Die Wahrheit über Covid-19-Booster

Hätte ich nur auf meine wissenschaftsfernen Freunde gehört! Hier der Beweis: mRNA-Impfungen verwandeln dich in ein Stück nicht zu mageren Metzgerschinken. Ja, ich weiss. Das ist schon sehr sarkastisch. Und ein bitterer Joke auf Kosten von Leuten, die mit dem Leben in times of ‚rona überfordert sind und unbedingt irgend etwas glauben wollen. Mit anderen Worten: genau mein Humor. Von Nurse D, Ham Pun Enjoyer, via blört

Covid-19 Desinformation, ein Millionenbusiness

Covid-19-Desinformation, also bewusste Irreführung, stammt in Sozialen Medien (zumindest in den USA) zu zwei Dritteln aus ganzen 12 Quellen. Ein Viertel aller Tweets mit Falschbehauptungen stammt von Robert F. Kennedy Jr, Nachfahre des US-Präsidenten und Verschwörungstheoretiker. Warum tun Leute so etwas, warum werden diese Lügen ohne Faktengrundlage verbreitet? Um damit sehr viel Geld zu verdienen, durch den Verkauf von nutzlosen Nahrungsergänzungsmitteln, nutzlosen Bücher und Werbeeinnahmen auf ihren ansonsten nutzlosen Webseiten und Youtubevideos. Ein Teil dieser Verunsicherung wird, wie wir wissen, von ausländischen Geheimdiensten (vor allem dem russischen) und von einigen wenigen Milliardären bezahlt, aber das Gros ist einfach Geschäftemacherei. Die Epidemologin Dr. Katelyn Jetelina hat das hier zusammengefasst, die Grafik stammt aus einer Studie von Francesco Pierri , Brea L Perry et al.

Ein glückliches neues Jahr des Hasen!

Euch allen ein glückliches und fröhliches neues Jahr! Seit heute wird in China das Neujahrsfest gefeiert, für das kommende Jahr des Hasen. Wir hoffen natürlich alle, dass der Tierkreis-Hase uns Glück und gute Laune mitbringt. Das gestern abgelaufene Jahr des Tigers hat das ja nur so teilweise hingekriegt. Ja, natürlich ist das ein bischen schwierig, ein fröhliches chinesisches Fest mitzufeiern, wo doch das alte Kulturland heute so eine verdammte Diktatur ist. Oder eben ein Kaiserreich. Aber halt. Es gibt ja noch ein anderes China. Mit Demokratie. Und Verfassungsrecht. Nämlich Taiwan. Was für ein Glück. Dann also chūn jiē kuài lè. Oder kung hei fat choi.

das hübsche Pic ist von Coshi Dragonite

Neue Freunde im Weltall: The Outer Worlds

Das Role Playing Game The Outer Worlds wurde 2019 vom Spielestudio Obsidian veröffentlicht, und ist bis morgen im Steam Sale (und bei Epic, GOG), für ein Drittel des vollen Preises zu haben. Wenn du mit RPGs etwas anfangen konntest, Fallout, Skyrim, Mass Effect oder auch Borderlands mochtest: Hols dir. Warum? Weil es das derzeit beste RPG seiner Art ist, und für Gamer sinnvoll verbrachte Lebenszeit. Was ich daran besonders mochte, ist das Companion-System. Du kannst dir bis zu 6 schrille Charaktere in dein Team holen und jeweils zwei davon mit auf Ausflüge nehmen. Die freundlichen Neumitglieder deiner Raumschiffbesatzung bringen nicht nur Skills und Feuerkraft mit, sondern quasseln auch die ganze Zeit, geben Tipps, und bringen eigene Quests mit. Die du natürlich alle durchspielen möchest, weil es schön schräge, liebevoll erzählte Geschichten sind. Überhaupt möchtest du alle Nebenquests durchspielen, weil sie dich weiterbringen, und weil sie Spass machen. Dann mal viel Glück im Halcyon-System!

Happy Mittwinter!

Wir haben es geschafft! Heute ist der kürzeste, schwärzeste Tag des Jahres, und heute Nacht die längste, dunkelste Nacht des Winters. Und ab morgen früh, ab dem ersten Licht, geht alles wieder aufwärts. Mittwinter ist ein Grund zu Feiern. Nicht dieser christliche Abklatsch davon, der immer ein paar Tage zu spät abgehalten wird und auch nicht der julianische und gregorianische Kalenderanfang. Beides künstliche Termine, erfunden, um einen Machtapparat darauf zu errichten. Ganz anders Mittwinter, ein physikalisch eindeutig bestimmbarer Tag. Harte Fakten, ideologiefrei. Und eine Nacht zum Feiern. Mit oder ohne Alkohol, je nachdem, welchen Göttern du gerade opfern möchtest. Cheers auf die Rückkehr der Sonne! das pic ist von mir und cc by sa

Warum wir niemals Kernfusionskraftwerke haben werden

Kernfusion löst alle Probleme, Energie im Überfluss ohne Nachteile, erst kürzlich wurden in den USA bedeutende Fortschritte gemacht, die Zukunft steht vor der Tür… sagen die Fans der Kernfusion. Maury Markowitz ist Physiker, lebt in Toronto, Kanada, und betreibt in seiner Freizeit das WordPress Blog Energy Matters, in dem er sich mit Fragen der Energiewende beschäftigt. Oder besser gesagt, in dem er alles nachrechnet, was mit Energie zu tun hat. Zum Beispiel mit der Kernfusion. Die wir nie bekommen werden, wie er uns vorrechnet, und zwar aus wirtschaftlichen Gründen. Aus volkswirtschaftlichen Gründen, weil Sonne, Wind und andere Formen regenerativer Energie extrem viel billiger sind. Heute schon, in 20 Jahren noch mehr. Und aus betriebswirtschaftlichen Gründen, weil der Bau eines Fusionskraftwerks so teuer wäre, dass keine Bank die Finanzierung übernähme. Und kein Unternehmen einen solchen Gigakredit tragen könnte. Etwas ähnliches passiert gerade mit den angeblich so sauberen Kernspaltungsreaktoren, auch die sind im Verhältnis zu regenerativer Energie inzwischen zu teuer. Das sind die harten Zahlen. Warum haben wir dann noch nicht alles mit PV und Windräder vollgestellt? Weil die fossilen Energieträger im Moment für privatwirtschaftliche Unternehmen zu lukrativ sind. Aber lest Maurys Ausführungen selber: Why fusion will never happen. Via mefi, das pic ist vom livermore labor und pd

Fusion bleibt Energie der Zukunft

Kernfusion als Energiequelle lag zu jedem Zeitpunkt der Vergangenheit 50 Jahre in der Zukunft. Sagt ein alter Physikwitz. Jetzt haben die Forscher:innen an der National Ignition Facility des Lawrence Livermore National Labors in Kalifornien nach eigenen Angaben einen epochalen Durchbruch erzielt. Erstmal ist es gelungen, eine Fusionsreaktion zu erzeugen, die mehr Energie abgibt, als zur Erzeugung verbraucht wird. Allerdings warnen die Wissenschaftler:innen vor zu grossen Hoffnungen – bis Grosskraftwerke mit dieser Technologie gebaut werden können, werden Jahrzehnte vergehen.

Also. Nehmen wir an, Fusionsenergie steht nicht erst in 50, sondern schon in 40, oder gar 35 Jahren zu Verfügung. Was machen wir in der Zwischenzeit? Einfach Kohle, Öl und Gas weiter verbrennen? Dann haben wir in 35 Jahren kaum noch Bedarf mehr nach elektrischer Energie, weil dann weite Teile der Erdoberfläche für Menschen unbewohnbar geworden sind. Schlechte Idee. Oder wir setzen auf unfassbar teure, und ohne massive öffentliche Zuschüsse nicht mögliche Kernspaltungskraftwerke. Die dann noch mehr hochgiftigen, krebserregenden Abfall produzieren, für den es auf der ganzen Welt keine sicheren Lagermöglichkeiten gibt. Ok. Auch nicht.

Glücklicherweise verfügen wir über ausgereifte Technik, die uns genügend Energie liefert. Egal, ob wir irgendwann Kernfusion haben oder nicht. Nämlich die Kombination von Solarzellen und Windrädern, in einem Verbundnetz mit Speichern. Von diesen können wir beliebig viele aufstellen, ohne echte Nachteile. Aber halt – diese Art von Stromerzeugung hat tatsächlich gewaltige Nachteile. Nicht für uns, aber für die bisherigen Energielieferanten, nämlich sowohl, die Öl-, Gas- und Kohlelieferanten als auch die Betreiber von Grosskraftwerken, die solche fossile Energieträger verbrennen. Die hätten dann keine Geschäftsgrundlage mehr, sondern müssten sich der Konkurrenz vieler kleiner Anbieter (bis hin zum Mini-PV-Balkonkraftwerk) stellen.

Und genau deswegen betreiben die Fossilbarone (nennen wir die Besitzer dieser Unternehmen mal so) seit Jahrzehnten Politik und Propaganda dagegen. Und das ist das Problem. Was kann man da machen? Die gängige Antwort darauf lautet: Da muss sich „die Politik“ drum kümmern. Nur: Wir haben ja schon seit dem Ende der Nazidiktatur in Deutschland demokratisch gewählte Regierungen. Die dann genau diese Politik gemacht haben. Wenn wir also eine andere Politik haben wollen, müssen wir andere Parteien wählen. Und welche? Das können wir nachschauen.

Zum Beispiel auf abgeordnetenwatch.de, wo die Antworten von Politiker:innen, und deren Abstimmungsergebnisse veröffentlicht werden. Da sehen wir also, wer wie abgestimmt hat, und können bei der nächsten Wahl entsprechen handeln. Und wenn wir das alle machen, kriegen wir eine zukunftsorientierte Politik. Ausser, wir sind zu faul dazu, oder haben Angst davor, dass unsere Ansichten durch die Tatsachen verändert werden könnten. Aber das sehen wir ja dann. Bis dahin wünsche ich den Fusions-Forscher:innen viel Erfolg. Vielleicht werden wir ja irgendwann verwenden, was sie herausfinden.

das Pic ist von Rodolfo Clix aus Sao Paolo, Brasilien und cc nc

The Würst Nürse Cürse

Würst Nürse ist die australische Antwort auf den globalen Pflegenotstand: 5 Krankenschwestern aus Melbourne laden ihre Frustration, Überarbeitung und ihre Wut auf eine Bandcamp-Seite. The W​ü​rst N​ü​rse C​ü​rse ist ihre 5-Track EP vom April, auch zu empfehlen die neue Single Fresh Outta Bedpans. via pop&rewind

Tschüss Twitter, hallo Mastodon

Ich bin seit ungefähr 2009 auf Twitter, und das kleine Blog (das gibts seit 2008) hier auch. 11k2 hatte schnell einen eigenen Twitter-Account und postete die Beiträge selbst. Wie praktisch. Jetzt wurde Twitter allerdings auch von einem rechtspopulistischen, egomanischen Milliardär übernommen (ich glaube, alle Milliardäre sind rechtspopulistische Egomanen) und macht keinen Spass mehr. So wie Facebook, diese dystopische, apokalyptische Version von America Online, die per Algorithmus nur das Schlechteste aus Menschen herausholt. Glücklicherweise gibt es Mastodon, dezentrales Microblogging, also kann ich da weiterreden, und das hier ist der letzte Beitrag, den das 11k2-Blog automatisch auf Twitter postet. Fühlt sich befreiend an. Ihr findet mich im Fediverse unter @fnberger@home.social . 11k2 out.

Mel Made Me Do It

Seit ein paar Wochen online: Stormzys neues Single-Epos Mel Made Me Do It. Diesmal nicht mit der geballten Faust der working class wie in Big For Your Boots oder Vossi Bop, sondern als Longform-Rap zwischen Talkshow und Black Culture, mit Kalimba-Grime-Track und mehr Message pro Quadratmeter als das restliche Genre. Trotzdem oder eben deswegen wird der UK-Charts-Topper Stormzy hierzulande überhaupt nicht wahrgenommen (ausser vor ein Jahren mal, mit Schwiegersohn-Troubadour Ed Sheenan). Klar, weder können Durchschnittsdeutsche ihren Körper ausserhalb von Polkarhythmen bewegen (abgesehen von einer Minderheit), noch wird die Botschaft einer selbstbewussten schwarzen Kultur in Deutschland, dem proud home of the holocaust (das sich einseitig zum Verbündeten Israels erklärt statt Verantwortung für die eigene Vergangenheit zu übernehmen) überhaupt nur ansatzweise verstanden. Der erwähnte Durchschnittsdeutsche hat (abgesehen von der erwähnten Minderheit) Schwierigkeiten damit, auch nur zu sehen, dass es eine schwarze Kultur gibt, oder auch nur irgendeine Kultur südlich des Fleischwurstäquators. Da ist also noch Raum für Verbesserungen. Positiv ausgedrückt. Oder wie es Stormzy selber sagt: „Ich war so lange der Sündenbock für euch, ich vermute ihr findet es nicht so aufregend, wenn ich gewinne. Buhu, holt schon mal die Geigen raus.“ Und: „Was soll ich sagen? Ich bin sowas wie ein junger, schwarzer Präsident Biden, mit nem Haarschnitt.“ Word.

Fleisch oder Autos? Das können wir uns aussuchen

Eigentlich wissen wir das seit Jahren: Ein Viertel der globalen Erwärmung (die uns zunehmend massive Probleme bereitet), wird durch Landwirtschaft verursacht. Doppelt so viel wie alle Autos (und andere Verkehrsmittel) der Erde zusammen. Ja, aber, wir müssen doch alle essen? Den Unterschied macht hier, was wir essen. Wie uns die University Of California hier sehr anschaulich vorrechnet, verursacht ein einziges (Rinder)Steak 330g CO2(Äquivalent), ein gleich grosses Stück Huhn nur 52g, Fisch (der aber andere Probleme verursacht) nur 40g, Gemüse 14g, Linsen: 2 Gramm. Ein Steak verursacht also 165 mal so viel Klimakatastrophe wie ein Essen aus Hülsenfrüchten. Am Rande eine schlechte Nachricht für mehr-oder-weniger-Vegetarier: Milchprodukte stammen fast ausschliesslich von Rindern und sind genauso schlecht für unseren Planeten wie Steaks. Nochmal: Lebensmittel aus Tieren (Fleisch, Milch etc) verursachen genau so viel globale Erwärmung wie alle Transportmittel zusammen (Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe, Züge etc). Vor allem, weil diese Tiere so viel Methan von sich geben. Ausserdem benötigt die weltweite Fleischherstellung mehr als eine Milliarde Tonnen Getreide pro Jahr. Das wäre genug, um 3,5 Milliarden Menschen zu ernähren. Kinder verhungern also in den armen Ländern, damit wir Fleisch auf dem Teller haben. Und ja, das Fleisch wird fast ausschliesslich in den reichen Industrieländern verbraucht. Trotzdem ist es nicht nötig, völlig auf Tierprodukte zu verzichten, um unser Klima nicht zu kippen. Die sogenannte Mittelmeerküche produziert nur unwesentlich mehr CO2 (und Methan) als vegane oder vegetarische Ernährung. Würden wir alle umsteigen auf viel Gemüse und wenig Fleisch, könnten wir 15% der Klimagase einsparen. Ein Sechstel weniger globale Erwärmung. Das ist es, was wir Einzelnen tun können. Jeden Tag. via mefi

Heute ist der 8-Milliarden-Tag

Die UN hat ausgerechnet, dass die Zahl der Menschen heute die Marke von 8 Milliarden überschritten hat. Vor 12 Jahren waren es noch 7 Milliarden, aber die 9-er Marke reissen wir erst in 15 Jahren. Weil sich das Bevölkerungswachstum weltweit seit den 1960ern (nach dem „Babyboom“) verlangsamt. Und auch 10 oder 11 Milliarden (das wird dann der Scheitelpunkt, danach wird die Zahl der Menschen wieder langsam abnehmen) sind kein Problem für unseren Planeten. Weil nämlich die allermeisten Menschen sehr wenig Ressourcen verbrauchen und sehr wenig Umweltbelastung erzeugen. Nur eine kleine Gruppe, die Bewohner der Industrieländer, verursachen riesige Probleme, indem sie veraltete Technik benutzen, weil dieses für einzelne unter uns unermesslichen Reichtum bringt. Wir könnten unseren Lebensstandard halten, und diesen für alle anderen Leute auf unserem Planeten öffnen, wenn wir aufhören, Energie aus Verbrennung zu beziehen und den Planeten mit Plastikmüll und Chemikalien zu verdrecken. Aber heute können wir ein bischen feiern: Seid umschlungen, 8 Milliarden!