Offizielle Zahlen der weltweiten Tonträger-Vertriebslobby: 2010 wurden weltweit Musikaufzeichnungen (physisch und Download) im Wert von 3,95 Milliarden Euro verkauft, und damit 10.9 % weniger als noch 2009. Knapp vier Milliarden für alle CDs, Vinylplatten, Musikvideos, Singles, Downloads zusammen? Selbst wenn man mit einkalkuliert, dass hier nur von Musik die Rede ist, die von den vier Majors ausgeht, und damit lokale asiatische, afrikanische, arabische Musik ausser Acht lässt, ist das garnichts. Volkswagen allein braucht knapp 14 Tage, um so einen Umsatz zu machen. Dazu ändert sich das Geschäftsmodell der RIAA drastisch:
Physische Tonträger (“CDs”) machen immer noch deutlich über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus, dieser Teil ging aber gegenüber 09 um deutliche 22 % zurück. Downloads bringen knapp Zweidrittel des physischen Umsatzes, wuchsen aber nur um 12 %.
Theoretisch und linear weitergerechnet (wie die RIAA das so gerne tut), würde das für 2021 bedeuten, dass der Umsatz mit CDs dann auf jährliche 200 Millionen Euro gefallen ist, während Downloads die stolze Summe von 4,7 Milliarden Euro einbringen. Also zusammen 4,9 Mrd. € und damit deutlich mehr als heute (Das ist natürlich grob kalkuliert, ohne Klingeltöne etc).
Und diese Überwinterungsstrategie der Musikmajors ist es, die uns heute so herbe Probleme einschliesslich Beschädigung unseres Rechtssystems macht. Hoffen wir, der Digitale Wandel führt nicht dazu, dass zugunsten von vier (oder drei, oder zwei) Rechteverwertungsfirmen nicht unsere Rechte so massiv eingeschränkt werden wie in den SciFi-Drohszenarien des vergangenen Jahrhunderts zu lesen stand.
Ach so, ja, es ist ja unsere Angelegenheit, etwas dagegen zu tun. Ok. Ich bin sowieso bei der “Kinder wollen Singen“-Aktion der Musikpiraten an Bord und fahre dann Mitte des Monats zum Bundesparteitag nach Heidenheim. Irgendwo muss man ja anfangen, nicht? hypebot pic/grösser
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Bundesparteitag…
Fritz, ganz ehrlich, ich bin stolz auf dich. :)