…das alles, aufgezeichnet von Grant Snider. Und dann kommt noch der nächste Schritt: Er muss die Papierberge (oder Kilobytes) auch noch verkaufen. Zu den bekannten, grässlichen Bedingungen (er bekommt 5-8% vom Buchverkaufspreis). Wirklich, die Gesellschaft sollte sich mehr um ihre Kutur- (und Wissens-) Schaffenden kümmern.
3 Kommentare
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hierzu gleich mal 2 sehr interssante artikel von TELOPOLIS
Mathematische Fakultät der TU München kündigt alle Elsevier-Zeitschriften
Boykott des Oligopolisten gewinnt an Fahrt
Der auf Wissenschaft spezialisierte Verlag Elsevier wurde schon vor fast zehn Jahren [1] von Rechtswissenschaftlern auf Veranstaltungen des Bundesjustizministeriums als Musterbeispiel dafür genannt, was im Immaterialgüterrecht falsch läuft. Ihre Monopolrenditen von 40 Prozent erwirtschaften Verlage wie Elsevier nämlich dadurch, dass sie wissenschaftlichen Bibliotheken Zeitschriftenabonnements verkaufen – und zwar nur in Bündeln und mit regelmäßig exorbitanten Preissteigerungen. Die Zeitschriften dafür werden von Wissenschaftlern herausgegeben, die für diese Arbeit im allgemeinen ebenso wenig Geld bekommen wie die meist an Universitäten beschäftigten Verfasser und diejenigen, die die Beiträge im Peer-Review-Verfahren lesen und beurteilen.
Dass für Steuerzahler und Studenten extrem teure Überbleibsel wie Elsevier in Zeiten elektronischer Publikationsmöglichkeiten nicht längst Geschichte ist, verdanken die Verlage nicht nur ihrer Lobbyarbeit für Immaterialgüterrechtsänderungen, sondern auch einer bürokratischen Unbeweglichkeit des Wissenschaftsbetriebes, an der sich seit kurzem aber etwas zu ändern scheint. Grund dafür ist Elseviers (mittlerweile zurückgezogener [2]) politischer Einsatz für den Research Works Act [3], der Open-Access-Veröffentlichungsmöglichkeiten einschränken soll.
Er löste im Januar [4] eine Boykotterklärung aus, der sich in kürzester Zeit zahlreiche der fähigsten Mathematiker der Welt anschlossen, darunter auch Timothy Gowers und Tyler Neylon. Im Februar war die Zahl Mathematiker, die nur noch anderswo publizieren wollen, bereits über 5.000 angestiegen. Nun gab die Mathematik-Fakultät der Technischen Universität München bekannt [5], “alle abonnierten Elsevier-Zeitschriften ab 2013 abzubestellen”. Als Grund dafür nennt sie “unzumutbare Kosten und Bezugsbedingungen”.
In der Vergangenheit hatte Elsevier auf Abokündigungen damit reagiert [6], dass der Verlag einfach die Preise für die anderen Abonnements so lange erhöhte, bis die Monopolrendite wieder stimmte. Ob das auch diesmal wieder klappen wird, ist nicht sicher: Nach einem Skandal vor drei Jahren [7] steht der Name Elsevier heute bei weitem nicht mehr in dem Ausmaß wie früher für Qualität – und irgendwann könnte die kritische Masse erreicht sein, ab der weitere Preiserhöhungen eine Abokündigungs-Kettenreaktion in Gang setzen.
Peter Mühlbauer 09.05.2012
http://www.heise.de/tp/blogs/10/151967
“Wir sind die Ahnungslosen”?
Künstler fordern einen besseren Schutz, verraten aber nicht, wie er aussehen soll
Laut Zeit ist die in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlichte Aktion “Wir sind die Urheber” die “bislang größte von Schriftstellern und Künstlern gegen den Diebstahl des geistigen Eigentums”. Waren es zu Anfang noch hundert Unterzeichner, so war gestern abend schon von 1.500 die Rede. Die Liste, die auf der “Wir sind die Urheber”-Website [1] einsehbar ist, sieht allerdings nicht nach einer solchen Anzahl aus, doch bleibt die Unterstützung des Aufrufs in den Medien schon beeindruckend. Was ist eigentlich sein Ziel?
Im Text des Aufrufes findet sich folgende Stelle: “Es gilt, den Schutz des Urheberrechts zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen.”
Wie man sich die “Stärkung des Urheberrechts” vorzustellen hat, geht aus dem Appell aber nicht hervor. Härtere Bestrafung bei Verstößen? Internetsperren? Das Three-Strikes-Modell auch in Deutschland? Empfindliche Abmahngebühren? Totalüberwachung durch die Provider?
Noch weniger kann man sich etwas darunter vorstellen, wie die von den Künstlern gewünschte “Anpassung des Urheberrechts an die heutigen Bedingungen” aussehen soll. Vielleicht wissen sie es selbst nicht so genau.
Vieles, worauf es ankäme, bleibt unpräzise in dem Schreiben der vielen Schriftsteller, die sich gegen den “Diebstahl” ihres geistigen Eigentums wehren. Interessant ist die beiläufige Beobachtung, dass auf dieser Liste, die mit Promi-Namen des Kulturbetriebs glänzt – etwa mit Kehlmann, Walser, Heidenreich, Willemsen, Tellkamp, Lewitscharow – andere fehlen, die für avancierte, genaue kritisch-reflektierte Beobachtungen des Kulturbetriebs der aktuellen Gegenwart bekannt sind, Rainald Goetz etwa oder Diedrich Diederichsen. Kommen die noch hinzu?
Bemerkenswert ist auch, dass der Appell, der sich für die Rolle der Vermarkter in der arbeitsteiligen Realität einsetzt – “gegen den behaupteten Interessensgegensatz zwischen Urhebern und ‘Verwertern’” – maßgeblich von einem Vermarkter koordiniert wird: vom Literaturagenten Matthias Landwehr. Es müsste also eigentlich heißen “Wir sind die Urheber und Vermarkter”, was ja auch nicht skandalös oder irgendwie verurteilenswert wäre, aber dann hätte der Aufruf möglicherweise nicht die gleiche öffentliche Wucht, als wenn es nur um die Künstlerinteressen geht, wie dies der Appell unter Auslassung der Mitstreiter behauptet.
Auch die Piraten werden in dem Text nicht benannt und doch weiß jeder, dass es um sie geht. Das zeigen alleine schon die Reaktionen auf den Appell in den Kulturseiten. Die großen Vorwürfe im Aufruf – “öffentliche Angriffe (nicht Kritik!, Einf. d.A.) gegen das Urheberrecht”, Rechtfertigungen des “profanen Diebstahls geistigen Eigentums” etc. richten sich an die Piraten. Der Aufruf macht sich nicht die Mühe zu differenzieren.
Man könnte ja beispielsweise auf eine konkrete Forderung der Piraten im Zusammenhang mit Immaterialgüterrechten eingehen. Sie stellen sich auf die Seite der Autoren, etwa wenn es darum geht, dass Total-Buy-Out-Verträge mit Rechteverwertern nicht für alle Zeiten gültig sind. Alle Verwertungsrechte an einem Werk gehen nach 25 Jahren automatisch an den Urheber zurück [2]. Und die Piraten stellen sich gegen die Verwerter, wenn sie bezweifeln, dass die Dauer von Immaterialgüterrechten bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers im Interesse des Künstlers und nicht der Verwerter liegen soll – übrigens gegen das Interesse der Allgemeinheit.
Interessant ist das Timing des Aufrufs, der in manchem kampagnenhafte Züge trägt, kurz vor der Wahl in NRW, wo die Piraten, wie von mancher Seite befürchtet wird, ihren “Höhenflug” fortsetzen könnten. Der von den Piraten in besonderer Weise [3] angegriffene Bertelsmann-Konzern, einer der finanziell bedeutendsten Rechteverwerter in Deutschland, hat dort sein Zuhause.
Thomas Pany 11.05.2012
http://www.heise.de/tp/blogs/6/151981
Das ist und bleibt Bullshit und uninformierte Phrasendrescherei. Hör dich doch mal um in der Autorenschaft!! Die meisten von denen LIEBEN ihre Verlage und das Urheberrecht!!
Auch wenn’s deinem Weltbild widerspricht, so siehts in der Autorenschaft aus: Große Solidarität mit den bösen, bösen “Verwertern” (Mein Unwort des Jahres!)
http://volkerstruebing.wordpress.com/2012/04/16/liebe-piraten-fickt-euch-aber-nicht-mich/
http://www.voland-quist.de/verlagsblog/buchkalkulation-was-verdienen-autor-und-verlag-an-buchern/
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article106232805/Auch-Risiko-muss-honoriert-werden.html
Und was passiert, wenn die Autoren sich mit denen verbünden, die nach Meinung der Netzbefreier ihre ärgsten Feinde sein müssten?? Das übliche:
http://www.derwesten.de/region/sauer-und-siegerland/autorenvereinigung-nach-criminale-von-anonymen-netzaktivisten-bedroht-id6620982.html