Kunst mit Kugelschreibern

Doch wirklich. Der 29jährige Portugiese Samuel Silva malt sowas (20×22,5 cm) und ähnliches mit einem Satz Bic-Kugelschreiber aus  dem Bürobedarfshandel. Im konkreten Fall 6 Farben plus schwarz.

Ist das das Ende der Kunst? Noch dazu, weil Samuel gar keine ästhetische Ausbildung hat, sondern als Anwalt arbeitet und die Illustrationen in seiner Freizeit und zu seinem Vergnügen anfertigt? Nein. Denn eigentlich, und im Widerspruch zur Überschrift dieses Beitrags (die damit also anders gemeint ist), handelt es sich hier nicht um Kunst im eigentlichen Sinn. Wie? Naja, Samuel zeigt hier keine kreative Leistung, sondern eine handwerkliche. Für letztere muss man ihm Anerkennung zugestehen, aber Kunst ist es eben nicht. deviantart

13 Kommentare

  1. Warum sollte es keine Kunst sein? Nur weil es nicht mit klassischen Mal-Utensilien angefertigt wurde? Weil er keine künstlerische Ausbildung hat?

    • Nein, weil er nur ein Foto abgemalt hat.

      • Der künstlerische Ausdruck kann auch in der Wahl ungewöhnlicher Materialien liegen.
        Hätte ein sogenannter Experte eine Deutung dieses Bildes verfasst und sich etwas geschwollenes über die Kritik an der Wegwerfgesellschaft, die in der Nutzung von Einwegkugelschreibern liegt zusammengeschrieben, würde das Bild definitiv annerkannte Kunst sein. Ist jetzt natürlich sehr überzogen formuliert aber gerade in der Kunst ist der Unterschied oft nur durch subjektive Expertenmeinungen definiert.

  2. Kunst liegt im Auge des Betrachters. Für den einen mag ein verwesendes Schwein in einem Plexiglaskasten ja Kunst sein, für mich ist das hier Kunst.
    Auch die von Fritz betonte trennung zwischen Kunst und Handwerk sehe ich nicht. Kunst und Handwerk schließen sich nicht aus, im Gegenteil.

  3. also wenn er solche sachen am laufenden band raus haut. dann kann man es womöglich als kitsch abtun. es ist aber nicht in einer factory entstanden und abgesehen davon handelt es sich dabei tatsächlich um naturalistische malerei und zwar einer extremen form die in den 70′ einige künstler als contra zur pop-art zu großartigen arbeiten bewegt hat.
    genau wie 2D/3D arbeiten am computer wird bei fotorealistischen abbildungen erstaunlicherweise gerne mal die arbeit auf die handwerkliche kompetenz beschränkt. allerdings ist es kaum mehr handwerkliches geschick als kreative leistung.
    wie die meisten von uns durchläuft samuel tatsächlich seit seiner jugend eine ästethische ausbildung, man kann da auch von einem lebenslangen prozess sprechen. und das muss man entschieden(!) von einer handwerklichen und kunsttheoretischen ausbildung unterscheiden, die er ebenfalls seit seiner jugend durchläuft, die allerdings keine kunstkünstlerhure (professor) beinhaltet. nun spiegelt sich leider in seiner (dieser) künstlerischen arbeit auch sein beruf wieder. es ist langweilig. woran liegt das wirklich? möglicherweise, wie anonym kommentiert hat, hatte er ein foto als vorlage und keinen realbezug zum model, daher der schwache ausdruck. betrachtet man weiter die kontrasttypen und deren verhältnisse in dieser arbeit, erfährt man eine relative (realative) ausgewogenheit. auch langweilig. man darf ruhig sagen, es ist eine tolle ausgewogene langweilige arbeit die in ihrer langweiligen philosophie ihren langweiligen vorgängern (in der kunst) treu ist, einen deutlich langweiligeren künstlerischen anspruch in sich trägt als die dem fotorealismus vorrangegangenen serienproduktionen (kitsch) der pop-art, und als gegenextrem nicht minder kreativ, aber eben auch nicht aufregender.

    was ist vorbei? kunst epochen. warum? perversion der kunstbewegung im kalten krieg. klingt komisch, ist auch nicht ganz richtig. heute haben wir ein bewusstsein für mehrere tausend jahre kunstgeschichte und ihre sonderlinge. keine öffentlich dominante führungskaste der vermögenden und damit auch keinen totalitären anspruch an die kunst der zeit. sondern eine breitgefächerte angebot und nachfrage situation. in der kunstkünstlerhuren preise diktieren und die leichtgläubigkeit der nichtsahnenden ausnutzen, wobei kunst in der masse der propagierten versinkt. nicht weil sie nicht wert wäre gesehen zu werden, sondern weil sie nicht länger über unsere köpfe empor gehoben wird.

  4. I’m not convinced

    • Neither am I.

  5. wahre kunst:

  6. warum nicht gleich alle auf einen haufen?:

  7. ars artia gratis..


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