Im US-Bundesstaat Minnesota an der kanadischen Grenze sind die Lehrer dabei, die Übermacht der Schulbuchverlage zu brechen. Bereits der zweite Schuldistrikt verwendet Schulbücher, die von den Lehrern geschrieben und in elektronischer Form online verteilt werden.
Also braucht man dort auch keine Schultrojaner. Dieser Ausweg aus der Kosten- und Bürgerrechtsfalle wurde übrigens auch hierzulande von der Piratenpartei vorgeschlagen, allerdings sind die gewählten Entscheidungsträgern in unseren Bundesländern noch zu sehr mit den Lobbyverbänden der Kultur- und Wissensverwertungsindustrie im Bett, so dass sich hier erst etwas ändert, wenn wir diese Leute abgewählt haben. In diesem Fall: Eltern, wenn ihr wollt, dass eure Kinder in einem ausreichend finanzierten und stasifreien Bildungssystem aufwachsen, wählt die Lobby-Junta ab!
therepublic, pic Doug Kerr cc by sa
9 Kommentare
Kommentarfeed TrackBack-Indentifikations-URI


Hier in DE wird bemängelt das die Schulbücher von unqualifizierten Lehrern mit allerlei Fehlern in ihrer Freizeit geschrieben werden.
Das heisst die Schulbücher werden in Deutschland auch jetzt schon von Lehrern geschrieben?
Alleine bei uns weiß ich von 2 Büchern die von Lehrern der Schule geschrieben wurde auf der ich war.
Ich kann mich noch an das Medienecho erinnern als eine Institution mal die Geschichtsbücher auf den Prüfstand gestellt hat mit verherenden Ergebnissen.
Ja gut, bei Geschichtsbüchern sollte man vielleicht eine Ausnahme machen, das sind einfach Bücher die nur aus Fakten bestehen die man sehr aufwendig zusammentragen / recherchieren muss. Gehen wir aber mal zu den Naturwissenschaftlichen Büchern oder im speziellen zu Mathebüchern, da ist das ganze ja wieder mal ganz anders. Oder ein Grundschullesebuch oder ähnliches. Die Kosten einfach viel Geld.
Was man natürlich als Schüler noch machen kann ist das man gesammelt bestellt, dann gibt es sogar trotz Buchpreisbindung Rabatt. Je nach Umfang der Bestellung liegt das bei 10-15%, es werden einfach weniger Bücher auf der Rechnung aufgeführt oder welche kostenlos abgegeben. Das wollte ich nur mal als Tipp hier hinterlassen.
Wie dem auch sei, einige Bücher büssen sicher keine Qualität ein wenn sie von Lehrern geschrieben werden. Vielleicht kann man das ja auch als Wiki machen, aber eben nur mit Lehrern die vom Fach sind. So kann man gegenseitig kontrollieren und es wäre immer aktuelle. Das ganze kann man ja weiterspinnen.
Unser Dozent für Physik an der Uni meinte auch ganz platt, “Sie wollen von mir ein Buch empfohlen bekommen für die Vorlesung? Ich habe noch keine gefunden das meinen Ansprüchen genügt, deswegen habe ich aus allen Büchern auf dieser Liste mein Skript erstellt.”
Er hat wie er es nannte ein “Patchwork” Buch erstellt, eben nicht einfach zusammen geklebt aus einzelnen Teilen der Bücher, sondern basierend auf diesen Büchern. Fakten wurden so mit Quellen versehen übernommen und mit eigenen Herleitungen und Übungen ergänzt, da saß der sicher einige Wochen Netto dran.
Wer “bemängelt” das? Verlage?
Warum haben die Lehrer Fehler in Ihrer Freizeit? Besser als Fehler im Unterricht ;o)
Mal abgesehen vom humoristischen Aspekt – Fehler bzw. ideologisch basierte “kreative Auslegung der Realität” sind glaube ich auch in konventionellen Schulbüchern keine Seltenheit.
Wenn es nun gemeinfrei erstellt wird könnte man darauf aufbauend zumindest korrigieren. Was in konventionellen Varianten wohl eher schwierig sein dürfte…
Das klappt aber nicht bei einem Wikipedia-Modell (zentrale Kontrolle), sondern nur bei einem Linux-Modell (dezentrales „Forken“ und modden).
Aber dem gemeinen Menschen jetzt erklären zu wollen, warum es nicht „das eine Buch, sie zu knechten“ geben kann, sondern viele Varianten, und warum das nichts mit Unsinn wie „intelligent design“ zu tun hat, ist ein praktisch hoffnungsloses unterfangen…
Ich sage nur “Wir sind gekommen um die Welt zu ändern” und ich meine wir haben eine gute Chance etwas zu bewegen in dieser Richtung.
Im Grunde hat ja niemand etwas gegen Verleger in dem Kreislauf, es kann ja dann immer noch ein Verleger hingehen und das Wiki wieder in ein Buch umformen, auf Papier drucken und verkaufen, sicher auch mit Änderungen. Der Punkt ist ja hier sicher auch wieder das der Preis stimmen muss und wer sich das gedruckte Buch nicht leisten kann der druckt es eben selber oder benutzt es als PDF aus anderer Quelle. Das würde die Monopole unter Druck setzen und so den Preis regulieren.
Schulbücher dienen der Vermittlung von Wissen, das bedeutet, der gezielten Manipulation von manipulierbaren Menschen.
Ein Mensch, der in dieser Hinsicht sehr viel Ahnung hatte, behauptete einmal, das nichts manipulierbarer wäre, als Geschichte.
Geschichte ist die Datenbank der Menschheit und wird seit aller zeit von den siegern manipuliert. Wer also die Geschichte lediglich als Jahreszahlenwerk begreift, hat ihren Sinn nicht begriffen und liegt politisch voll auf der Linie.
Beispiel: Wenn ich nach Hamburg komme, sehe ich zuerst ein gelbes Schild nit der Aufschrift: Freie und Hansestadt Hamburg. In Bremen steht auf dem gelben Schild lediglich Bremen, obwohl Bremen auch “Freie ? Hansestadt” ist.
Wo ist eigentlich das “und” geblieben?
Hansestadt bedeutet, das diese Stadt dem mittelalterlichen, internationalen Handelsverband der Hanse (hansen>handeln) angehörte. Das FREI bezieht sich auf den Begriff der “freien Reichsstadt”. Das bedeutet, das diese freien Reichsstädte keinem fürstlichen Lehen unterworfen sind und ausschließlich unter der Hoheit des deutschen Kaisers stehen.
Diese Rechtslage ist nie aufgehoben oder annulliert worden. Dies ist auch ein wichtiger Grund, weshalb Hamburg und Bremen eigenständige Bundesländer sind.
Wenn ich mir also über irgentwelche gelben Schilder Gedanken mache, bedeutet das lediglich, das ich mit den angebotenen Geschichtsbüchern nicht zufrieden bin