Wie man als Musiker Erfolg hat

Robin Davey ist erfolgreicher Indie-Musiker (The Hoax, Bastard Fairies, Davey Brothers, Well Hung Heart), Abteilungsleiter bei GROWVision und Leiter der FreeMusicAcademy. Hier sind seine 10 heissen Tips für den Erfolg als Musiker:

1. Wenn du Geld haben willst, während sich deine musikalische Karriere entwickelt, such dir einen Job.

2. Wenn deine Songs bei den Leuten nicht ankommen, verwende deine gamnze freie Zeit darauf, neue zu schreiben.

3. Wenn niemand zu deinen Konzerten kommt, geh zurück zu Nummer 2, dann übe deine ganze freie Zeit mit deiner Band.

4. Wenn niemand deine MP3-Downloads kauft, musst du sie auch nicht für umsonst ins Netz stellen. Konzerntrier dich statt dessen auf Nummer 2 und 3.

5. Wenn du findest, du siehst fett und alt auf deinen Promofotos aus, nimm ab und besorg dir Photoshop.

6. Wenn dein Amp nicht den Sound bringt, den du haben willst, üb solang, bis es gut klingt, dann kauf dir einen neuen.

7. Wenn jetzt immer noch niemand auf deine Konzerte kommt, kann es auch am Schlagzeuger liegen.

8. Wenn deine Band bei Google nicht ganz oben steht, such dir einen neuen Namen.

9. Wenn du vor deinem ersten Konzert schon deine Traumgitarre und deinen Traumamp hast, sorry, dann ist Rocknroll nichts für dich. Wenn du fragst, warum – sorry, das ist wirklich nichts für dich.

10. Wenn du denkst, dass sich irgendjemand dafür interessiert, was deine Musik für dich bedeutet: Tut niemand. Jeder interessiert sich nur dafür, was die Musik für ihns elbst bedeutet.

Das sollte helfen, denke ich. Auch wenn Robin das ziemlich schnoddrig formuliert hat. hypebot

Das Pic zeigt The Bastard Fairies: Yellow Thunder Woman (singer/lyricist), Robin Davey (guitarist/songwriter).

18 Kommentare

  1. wie recht er hat, insbesondere punkt 10 passt!

    • Das tut mir Leid für dich. (Siehe mein Kommentar da unten. ↓)

  2. Richtig ekelig voll auf Kommerz getrimmte Scheissdenke. Wärens Spiele, würde er sich „Electronic Arts“ nennen.

    Musik macht man nicht, um Geld zu verdienen. Man macht sie, um Gefühle zu vermitteln. Nur weil er das nicht kann, und frustriert rumnüllt dass sich „niemand dafür interessiert“ was es für ihn bedeutet, heisst das nicht, dass das für Künstler (von denen er also keiner ist) der Fall ist. Man merkts schon daran, dass er denkt, man könne Klasse (also *richtig* berührendes schaffen) durch Masse (also einfach mehr Stücke schreiben) ersetzen.
    Die Stücke, die bei den Leuten nicht die Gefühle auslösen, die geplant waren, oder garkeine… die nenne ich Müll, und sie kommen in die Tonne. Kommt aber nur bei dem Kram vor, den ich mache, well ich gelangweilt bin. Und in dem uninspirierten Zustand dann rumzuprobieren was zu machen, hab ich mir abgewöhnt. Weil da nie echte Emotionen dahintersteckten. Ich mach nur noch, wenns wirklich stark resoniert. Und dann kommt eigentlich immer das Richtige rüber.

    Das Geld ist Nebensache.
    In dem Moment, in dem man Geld zur Hauptsache macht, ist die Kunst gestorben.

    • Ach, nur Dinge, die du mit deiner unglaublich schöpferischen Kraft mit Energie füllst, können bei mir Gefühle auslösen, mich berühren? Warum sollten sie das?
      Ich meine, du möchtest mit deiner Kunst vielleicht ein bestimmtes Gefühl übermitteln, was beim Adressaten ankommt ist doch etwas vollkommen anderes. Als Beispiel könnte Janosch fungieren, der Millionen mit der Tigerente und dem Bären beglückt hatte, bis sich rausstellte, das er seine besten Geschichten rotzevoll auf dem Klo geschrieben hat. Und jetzt bitte nicht einwenden, dass er da wohl auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft war.

      • auf jeden fall kann er wegen dieser sitzungen LOADS and LOADS an output vorweisen . . .

        :-)

    • ich weiss nicht ob ich robin davey mag oder nicht, aber er schreibt eigentlich nichts über kommerz und kohle. er schreibt etwas darüber ob die musik ein publikum findet oder nicht. was kunst ist und was nicht wage ich nicht zu beurteilen … wenn die masse recht hast ist kunst schiesse! aber musiker die punkt 10 nicht respektieren betreiben musikalische masturbation. zum glück gibt es genügend musiker jenseits von mainstream die nicht musikalische masturbation betreiben. wobei auch das nicht verboten ist, aber in der regel kein oder nur ein mageres publikum findet.

    • “Richtig ekelig voll auf Kommerz getrimmte Scheissdenke.”

      die punkte mit “such dir einen anderen namen”, “besorg dir photoshop”, “es kann auch am schlagzeuger liegen” klingen schon ein bischen nach mit dem kopf durch die wand zum finanziellen erfolg, aber die anderen punkte würde ich sofort unterschreiben.

      du unterstellst ihm übrigens zu unrecht, dass er nicht akzeptieren würde, dass man (==jemand anderes) nicht auch einen anderen weg gehen kann, und auf den “erfolg” einfach scheisst – musik nur für sich macht, und gegen jede betriebswirtschaftliche logik in teure instrumente invenstiert usw usf.

      das hat er nicht gesagt! er hat nur beschrieben, wie der weg zum erfolg sein kann, nicht dass, man nicht auch andere wege gehen kann um glücklich zu werden.

      übrigens gibt es ja immer auch noch einen mittelweg, in der praxis muss man sich auch als künstler, dem geld nich bedeutet, irgendwei seinen lebensunterhalt und seine mögochkeit zu arbeiten finanzieren. und ein kleines aufnahmestudio kostet eben
      50,000 euro, und man muss eben auch für 100 euro im monat essen, weil man sonst verhungert, und für weitere 100 euro im monat heizen, weil man sonst friert.

  3. Das Geilste ist, dass er noch an das „kaufen“ von Information („MP3s“) glaubt. Voll die Wahnvorstellungen, der Typ! ^^

  4. Ich sehe das auch wie BAReFOOt, jedoch denke ich das der Höhrer auch eigene Emotionen reinintrepretieren können soll. Denn ob die gewünschten, oder eigene, sobald man Emotionen spürt beim Höhren der Musik, dann möchte man den Musiker auch unterstützen.

  5. In einem hat Robin recht,m Songschreiben will auch geübt sein, also immer wieder neue Songs schreiben kann nie schaden.

    Aber darüber hinaus bin ich der Meinung, richtig gute Sachen kann man nur schreiben, wenn man sie für sich selbst schreibt. Nur wenn sie einem selber richtig gut gefallen haben sie die Chance auch anderen zu gefallen.

    Irgendwo da läuft dann auch die Trennlinie zwischen Kunst und Handwerk.

    • [ Nur wenn sie einem selber richtig gut gefallen haben sie die Chance auch anderen zu gefallen. ]

      1 wenn du musik aus “leidenschaft” machst schon. ist aber keine grundbedingung.

      2 machst du aber musik um kommerziell (alleiniger zweck) abgreifen zu können . . .

      na denn, denk noch mal darüber nach.

      bei 1 handelt es sich um eine hoffnung dass das eigene kreative schaffen EVTL. auch jemanden anderen außer einem selbst gefällt.
      (hier fällt mir gerade PRINCE als ein ganz extremes bspl. für 1 und 2 ein – obwohl bei ihm 1 über-deutlich überwiegt.)

      bei 2 handelt es sich um eine unbedingte ERWARTUNG das es so und so vielen anderen menschen (die größenordnung ist verhandelbar) gefallen MUSS. (da sage ich nur Dieter Bohlen, Ralf Siegel oder producer groups wie Stock Aitken Waterman und ähnliche konsorten die jedes “werk” so angehen in der unabdingbaren erwartung das es ein CHART’SHIT (verkaufserfolg) – als alleinige schaffenstriebfeder – wird. also – in diesem fall – musik als zweck (man kann auch baukasten-kreativität nach schema F dazu sagen). was diese leute dann sehr gerne als kreatives schaffen “verkaufen” wollen obwohl es sich im kern nur um 2 sachen dreht. 1stens: geld und 2tens: darüber – speudo kunst (kommerz – verkaufserfolg – stückzahl) – das ego aufzublasen. man kann auch prestige dazu sagen.)

      das ist der ganz große unterschied.

      der eine erwartet einen unbedingten (erst recht auch einen monetären) lohn aus seiner “arbeit”. das hat aber mit echter künstlerischer kreativität nur sehr wenig zu tun.

      der andere hingegen arbeitet um des kreativen schaffens willen und freut wenn er damit bei andern ankommt und erfolg (u.a. auch monetären) hat. setzt dieses aber nicht voraus. und schon gar nicht ist es die antriebsfeder dafür überhaupt erst tätig zu werden.

      wenn man so will quasi das – SPREU vom WEIZEN prinzip! ist es nur ein “beruf” oder eine “berufung”!

      • gibt es das ‘handbuch für den schnellen weg zum nr.1 hit’ der kopyright liberation front eigentlich noch als download? ;)

        • das handbuch dazu gibt es sicherlich nicht, aber es gibt die charts als orientierung und diese leute schreiben dann halt solange und soviele stücke welche sich an der masse orientiert und ähnlich klingen bis mal wieder was hängen bleibt. obendrein haben sie auch genügend einfluss darauf ihren output einem entsprechendem publikum vorzustellen. in den zeiten vor dem internet sowieso.

          ganz anders als die meisten “echten künstler” die erst einmal die bekannte “ochsentuor” durchlaufen müssen bis sie evtl. mal das glück haben überhaupt wahrgenommen zu werden.

          ein handbuch gibt es nicht, ein SCHEMA-F aber sehr wohl. weshalb ja auch die meiste musik gerade in den charts sehr ähnlich und austauschbar ist bzw. schon immer war. natürlich (früher weitaus mehr als heute) immer leicht durchsetzt mit den berühmten ausnahmen.

          • das handbuch gibt es natürlich, nur als free download konnte ich es nicht mehr finden. und die klf hat tatsächlich millionen mit hits (mit sampling-methoden) generiert, die sie dann auch mal zu echter asche machten, also verbrannten – 1 million pfund – als kunstaktion!

            https://de.wikipedia.org/wiki/The_KLF

            ich denke, so einfach ist das nicht, zwischen künstlern zu trennen, die ‘echte’ kunst machen, und solche, denen es nur ums geld geht. ich denke grad an zappa. war sicher ein vollblut-künstler, gleichwohl darauf bedacht, auch kohle damit zu machen (‘beat the boots’), sei es, um wieder musik machen und seine musiker bezahlen zu können. sowas erwähnt ja auch regener in dem interview, daß er geld verdient, um musik machen zu können…

  6. Ich bin nicht sicher ob das bei dem Sven Regener-Eintrag in den Kommentaren stand, aber die sind eh zu viele und unübersichtlich. Daher lieber hier, vielleicht trotzdem halbwegs passend.

    Aktuell (bis 24.04. laufende) Petition an den Bundestag: “Urheberrecht – Kostenlose Internet-Präsentation eigener Musikwerke durch die Künstler” https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=21474

  7. punkt 4 oben würde ich übrigens dahingehend ändern…

    4. Wenn niemand deine MP3-Downloads kauft, biete sie als Ogg Vorbis an!

    punkt 8:

    8. Wenn deine Band bei Google nicht ganz oben steht, scheiß drauf! …und benutze ixquick!

  8. Mit Kommerz hat das alles meiner Meinung nach relativ wenig zu tun. Vielmehr sind das eigentlich die ganz normalen Regeln, nach denen man Erfolg hat. Und natürlich ist auch nichts verwerflich dabei, mit seiner Musik Geld verdienen zu wollen – keine Frage.

    Dass die “Tipps” ziemlich ‘krass’ rüber kommen, ist absolut in Ordnung. Ob Musik, Malerei oder was weiß ich, bestimmte Dinge gehören einfach zur “Selbstvermarktung”. Und wer wert darauf legt, sich von der Masse abzuheben, der muss eben auch her gehen und Dinge abstellen und verändern. Von Kommerzgedanken lese ich hier kein Wort – außer in Kommentaren jener, die scheinbar das Prinzip nicht verstehen und prinzipiell “Ich bin dagegen” gröhlen möchten.

    Es hat auch nichts damit zu tun, ob man Herrn Davey mag oder leiden kann. Im Gegenteil – wirkliches Interesse an einem Thema erkennt man wohl daran, dass man auch das, was jemand “Ungemochtes” sagt / schreibt / tut, objektiv und nicht überheblich bewertet. So einfach ist das.

    Viel Erfolg und ruhige Ostertage.

  9. [...] Tut niemand. Jeder interessiert sich nur dafür, was die Musik für ihn selbst bedeutet.” 10 Punkte über Erfolg als Musiker bei 11k2 – Die zehn Punkte sind zwar kein Maßnahmekatalog, dienen aber recht gut zur [...]


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