blaugrau (siehe pic oben), und das gibts nicht im Laden. Der Nachmittag dehnt sich am Wendekreis des Multitasking, und wird durch besonders netten Besuch und gelegentliche Telefonsignale aus der Aussenwelt aufgelockert, bis der erwartete Anruf aus der Projektgruppe “Cymatics für Anfänger” eintrifft.
Also schnell die Mindestmenge von drei täglichen Techfieberbeiträgen abgeliefert und den kürzlich erstandenen Eminence-12-Zöller in den Rucksack verschoben, so dass der Basstreiber sich auch per Rad (siehe oben) transportieren lässt. Und tatsächlich: Nach einigen Versuchen stellt sich der gewünschte Resonanzwelleneffekt ein. Allerdings nicht in einem Umfang, der sich problemlos in die nächste Sixt-Sense-Performance integrieren liesse. Da wartet noch weitere wissenschaftliche Arbeit, dazu sicher weitere spätwinterliche Radausflüge, Farbexperimente und virtuelle Tauschgeschäfte. Ich gebs zu: Ein erfülltes Leben. Nur über das bundesstatistisch mittlere Einkommensniveau werde ich auf diesem Weg nie wieder kommen. Mach ich also was falsch, oder bin ich in Wirklichkeit bereits da, wo wir alle eigentlich hinwollen? Ich denke aber, mit klassischer binärer Logik kommen wir da nicht weiter. Also beides, oder keines von beiden. Ich berichte natürlich weiter, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben.
7 Kommentare
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..hat dir das mit dem “wolkig-anthrazit-blaugrau” deine Hexe empfohlen?
Nee, die findet meine geheimen Neigungen, Space-Opera-Military-SF im häuslichen Umfeld umzusetzen, eher doof.
Einfach..
Frage: “[...]oder bin ich in Wirklichkeit bereits da, wo wir alle eigentlich hinwollen?”
Antwort: “Ich gebs zu: Ein erfülltes Leben.”
Wenn man es schafft sich ab und zu beswusst zu machen, dass man nach eigener Definition zufrieden ist und es vollkommen wurst is ob das die Vorabendmagazin-/ Hochglanzzeitschift-/ Whatever-Meinungsmache auch so sieht hat man’s geschafft.
Ich gehe noch tiefer in den Bau und sage:
Wenn mann sich bewusst wird, dass uns (bei guter Führung) vllt 60 -80 Jahre auf diesem Planeten gegönnt sind (Ich war mal Anhänger der Live fast die young- Maxime) macht es mich ungeheuer Wütend, dass ich jetzt hier vor dem schreiss (Arbeits)Rechner sitze statt Dostojewski auf der Fensterbank zu lesen. Ich bin kein religiöser fanatiker, aber eigentlich ist jeder Tag an dem wir gesund wach werden ein Verfluchtes Geschenk. Von daher ist es schon absurd seine Lebenszeit & Energie dem erwirtschaften bedruckter Papierfetzen zu widmen, während man sinnlosen schieß macht.
Hab wohl den Philosophen modus heute – aber der Post trifft auf meine heutige Stimmungslage
I WANT TO BREAK FREE !!!!
Wunderbar! Getrieben von inneren wie auch äußeren Zwängen widme ich mich nun wieder meinem monotonen Alltag.
Postmaterialismus rocks! Die Einstellung habe ich schon. An den äußeren Umständen arbeite ich noch.
es lebe der postmaterialismus und es wäre schon wenn mich der rest der noch nicht im 21.jahundert angekommenen humanoiden auf diesem scheiß planeten mal könnten
aber ich denke das wird schon noch