Einkommen, ein überholtes Konzept

Der US-amerikanische Architekt, Schriftsteller und Philosoph Buckminster Fuller erklärte in einem Interview gegenüber Elizabeth Barlow vom New York Magazine (erschienen am 30. März 1970):

“Wir sollten unbedingt die fadenscheinige Vorstellung aufgeben, jeder müsse einen Lebensunterhalt verdienen. Es ist heute bereits eine Tatsache, dass jeweils einer unter Tausend einen technischen Durchbruch erschaffen kann, der die restlichen 999 ernährt. Die Jugend von heute liegt absolut richtig damit, dass das Verdienen eines Lebensunterhalts Unsinn ist. Wir erfinden wegen dieser irrigen Idee, jeder müsse in irgendeiner Art von Fron berufstätig sein, immer neue Jobs, um nach den Malthus’schen Theorien damit das Existenzrecht des Einzelnen zu sichern. Also haben wir Aufseher für Aufseher und Leute stellen Instrumente für Aufseher her, damit diese damit Aufseher beaufsichtigen können. Eigentlich sollte es im Interesse der Bürger sein, zurück auf die Schule zu gehen und darüber nachzudenken, das sie im Kopf hatten, bevor jemand daherkam und ihnen sagte, dass man sich seinen Lebensunterhalt verdienen müsse.”

Da hat er recht. Leistung, Einkommen, Lebensunterhalt sind Glaubenssätze aus einem untergegangenen Zeitalter. Als Fuller diese Dinge sagte, erlebte die Industriezeit noch ihre letzten Züge, heute sollten wir uns diesen überholten Konzepten kritischer als je zuvor nähern. Pic Buckminster Fuller Institute

6 Kommentare

  1. es wurde doch schon vor vielen jahren mehrfach errechnet (großrechenmodelle) das wenn man alle arten der industriellen technisierung zur vollkommenheit ausbaut (+ stetiger weiterentwicklung, fließender modernisierung und verfeinunrung aller infrastrukturen und verkehrswege) – und zwar nur das beste vom besten verwendet (mit schwerpunkt auf langlebig) – alle ressourcen (+ totalem recycling) pro kopf auftteilt (damals noch auf ca. 6 milliarden menschen)

    (in diesen modelle wurden bereits erneuerbare energien – vor allem solartechnik (zB. wüsten als weltenergiezentren) – großflächig mit-eingeplant)

    so könnten ausnahmslos alle menschen auf dem stand eines durchschnittlichen mitteleuropäers leben. und das bei einer durchschnittlichen wocharbeitszeit zwischen 10 und 20 stunden (je nach modell)

    verpflichtend wurde aber auch lebenslanges lernen/studieren (theoretisches wie praktisches) eingebaut.

    leider habe ich diese schon älteren schriften, verloren und bisher nicht wiedergefunden. es gibt aber inzwischen etliche (sehr ernstzunehmende) quellen mit ähnlichen inhalten die, von den egoistischen hass-menschen gerne als utopien und/oder als kommunistische spinnereien diffamiert werden obwohl vieles von seiten kommt denen alles andere zu unterstellen wäre als Ideologie-verblendet zu sein.

    die frage die sich stellt ist was daran falsch sein soll das es allen menschen (fast) gleich-gut geht? also das es viele menschen (+ der umwelt) schlecht gehen muss nur damit sich einige wenige – im vergleich zur gesamtmenschheit – möchtegern elitär erlauben dürfen sich überhalb ein zigtausendfaches (teils hundertausendfaches) ihres persönlichen umweltabdruckes austoben zu dürfen.

    es muss doch für jeden genügen (nur mal zur veranschaulichung) ein haus+einrichtung (ca, 100qm), ein auto-motorad-fahrad etc., und immer genügend (erstklassige) nahrung auf dem tisch zu haben + zugang zu allem anderen wie energie, wasser, öffentlichen verkehrsmitteln, schulen, kulturangeboten, schwimmbäder etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc.)

    mitnichten wäre dadurch oder deswegen das streben der (allermeisten) menschen nach “mehr” – also das was bisher als motor für innovation und fortschritt “verkauft wird” – gestoppt (weil kein anreiz mehr da sein würde – ein gängiges, wie saublödes argument der feudalen kapital-faschisten), denn ganz im gegenteil würde sich eine kraft entfalten welches die menschheit als ganzes in noch nie gesehener prosperität nach vorne katapultieren würde, alleine schon aus dem grunde weil es dann viele menschen (die bisher zu milliarden wegen verarmung, hunger, elend und völlig unnötiger krankheiten dahingeraft wurden) in zukuinft geben würde die mit neuen ideen, innovation und durchbrüchen in technik und intellekt die menschheit als ganzes nach vorne bringen würden.

  2. Ich merke gerade, dass selbst ich zugeben muss, so in der alten Denke drinzusein, das ich große Probleme habe, mir das vorzustellen.
    Dabei weiss ich ja, dass man das ganze System auch anders lösen könnte. Also dass wir dank Computern und Maschinen eigentlich längst gut leben können müssten, ohne dass wir dabei noch groß arbeiten müssten. Nahrungsproduktion, Kleidungsproduktion, Transport (Schaffnerlose U-Bahn, Rohrpaketdienste), Unterricht (Spiele), und vieles andere wegautomatisieren… das kann ich mir vorstellen.

    Nur das Entwickeln und viele andere, vor allem soziale Berufe, kann ich mir schwer ohne arbeitende Menschen vorstellen.

    Von daher: Wer so Thesen in den Raum stellt, soll sie bitte auch in der Praxis ausmalen, wenn er tatsächlich was ändern will.

  3. ….in a perfect world.

    Selbst wenn ich mir vorstellen könnte, dass es so ist und somit nur ca. ein Promille der Bevölkerung arbeitet sähe ich die Probleme:
    - die arbeitenden wären sicher gerne besser gestellt als die, die es nicht tun
    - bei den nicht arbeitenden wären auch sicher dann gerne einige besser gestellt
    - ein technischer Durchbruch bedeutet noch nicht, dass dann nur einer arbeiten muss
    - …

    Grundsätzlich stehen die Menschen (und zwar so ziemlich alle) sich da wohl selbst im Weg, aus den gleichen Gründen, wie der Kommunismus nicht funktioniert.

    “Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.”

    Mahatma Gandhi

    • Das Wort Kommunismus kann man in deinem Satz übringes durch jedes beliebige verwandte Wort ersetzen.

  4. ihr seid ja wirklich nicht fähig dazu

    “out of the box”

    zu denken, oder?

    von “nicht arbeiten” ist gar nicht die rede, sondern weg von intensiv-arbeit des einzelnen hinzu minimalem ARBEITSAUFWAND des einzelnen (=arbeitsteilung) durch immer neue innovationen (lernen, erfinden, entdenken, umsetzen, etc.).

    nur mal ein bspl,

    nimmt man zB. alle “klassischen” scj-fi elemente – also aliens, hyperraum weltraum-”flüge”, und ähnliches – aus star trek (the new generation) heraus, so khat man sehr schnell ein gesellschaftsmodel zur hand welches veranschaulicht was (im großen und ganzen) gemeint ist.

    man muss es nur verstehen wollen und soweit wie möglich von seinem eigenem aufgeblasenen ego-gesteuertem “ich-bin-ja-ach-so-SUERIOR-gegenüber-allen-anderen-menschen-TRIPP” herunterkommen und anerkennen wollen das alle menschen als gleich wertvoll anzusehen sind. denn jeder kann, sofern man ihn lässt, fördet und anerkennt – selbstverständlich nach seinen jeweiligen kräften – zum gelingen des ganzen beitragen.

    und ehrlich gesagt habe ich noch nie jemanden getroffen, sofern man sie/ihn als mensch (mit allen schwächen und stärken) vorbehaltlos anerkennt, der sich komplett verweigert “seinen” möglichen teil zu einer gruppe beizutragen.

    probleme gibt es erst immer dann wenn sich einer oder einige wenige anfangen aufzuplustern und aufzuspielen sie seien etwas besseres bzw. die anderen etwas – ihnen gegenüber – minderwertiges!

  5. http://www.bandbreitenmodell.de/ ist ein guter Startpunkt für solche Überlegungen / Diskussionen


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