Wilde Tomaten erobern Mitteleuropa

Eben noch wähnten wir uns sicher, schon drängen ungepflanzte Tomatenfelder den globalen Umschwung ins Bild. Die Tomate ist ja nicht wirklich eine einheimische Pflanze, besiedelte aber in diesem Sommer unter den Augen des sehr bescheidenen Verfassers dieser Zeilen eine Kiesbank am Rand innerstädtischer Zivilisationsbrache.

Für lokal Initiierte: Westliche Wolfzahnau. Tausende gehen ungehindert ihren sinistren, solanalen Nachtschattenneigungen nach. Nur nicht besonders reif, selbst zu Anfang Oktober. Kein Wunder, stellt doch eine typische Flusskiesbank eher kalorienarmes Bodenvolumen dar, und Sonne kommt über die baumbestandene Uferböschung ab dem mittleren Nachmittag keine mehr. Trotzdem. Die florale Kontinentalverschiebung lässt sich nicht aufhalten. Nächstes Jahr dann Eukalyptus? pics cc by sa

4 Kommentare

  1. von tomaten den sprung zu eukalyptus zu machen ist schon ein wenig sehr krass, außer dem schreiber ist nicht bewusst wie HEIß es in australien tatsächlich ist:

    september 2011 bis september 2012:

    jahresdurchschnittstemperatur (für ganz australien) = 29,2°C

    jahresdurchschnittstemperatur (für ganz deutschland) = 9,9°C

    merkste den unterschied?

    übertreiben ist ja gut und schön, aber so weit übers ziel hinausschießen ist ja fast schon auf “mainstream-qualitäts-journalismus”-niveau . . .

    • von Dir Belehrung zum Thema Übertreibung – das entbehrt nicht einer gewissen Situationskomik…

  2. Öhm, Tomaten wachsen zumindest in meinem Stück Paralleluniversum / Niedersachsen schon seit geraumer Zeit…

    Kenn da ne Bauerngeschichte, wohl grob zwischen den 60ern und 80ern von meiner Ex: Und zwar hatten die in dem Dorf nähe Bad Harzburg wohl sowas wie ne offene… naja Jauchegrube für die komplette Bevölkerung… zumindest nen Jauchebach oder sowas…

    Und naja, wie es von der Natur beabsichtigt ist überstehen ja einige Samen den “Vorgang” und also stand da dann ein wirklich prachtvoller Tomatenstrauch mit wundervoll prallen, reifen, roten Tomaten in der Scheisse…

    Sollen sich wundervoll auf dem Markt im Nachbardorf verkauft haben…
    (Womit wir beim Thema Dörfer auf dem Teutschen Lande und ihre kleinen gemeinen Vendettas wären… ^^ Aus dem Heimatort hat natürlich keiner die Fäkaltomaten angerührt ^^ Wusste ja keiner aus welchem Anus die stammen, also hat mans dem Nachbarn verfüttert… Mit Profit natürlich, sollen sich glänzend verkauft haben…. :D

    • das waren keine jauchegruben sondern damals ganz normale und auf dem (vor allem weitem) lande weit-verbreitete natürliche gemeinschafts-pflanzenkläranlagen.

      ganz einfach deshalb weil erst im laufe der 50ziger sowie 60ziger allmählich und dann mit beschleunigung in den 70zigern – aber bis weit hinein in die 80ziger jahre die alles erfassende anbindung an die öffentlichen netze stattfand.

      hier ein kleiner überblick über solche anlagen (die heute wieder stark am kommen sind. wegen der teilweise immensen abwasserkosten-einsparmöglichkeiten meist im privaten bereich):

      http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenkl%C3%A4ranlage


Kommentarfeed TrackBack-Indentifikations-URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 765 Followern an