Es ist soweit: Der Computersicherheitsspezialist (Hacker) Sergei Skorobogatov ist in Moskau geboren und aufgewachsen, und forscht seit 2000 an der britischen University of Cambridge. Aktuell hat er eine Arbeit veröffentlicht, die endlich die leeren Drohungen vom bevorstehenden Cyberwar mit Leben erfüllt.
Dabei geht es aber nicht um fiktive, böse Anonymous-Hacker, die aus purer Konsumverdrossenheit ganze Atomkraftwerke und Wasserwerke von ihrem gottgefälligen kapitalistischen Tun abhalten, sondern um eine in die Hardware hineingebaute Sicherheitslücke, die einen grossen Teil von industriell eingesetzten Computerchips betrifft. Also CPUs, die in Versorgungseinrichtungen, Kraftwerken, Waffensystemen arbeiten. Ja, auch und gerade in letzteren. Alle diese Prozessoren, so fand Skorobogatov heraus, werden in China hergestellt und enthalten eine Sicherheitslücke, die sich mit billigen Zusatzgeräten (ca 100 USD) in einer Sekunde nutzen lässt, um die interne (AES)-Verschlüsselung auszuhebeln und den Chip abzuschalten, oder ihm neue Aufgaben zuzuweisen. Das bedeutet, dass wir eigentlich alle Chips in Industrieanlagen, im Verkehr und im Militär austauschen müssen (durch neu entwickelte, nicht in China hergestellte), um nicht eines Tages in der grauen, kalten Morgendämmerung einer Stuxnet-(oder Skynet)-Katastrophe aufzuwachen. Die Computerwissenschaftler in Cambridge entwickeln gerade die Methoden zum Schutz davor.
Randbemerkung: Liebe 1%, in euer anhaltenden Gier nach immer noch mehr Geld und Macht habt ihr euch darauf konzentriert, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken – oder, netter gesagt, zu manipulieren – und alle benötigten Hi-Tech-Güter billig und unkontrolliert in Asien herstellen zu lassen. Dort gibt es aber auch ein 1%, und diese Leute mögen euch nicht, ihr Idioten. Viel Spass noch bei eurem Cyberwar.
skorobogatov via mefi, tshirt 20$ bustedtees
8 Kommentare
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Und die Leute haben immer gesagt ich sei verrückt, als ich nackt auf dem Rathausplatz geschriehen habe, dass die Maschinen angreifen.
das schöne dabei ist doch das diese ganzem 1 (bis 10) % affenärsche denken/meinen (glauben) sie seien immun gegen ihre eigenen allen anderen menschen aufgezwungenen gehässigkeiten.
das gute daran ist das es nur sie sind die solches tatsächlich glauben.
früher oder später . . .
.. . . nun ja, (bitte selber ausfüllen) . . .
Woran erkennt man, dass jemand keine Ahnung vom Internet hat?
Daran, dass er das Wort „Cyber” ernstgemeint verwendet.
Das ist wie „Cloud”.
Warum rafft niemnd mehr das Konzept des Vertrauens?
Also wem man wieviel vertraut.
Ich traue „westlichen” Firmen genau so wenig wie chinesischen.
Und wenn alles über Facebpok und unverschlüsselte Kanäle geht, und die Sicherheitslücke Nummer 1 heutzutage der Mensch davor ist, ist doch eh alles andere nebensächlich.
Das erinnert mich sehr an die Bücher Deamon und Darknet von Daniel Suarez.
http://www.amazon.de/DARKNET-Daniel-Suarez/dp/3499252449/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1338230804&sr=8-1
Grüße, Egghead
Hab die beiden Epen schon seit ner Weile, hänge aber aus Zeitgründen im zweiten Band. Auf jeden Fall eine Lese-Empfehlung.
Reblogged this on Nero´s WorldVision.
Ok, d.h. auch in unseren High Tech Autos. Sind ja auch schon z.T. ans INet angeschloßen.
Kann einen wahrscheinlich auch bei HT-E-Bikes pasieren, deren Controller via Blutooth m.d.Smartphone verbunden ist.
Auf einem FlohMarkt trag ich letztens einen Typen der behauptete, in seiner Firma hat man 3 physikalisch getrennte Netzwerke und das schon seit 10 Jahren. Für d.Warenwirtschaft (WaWi), die Maschinen
und das Inet.
Ich dachte mir, der will mir einen Bären aufbinden, insbesondere als er sagte d.WaWi läuft noch auf DOS und parallel Port-Druckern.
Aber ich hab mal gegoogelt und gesehen, es gibt tatsächlich noch eine kleine DOS-Gemeinde.
Ich werd mal alle meine alten Handys testen und versuchen noch Akkus zu bekommen.Man weiß ja nie!