Was genau ist jetzt das Beste im Mann?

In sehr kurzen Worten: Das mit dem nicht scheisse sein. Mehr Worte: Rasiererfirma Gilette hat den uralten Werbespruch mal in einen Kurzfilm gepackt und vor drei Tagen veröffentlicht. Elf Millionen Views and counting. Und natürlich die ganze Hass­lawine, die immer dann losdonnert, wenn jemand es wagt, toxische Männlichkeit auch nur anzusprechen. Nur dass diesmal keine einzelne Frau sowas gesagt hat, die man vielleicht mit sehr vielen Vergewaltigungs- und Morddrohungen ein­schüch­tern kann, sondern ein multinationaler Konzern, dem sowas elegant an seinem shiny metal ass vorbeizischt. Ja, richtig, ihr rasierenden Marketinggewinner der Wocher, Männer haben die Pflicht, andere Männer für ihr Verhalten in die Verantwortung zu nehmen. See something, say something. Und wisst ihr, Geschlechtsgenossen, eigentlich wäre das ganze beschissene Thema der sexuellen Gewalt (Belästigung, Vergewaltigung, Unterdrückung) völlig leicht aus der Welt zu schaffen: Einfach nicht machen. Einfach nicht scheisse sein, und wenn man als Mann noch so unsicher ist. Dafür müssen wir uns keine original Gilette Razor kaufen. Aber wir müssen das mit dem männlichen Scheissesein mal in den Griff kriegen. Ehrlich. Dann läuft auch alles andere besser.

Die Wahrheit über den Kapitalismus, aus italienischer Sicht

Politische Street-Art aus Rom: Blu ist seit 15 Jahren damit beschäftigt, Häuserwände mit den korrekten Farben zu versehen. Aktuell zeigt er uns mit „Capita“, wie ein bunter Wasserrutschenpark genau einen Weg zum Pool des Luxus hat, für die Elite des Landes, dazu eine für die Dienerschaft und Polizei und schliesslich mehrere in grau verlaufende Röhren, die Mitglieder der arbeitenden Klasse in eine grünlich schimmernde Abfallgrube werfen. Wir pittoresk, wie wahr. pic/klick/grösser

Wie unsere Gene unser Leben bestimmen (garicht)

Die allgemeine Vorstellung, gegründet auf zurückliegenden Forschungsergebnissen und Theorien, ist, dass unser Ergbut, die Gene, Chromosomen, DNS, unser Leben und das unserer Nachfahren bestimmen. Ob man erfolgreich, schön, glücklich wird. Wir sollten allerdings nicht übersehen, dass der heutige Forschungsstand ein völlig anderer ist: Nämlich dass alle Organismen im Laufe ihres Lebens die eigene DNS umprogrammieren, und dass die anlässlich der Fortpflanzung weitergegebenen Informationen tatsächliche einen maximal winzigen Einfluss auf die nächste Generation haben. Detailliert hier: It’s the End of the Gene As We Know It pic Steffen Dietzel cc by sa

Amazon Direktkaufbutton Dash: Illegal

Die Verbraucherzentrale NRW hat gerichtlich durchgesetzt, dass der Amazon Dash Button hierzulande nicht verkauft werden darf. Der ach so praktische Nachfüllknopf sollte nach den Vorstellungen von Amazon, dem derzeit weltweit ausdrucksstärksten Kapitalismusdarsteller, an Waschmaschinen und andere Orte des wiederholten Konsums geklebt werden. Mit einem einzigen Druck sollen Konsumenten dann Waschpulver (oder andere Verbrauchsmaterialien) nachbestellen können, wobei sich Amazon nicht auf einen Preis, Liefertermin, nichtmal die Marke festlegen lassen will. Was natürlich nicht in die Tüte kommt. Gut, dass es (noch) keine internationalen Schiedsgerichte gibt, wie sie unsere Konzerne gerne per TTIP, JEFTA, CETA usw installieren wollen, dann wäre ein solches oberlandesgerichtliches Urteil anfechtbar. pic amazon

5 Millionen mal gelesen

Das kleine Blog hier. 11k2. Seit August ’08. Wobei die 5 Millionen page impressions (Seitenaufrufe) bei 715.810 Besuchen (unique visits) erzeugt wurden. Also 6,99 angeklickte Beiträge pro Besuch. Ganz schön viel, wenn der Durchschnitt im Online-Publishing eher zwischen 2 und 3 liegt. Das würde bedeuten, dass die durch­schnitt­liche 11k2-Leserin eine Menge Beiträge ansieht. Oder die Bots machen seltsame Dinge. Man rechnet ja grade damit, dass rund die Hälfte von allem, was im Internet passiert, von Bots verursacht wird. Egal, sollen die meinetwegen auch Spass haben. Für mich ist dieses Blog aber eigentlich ein jahrelanger Kommunikationsvorgang, ein Gespräch über Themen, die mich interessieren, mit allen Leuten (und Bots), die daran teilnehmen möchten. Mal sehn, welche Themen in der nächsten Zeit so auf uns zukommen. Was meint ihr so?

Ölwechsel abgeschlossen, im Auge

Heute mittag wurde der Rest Silikon-Öl aus meinem rechten Auge entfernt (mit 2 Kanülen), das man mir zu meiner ersten Netzhautoperation im April ’14 eingefüllt hatte. Weil Silikon anorganisch ist und sich deswegen nichts entzündet. Im Sep­tem­ber ’14 kam das Öl wieder raus, danach fing das ganze Theater mit der Netz­haut­entzündung an, das mir 2 Jahre lang schwer die Laune verdorben hatte. Im Juni ’18 kam dann noch ein sekundärer Katarakt (Nachstar) dazu, den man aber erst weg­lasern kann, nachdem die letzten Öltröpfchen aus dem Augeninneren entfernt wurden. Das ist nun passiert, die OP selber war extrem smooth und problemlos, in ein paar Wochen kommt dann der Laser dran, der mir die Sicht wieder freischiesst. Dann seh ich mit dem rechten (das linke ist ganz ok) wieder so gut wie bis zum letzten Frühjahr. Was viel besser war als es zur Zeit ist. Na also. Alles wird besser. Im Moment hab ich noch einen glänzenden Kunststoffdeckel über dem rechten Auge und sehe daher aus wie ein Cyborg-Schurke aus einem nicht so teuren SciFi, aber das wird morgen in Ordnung gebracht. pic Dvortygirl cc by sa

Happy halal 2019

Euch allen ein gesegnetes (von der spirituellen Zentralorientierung eurer Wahl), glückliches 2019. Gutes Essen, gute Laune, Gesundheit, Abwesenheit von Trollen aller Art, Gerechtigkeit wo man sie braucht, Freiheit wo immer sie nicht anderen schadet, Erfüllung aller Wünsche vorausgesetzt man braucht den Kram wirklich. Die Verwendung des Wortes halal hat sich über das vergangene Jahr von einer Lebens­vorschrift des Islam (alles was erlaubt und gut ist) weiter entwickelt zu „alles womit man rechte Trolle ärgern kann“. Ich bin nicht sicher, ob dieses kleine Blog den ernsten Regeln der islamischen Lebensführung enstpricht, ich hab da sogar meine Zweifel, aber rechte Trolle zu ärgern ist eines seiner Hauptaufgaben. Insofern wäre es, nach popkultureller Definition, halal. Überhaupt bin ich sehr froh darüber, dass arabische Kultur, islamisch oder nicht, endlich wieder im kalten, düsteren Europa Fuss fasst. Da wächst zusammen, was zusammen gehört. Maschallah also, oder wie es der von euch präferierten spirituellen Ausrichtung gefällt.