Was passiert eigentlich mit den hochradioaktiven Giftstoffen, die derzeit von der Fukushima Daiichi Kernkraftanlage ins Meer fliessen?
Wie ist das eigentlich mit den Meeresströmungen dort? Komplizierter, als ich zunächst angenommen hatte. Wie es aussieht, bewegt sich die radioaktive Brühe zunächst mit einem kalten Strom nach Süden und damit weg von der wichtigen Industrieregion Sendai/Myagi, erreicht aber Tokyo nicht, weil vorher der warme Philippinenstrom von Süden ankommt und den strahlenden Dreck in den Pazifik strudelt. pic wikipedia, click/grösser
9 Kommentare
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Ach das Meereswasser..
Ich bin davon überzeugt, dass Fukushima nur ein kleines Furunkel ist im Vgl. zu dem, was so alles im Meer lagert.
Leider hast Du da vollkommen Recht !!!!!
natürlich hast du recht. schon vor 30 – 25 – 20 – 15 – 10 und 5 jahren wurde oft genug darüber geschrieben und filmisch berichtet was geschehen würde sobald mal die XX-hunderttausenden (wenn nicht gar XX-millionen) fässer mit hoch-radioaktiven und extremst giftigen substanzen zum inhalt (die vor allem in den 50-60ziger, aber auch noch in den 70-80ziger jahren einfach im meer verklappt wurden) anfangen durch-zu-rosten.
beileibe ist fukushima tatsächlich nur ein furunkel am arsch der welt.
die frage die sich stellt ist wie viele furunkel wir uns den drecks-nimmersatt-kapitalisten ihrer profitgier wegen – die sich einen feuchten SCHEIßDRECK um diese welt und ihre zukunft (unser aller und zukünftiger generationen lebensgrundlage) scheren – noch leisten können.
besonders weil es mittlerweile ausreichend technische möglichkeiten gibt energie in ausreichendem maß weitgehend umweltfreundlich zu produzieren.
denn alles was gemacht werden müsste ist die gelder welche in die atomenergie fließen in die regenerativen energien umzuleiten.
zB. gerade in den atomgeilsten ländern wie nord- und süd-amerika, china und russland gibt es ausgedehnte und sehr heiße wüsten die nur darauf warten würden mit zB. thermischen sonnenkollektoren (mit wirkungsgraden bis zu 60 und 75 %) und photovoltaikanlagen bestückt zu werden. diese ewige ausrede mit den instabilen regierungen in sonnenreichen ländern usw. trifft doch auf diese länder gar nicht zu. gleiches gilt übrigens auch für den größten teil von afrika und den mittleren osten sowie asien und den arabischen raum zu. kriseln tut es ja hauptsächlich nur deswegen weil es – wiederum dank der gierhals-kapitalisten – so unfair zugeht.
es ist der versachlichte blödsinn immer wieder die instabilität von ländern anzuführen warum man keine kollektor-farmen installieren kann weil “etwas passieren” könnte und abnehmerländer deswegen keine energie mehr bekommen würden.
denn was ist mit dem jetzt-zustand??? der großteil aller energie wird von ein paar wenigen ländern geliefert. UND? bis auf ein paar mehr oder minder mitteltragischen einbrüchen ist es trotz zwischenzeitlicher zT. massivster kriege und politischer verwerfungen in hundert jahren noch zu keinen wirklich dramatischen lieferengpässen gekommen.
ja, ja – ich weiß! anfang der 70ziger gab es mal eine energiekrise. und auch in den 80zigern und 90zigern gabs mal hier und dort eine delle. und trotzdem wars nie wirklich DRAMATISCH. es ging immer weiter.
UND genauso wie bisher würde es immer weitergehen würden wir hier (im mix mit biomasse und ähnlichem) und in den heißen und sonnenreichen ländern kollektor-farmen installieren und leitungen verlegen.
aber nicht das ich hier nur etwa fabuliere. lassen wir mal anerkannte “experten” und institute zu worte kommen (und man merke sich: folgende aussagen betreffen nur die heimischen produktionsmöglichkeiten):
[ Das Feuer bannen statt bändigen
Der komplette Atomausstieg bis 2020 ist möglich. Aber auch Erdöl und Kohle können wir bis 2050 ersetzen, sagt Energieforscher Jürgen Schmid
23.03.11 – Politiker sind frei, radikale Entscheidungen zu treffen. Auch wenn sie gerne auf die scheinbaren Grenzen verweisen, die ihr Handeln vermeintlich einengen. Ein gutes Beispiel für die Macht, die Volksvertreter in dieser komplizierten Welt trotz allem ausüben können, ist die Entscheidung der Bundesregierung für die Abschaltung der alten Atomkraftwerke. Vor ein paar Wochen noch hat die Regierung diese Variante nicht einmal in Erwägung gezogen. Nun, da die Debatte durch die Atomkatastrophe von Fukushima eine neue Dynamik erhalten hat, zeigt sich: Es ist noch viel mehr möglich – der komplette Ausstieg aus der Atomkraft.
Was aber hat sich durch Fukushima geändert? Die Aufmerksamkeit hat sich verschoben. Die Antennen der öffentlichen Meinung nehmen jetzt andere Signale wahr. Botschaften, die vor Monaten noch ungehört verhallten, sind nun Top-Meldungen. Wissenschaftler wie Jürgen Schmid vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesysteme in Kassel (Iwes) geben augenblicklich den Takt der Diskussion vor. „Wir können bis 2020 ohne Probleme vollständig aus der Atomenergie aussteigen“, sagt Schmid. „Das atomare Risiko brauchen wir nicht einzugehen“, fügt er hinzu, „wenn wir es richtig machen, haben wir tragfähige Alternativen.“
Für den relativ kurzfristigen Zeitraum bis 2020 sehen diese nach Schmids Angaben so aus: Vordringlich sei es, die erneuerbaren Energien beschleunigt auszubauen, vor allem die Windenergie auf der Nord- und Ostsee. Außerdem müsse man die alten Windparks an Land mit leistungsstärkeren Anlagen aufrüsten und zusätzliche Standorte für Windmühlen ausweisen. Dies betrifft vor allem die südlichen Bundesländer Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. „Dort gab es bislang ein Kartell zur Verhinderung von Windkraftanlagen“, sagt Schmid.
Hinzu kommt, dass die Leistung der Atomkraftwerke schon heute rechnerisch überflüssig ist. Der Strombedarf Deutschlands kann auch ohne sie gedeckt werden. Während die Deutschen gleichzeitig maximal 80 Gigawatt (80 Billionen Watt) Strom abrufen, beträgt die Kapazität aller Elektrizitätskraftwerke gut 96 Gigawatt. Würden die sieben alten AKW abgeschaltet, die die Bundesregierung vorübergehend stillgelegt hat, bliebe noch eine Kraftwerksleistung von 88 Gigawatt. Ganz ohne Atomkraftwerke sänke das mögliche Angebot auf rund 80 Gigawatt – etwa die Menge des aktuellen Strombedarfs. Die nötige Reserve, die dann nicht mehr vorhanden wäre, könnten zusätzliche Wind- oder Gaskraftwerke bereitstellen.
Mit diesen Schritten allerdings wäre nur eine der beiden großen energetischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte bewältigt. Bleiben der Klimawandel und die Notwendigkeit, aus dem fossilen Energiesystem auszusteigen, das auf der Verbrennung von Kohle und Erdöl beruht. Doch auch hier senden das Umweltbundesamt, der Sachverständigenrat für Umwelt, der die Regierung berät, und viele Forschungseinrichtungen optimistische Nachrichten. Stellvertretend für sie sagt Jochen Flasbarth, der Präsident des Umweltbundesamtes in Dessau: „Bis 2050 können wir den Strom vollständig aus erneuerbaren Energien beziehen.“
Damit das gelingt, müssen wir allerdings viel sparsamer mit Energie umgehen, als heute. In Privathaushalten lassen sich beispielsweise bis zu 50 Prozent des Strombedarfs verringern, sagt Energieberater Dieter Seifried. Leuchtdioden und sparsame Waschmaschinen müssten dann zur Grundausstattung in jedem Haushalt gehören. Die Industrie würde auf effiziente Elektromotoren umsteigen.
Insgesamt bringt Iwes-Forscher Schmid den anstehenden Strukturwandel auf diesen Punkt: „Am Anfang der Zivilisation haben die Menschen das Feuer gebändigt. Nun müssen wir das Feuer bannen.“
Das wird natürlich nicht grundsätzlich und überall funktionieren. Aber die Richtung ist beschrieben. Die einfache Idee dahinter: In vielen Verbrennungsprozessen lässt sich am Ende nur ein Teil der Energie nutzen, die in den verfeuerten Ressourcen gespeichert war. Atomkraftwerke weisen beispielsweise nur einen Wirkungsgrad von 34 Prozent auf – zwei Drittel der vorhandenen Energie werden an die Umwelt abgegeben. Große Kohle-, Gas- und Öl-Kraftwerke nutzen ihren Brennstoff zu 30 bis 50 Prozent. Statt dieser Verschwendung ist es besser, sie durch Wind- und Solar-Kraftwerke zu ersetzen.
Und auch die Biomasse wird eine Rolle spielen. Allerdings sollte man Energiepflanzen nicht als Treibstoff in ineffektiven Verbrennungsmotoren verfeuern, sondern zu Biogas vergären. Dies lässt sich dem Erdgas im öffentlichen Netz beimischen, um Blockheizkraftwerke zu speisen, die in Gebäuden gleichzeitig Strom und Wärme produzieren.
Laut Iwes-Forscher Schmid muss man sich keine großen Sorgen wegen vermeintlich exorbitanter Kosten machen, die der Umstieg auf das neue Energiesystem verursachen könnte. Wenn man es klug anstelle, werde die Ökostromumlage, die alle Privatverbraucher für die erneuerbaren Energien zahlen, „weit unter fünf Cent pro Kilowattstunde Strom bleiben“. Heute beträgt die Umlage 3,5 Cent. Wichtige Gründe für die moderate Entwicklung: Die Öko-Kraftwerke werden effektiver, gleichzeitig steigen die Preise für konventionelle Energieträger und Verschmutzungszertifikate. Die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien nimmt also zu. Zwischen 2020 und 2030 dürfte ein entscheidender Punkt erreicht sein: Dann wird das neue Energiesystem billiger als das konventionelle.
Hannes Koch
http://www.die-korrespondenten.de/beitrag/das-feuer-bannen-statt-baendigen/ ]
gut.
Es gibt sehr viel Meerwasser. Abhängig von der Menge der eingespülten Radioisotope kann es aber etwas dauern, bis die Brühe weit genug herunterverdünnt ist. btw… hat schon mal jemand die Informationen aufgesammelt, wieviel radioaktives Inventar (Brennstoff und vor allem Spaltprodukte) insgesamt in den vier Reaktoren (Block 1-4) zum Unfallzeitpunkt vorhanden war?
Zunächst einmal werden ein paar Angaben gestreut: 1.000 Kg, 100.000.000 Kg und 1 Kg damit man anschließend die Aussage revidieren kann.
Wahrscheinlich wird Tepko dann auch keine Aufzeichnungen mehr haben, da diese ordnungsgemäß nach 100 Tagen Lagerung geschreddert wurden ^^
Achso ja, man spricht von ungef. 8310 Brennelementen – das Gewicht variiert – aber es dürften schon ~ 700 Kg jeweils sein. Wobei ich nicht sicher bin, ob das inkl. der Hülle ist…
Laut “New Scientist” lagerten in Fukushima 1760 Tonnen Brennmateria
Aber hallo that, hier sind viele Fachleute unterwegs ey.
Respekt !
Persönlich habsch diese Grafik erstmal nicht verstanden, zugegeben.
Verwechselte Grau mit Weiß, ergo verwechselte ich Land mit Wasser(“was ist’n das für ein See? Und diese Strömungen gehen quasi über Land?”)
Habe es aber dann so kapiert,- so nach ca.2hrs Heftignachdenken, ich schwöre !.
Finde es gut das hier auch minderbemittelten egomanischen Vollidioten(ichichich) eine Chance gegeben wird !
Dankee ;-)
Yours, GrauWeiß-Blindheit.
Morgen zum Augen/Hirnarzt.