Hong Kong führt Mindestlohn ein

Und zwar in Höhe von 28 Hong Kong Dollars pro Stunde. Das sind immerhin 2,43 €, also 62% mehr als der deutsche Hartz-IV-Sklave bekommt, der seine Würde als Arbeiter nach wie vor für 1,50 auf den Markt tragen muss. bbc, pic Simon Tong cc by nc sa

Mindestlohn in der EU

Die Balkengrafik zeigt die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne in unserer EU-Nachbarstaaten: So viel bekommt eine Friseurin, ein Postbote oder ein Wachmann mindestens, in Luxemburg, Irland, Holland, Belgien, den Niederlanden, Britannien. In Deutschland weigert sich die Mitte-Rechts-Regierung beharrlich, einer Mindestlohnregelung zuzustimmen, so dass viele (knapp eine Million) Vollzeitarbeiter so wenig Monatslohn erhalten, dass sie zusätzlichen Anspruch auf staatliche Fürsorge haben. Lies mehr …

Billiglohnland Deutschland

Deutsche Arbeiter und Angestellte erhielten seit dem Jahr 2000 im EU-Vergleich den niedrigsten Einkommenszuwachs. In Rumänien stiegen die Löhne um das Fünffache, in Lettland um das Dreifache, in Bulgarien auf das Doppelte. Grossbritannien: + 41,5 %, Frankreich + 27,5 %, Deutschland + 15,2 % (für 8 Jahre, nicht pro Jahr). Wer gestern abend Anne Will gesehen hat, kennt die Scheinargumente gegen den Mindestlohn. Spätestens jetzt, meine ich. Wie gut, dass bald wieder Wahlen sind. Demnächst: Bayern.

Offiziell: Arme ärmer, Reiche Reicher

In Deutschland. Forscher der Uni Duisburg-Essen zeigten in einer Analyse: In den letzten 10 Jahren sind die niedrigen Einkommen (das unterste Viertel) um 13,7 % gesunken. Auch im kürzlichen Konjunkturaufschwung, auch bei Festanstellung. Besserverdiener mit Vollzeitjob haben über 10 % dazubekommen. Dazu die Frankfurter Rundschau: “Arbeitsmarktexperten aus dem Ausland blicken fassungslos auf Deutschland, denn solche Hungerlöhne sind selbst in Ländern wie Großbritannien unzulässig.” In anderen news vom selben Tag erfahren wir, dass der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, gegenüber der Financial Times erklärt: “Die Gesetze zur Ausweitung von Mindestlöhnen und der Gesundheitsfonds müssen zurückgedreht werden”.

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