Die postapokalyptische Jugendbewegung

Der russische Bürgerreporter Zyalt berichtet von der Begeisterung seiner Altersgenossen für das Game Stalker des ukrainischen Entwicklers GSC Game World, einschliesslich der Verkleidung und der Kulissen, aber ohne Monster und Schusswaffen.

Ob es in post-sowjetischen Staaten noch mehr als anderswo (z.B. hier) als schick gilt, in verlassene Gebäude einzusteigen und dort alles Vorgefundene entweder kaputtzumachen oder mitzunehmen, können wir als Aussenstehende nicht beurteilen.

Der Stalker, also Fährtensucher in postapokalyptischen, durchwegs unverständlichen Landschaften ist dagegen schon länger eine romantische Figur, und geht, zumindest in unserer aktuellen Kultur, auf den gleichnamigen 1979er Film von Andrei Tarkowski zurück, dessen Drehbuch von den (genialen) russischen SciFi-Autoren Arkadi und Boris Strugazki aus deren Roman Picknick am Wegesrand entwickelt wurde.

Wer keine allzu schlimme SciFi-Allergie hat und es erträgt, wenn in einem ganzen Film keine Autoverfolgungsjagden und Explosionen vorkommen, sollte den Streifen unbedingt mal gesehen haben. Ich denke, er ist eine gute Alternative zu zweidreiviertel Stunden lang Sachen kaputtmachen. Unten der Trailer.

englishrussia

3 Kommentare

  1. Ja, Tarkovski-Filme sind schon interessant und atmosphärisch, wenn auch nicht immer verständlich.
    In Anbetracht der Information, daß Tarkovski den Film ZWEIMAL drehen mußte, hätte mich brennend die wohl nicht mehr existierende Urversion interessiert.

    Ansonsten: Science Fiction rules! Das hat bereits Sektenführer inspiriert wie wir alle wissen.

  2. Es geht andersrum: Man kann eine Fantasy-Allergie haben.
    Sci-Fi nicht zu mögen hat einen anderen Namen: Verblödung. ^^

    Übrigens bezweifle ich stark dass Stalker Sci-Fi ist. Es spielt in der Zukunft. Das ist auch schon alles, was es mit Sci-Fi gemeinsam hat. Der Rest ist ähnlich einem „Kriegsrealität“sfilm.

  3. Mit SF hat “Stalker” wirklich nicht viel zu tun. Wenn überhaupt, würde ich das allenfalls surreales Drama nennen. Wie auch immer, sollte man gesehen haben.


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