Capoverso – ein Einschnitt nach 14 Jahren

Nach fast 14 Jahren ein neues WordPress-Theme: Capoverso (ital. Einschnitt). Weil das von 2008, Neo Sapiens, nicht mehr unterstützt wurde. Nachvollziehbar, weil sich das WWW in diesen 14 Jahren enorm verändert hat: Heute gehen (in old germany) über 80% aller Nutzer mobil ins Internet. Nicht mehr per PC, den nur noch Online-Trilobiten wie ich benutzen (ich hatte ab 1996 einen eigenen Internetzugang). Deswegen werden Webseiten und WordPressblogs heute eben vor allem für Smartphones geschrieben. Ich weiss, ich weiss: Auf den Inhalt kommt es an. Der ist nun eben moderner verpackt. Das Pic mit dem Einschnitt oben ist von Susanne Jutzeler und cc0.

Usha Jey: Where the f-though, where the love go?

Die tamilische Tänzerin und Choreografin Usha Jey lebt in Paris und zeigt uns gerade, was wir von der Globalisierung haben könnten, würden wir sie nicht hyperreichen alten Faschisten überlassen: Eine weltumspannende Kultur, die alle Menschen reicher macht, nicht nur sehr wenige, die den atemlosen Augenblick rund um den gesamten Planeten dehnt, überall gleichzeitig ist und alles verwendet, was diese Zivilisation geschaffen hat. Nur eben positiv, und ohne Klima- und andere Katastrophen. Ich glaube, Usha Jey zeigt uns gerade die nächste Entwicklungsstufe unserer Spezies. Kommunismus hat ja nicht funktioniert (wir waren zu doof dafür), dann also eben globale Choreografie. via blört

Chat Pile: God’s Country

Die Berge von Splitt und Abraum, die seit der Gewinnung von Blei und Zink vor 100 Jahren ganze Landstriche der USA vergiften, stellen einen sehr malerischen Band-namen: Chat Pile. Entsprechend beschäftigt sich die Band mit den Abgründen des Kapitalismus. Im Track „Why“ schreit der Sänger über die krachenden Drums und stählernen Gitarren: Warum? Warum müssen Leute im Freien schlafen? Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten, Obdachlosigkeit zu verhindern. Warum tun wir das nicht? Hört euch auf bandcamp an, wie beeindruckend Noise Rock in den 2020s klingen kann. Mehr noch als in seinem Ursprungsjahrzehnt, den 1990s.

Mit einem lauten Knall abtreten

Genau das wäre mein Traum einer Bestattung: Mit einem Loved One Launcher und einer Packung biologisch abbaubarer Konfetti ein letztes Mal in die Welt geballert werden. Der Hersteller weist ausserdem darauf hin, dass eine handelsübliche Urne so viel Asche enthält, dass man zwei mal ballern muss, um den Dahingeschiedenen auch wirklich loszuwerden. Ans Universum. Die vom Krematorium angelieferte Asche kann dabei über 20 Meter weit geschleudert werden, also Vorsicht. Winziges Problem ist das nach Bundesländern unterschiedliche Bestattungsgesetz, das etwa an meinem Wohnort das lustige finale Hinausballern meiner Asche als Ordnungswidrigkeit ahnden würde. Da müsste ich also ein Budget für die amtlichen Geldbussen der Kanonen-bestattungsgäste vorsehen. Der Loved One Launcher von Cremation Solutions kostet übrigens 395 USD plus Konfetti und Versand. Klingt ok. via boingboing

Firefox: Noch mehr Schutz für die Benutzer

Die Entwickler des Firefox-Browsers, Mozilla, haben eine neue Sicherheitsvorrichtung in die nächste Version des beliebten Browsers eingebaut: Total Cookie Protection. Bisher nämlich speichern alle Browser alle Cookies (kleine Textdateien, die von der Webseite an den Browser geschickt werden), im selben Ordner. Deswegen können andere Webseiten sehen, welche Webseiten du bereits besucht hast, und daraus ein Profil von dir gewinnen. Das bedeutet: Eine Webseite kann dir noch persönlichere Werbung anzeigen, nicht nur für Zahnpasta oder Freizeitbekleidung, sondern auch für manipulierende politische Propaganda, die direkt auf deine Ängste und Schwächen abzielt. Damit ist jetzt Schluss, weil Firefox in Zukunft die Cookies jeder einzelnen Webseite in einen eigenen Ordner legt. Das ist ein grosser Schritt hin zu mehr Sicherheit im Internet, und zusammen mit den bereits integrierten Sicherheits-massnahmen macht das den Browser zum sichersten seiner Art, und weit besser für deine Privatsphäre und deine Manipulierbarkeit als Chrome (von Google), Edge (von Microsoft) oder Safari (von Apple), die allesamt dein Verhalten im Internet ausspähen und auswerten, um dich damit wirtschaftlich verwertbar zu machen. Ich habe übrigens zusätzlich auf allen Geräten Firefox so eingestellt, dass er beim Beenden alle Cookies löscht, so dass ich zwar bei jedem neuen Besuch von zB Youtube auf „Ja, ok“ oder „Nein, danke, keine Cookies“ klicken muss, dafür aber als neuer Besucher ohne persönliche Vorlieben erscheine.

tl;dr Bitte verwendet Firefox, egal welches Gerät oder Betriebssystem.

Salem, Massachusetts: Christliche Terrorattacke

Im friedlichen Städtchen Salem im US-Bundesstaat Massachusetts verübte am Samstag (11.Juno) ein christlicher Terrorist einen Brandanschlag gegen den Hauptsitz des Satanic Temple. Er vergoß Benzin oder eine andere leicht brennbare Flüssigkeit und entzündete sie, wie die Sicherheitskamera aufzeichnete. Der 42jährige in einem Tshirt mit dem Aufdruck „God“ wurde am Tatort gefasst, weil er die Löschungsarbeiten durch die örtliche Feuerwehr beobachtete. Ist es nicht an der Zeit, diese gewalttätige Religion in ihre Schranken zu weisen, die in den vergangenen Jahrhunderten Millionen von Menschen das Leben kostete, und die bis zum heutigen Tag sichtlich nichts von ihrer Gewaltbereitschaft eingebüsst hat? Natürlich soll das persönliche Recht auf Spiritualität für niemanden eingeschränkt werden, nur der terroristische Teil. CBS hat die Details und das Securityvideo online. [Disclaimer: Der sehr bescheidene Autor dieser Zeilen ist seit 2017 stolzes Mitglied des TST, einer zutiefst humanistischen und vernunftorientierten Vereinigung.]

Chaotic Neutral Human Wizard

Stimmt es, dass man sich mit der Zeit, mit neuen Erfahrungen, mit überwundenen Problemen, Niederlagen, Erfolgen, verändert? Das will mir zumindest einer der präzistesten Persönlichkeitstests, nämlich der Dungeons&Dragons Character Test nahelegen. War ich demnach vor 9 Jahren noch Chaotic Good Human Bard/Rogue, so hat sich meine Persönlichkeit durch die durchaus turbulente Zeit seither wohl verändert, nämlich zum Chaotic Neutral Human Wizard. Also jemand mit weniger sozialen Interessen, eher ein Einzelgänger, der sich ungern an Regeln hält und seine Vorhaben durchzieht, no matter what. Wow. Das hatte ich nicht erwartet. Eher die gegenteilige Entwicklung. Aber ok… wie ist das bei euch? Das sehr gelungene Pic ist von Gerry Arthur. Und hier gehts zum Test. Viel Glück.

Woher kommt die Inflation?

In den letzten beiden Jahren sind Konsumgüter, Energie, Mieten drastisch teurer geworden, in Einzelfällen (Gemüse) um bis zu 25%/Jahr. Woher kommt diese Kostenexplosion? Vom Coronavirus, von Putin, oder doch von der Lohn-Preis-Spirale, wie von der nach Eigenangaben „konservativen“ Presse behauptet? Der US-Wirtschaftshistoriker Adam Tooze, derzeit Professor an der Columbia University und Direktor des dortigen European Institute, hat die Zahlen zusammengebracht und fasst zusammen, was zusammengehört:

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10 Jahre Linux

Im Sommer ’12 hab ich zum ersten Mal Linux installiert, Ubuntu im Dual Boot (also parallel zur vorhandenen Windows Installation), und hab das seither mit all meinen Rechnern gemacht, Desktop und Notebook. Warum? Weil mir Windows zu fehler-anfällig und unsicher war. Ok, Windows 10 ist mittlerweile ziemlich stabil und für Gaming gut zu gebrauchen, aber in das wilde Internet möchte ich nicht mehr hinein surfen, mit einem Betriebssystem, das für Fernwartung gebaut ist. Tatsächlich hat Linux auch seine Macken: Es gibt nicht für jede beliebige Hardware vernünftige Treiber, und die Softwarepalette ausserhalb von Internet/Produktivität ist überschau-bar. Wobei mir auf der Arbeitspartition die Auswahl Firefox, Thunderbird, Libre Office und Gimp völlig genügt. Und wenn es mal ein Problem gibt, ist die Kommandozeile in Linux sowohl mächtiger als auch sicherer als in Windows. Ich denke mal, ich werde das weiter so halten: Ein hübsches, einfach zu benutzendes Ubuntu plus irgendein dualgebootetes Windows für die Spielsachen. Hier, probiert es selber aus.

Was ich mir heute wünsche, Ausgabe 62

Nein, ich wünsche mir heute keinen älteren sowjetischen T-62 medium battle tank, weil ich Militär und Krieg nach wie vor verabscheue. Aber ich wünsche mir, dass die Ukraine von diesen und ähnlichen Typen genügend aufstellen kann, um sich gegen die faschistische Invasion Russlands zu verteidigen. Und möglichst schnell Frieden zurück zu bekommen. Letzteren bitte auch für Kurdistan und (Ohne T-62) für die zerstrittenen Geschwistervölker in Palästina. Und dann noch Gesetze für Solarzellen auf allen Hausdächern (auch Industrie), damit wir die Kohle-, Öl- und Edgaskraftwerke abschalten können, und für Zuschüsse zum öffentlichen Verkehr (im Gegensatz zum motorisierten Individualverkehr). Damit die Erde auch in 20 Jahren noch schön ist. Das ist doch wohl nicht zuviel verlangt? Hallo?

The Fringe: Der Schmutzrand der Galaxis

Prospect war 2018 einer der Handvoll besten SciFi-Filme der letzten Jahre, in einer Liga mit District 9 oder Arrival. Jetzt hat die Indie-Filmcrew um Zeek Earl und Chris Caldwell ein neues Projekt angekündigt, mit einem dreckigen, fiesen Aussenseiter-kosmos am Rand irgendeiner Galaxis, reichlich Hintergrundstory und massiven, modernen Crowdfunding-Plänen: The Fringe. Das Teaser-Video ist schon ne Klasse für sich, ich bin bereits aufgeregt und gespannt. „Help us, Zeek and Chris, you’re our only hope.“ via quietearth

Krause: The Art of Fatigue

Der Bandname klingt nach potentiell schlimmem deutschen Mundart-Rock, die 4 Alben dagegen gar nicht. Wie auch, Krause kommen aus dem Untergrund der griechischen Metropole Athen und legen ein so extremes Noise-Rock-Brett hin, wie man es seit seligen Amphetamine-Reptile-Zeiten nicht mehr gehört hat. Ein Brett, das muss man dazu sagen, das mit einer dicken Schicht Distortion überzogen ist, gesprenkelt mit Pulver, das manche gerne gegen Müdigkeit und Langeweile konsumieren. Musik, die glücklich macht. Hört selber.

Das eigentliche Problem mit Dämonen

Wie aus einem von Ali Karjoo-Ravary, Kulturwissenschaftler und Juniorprofessor für Islamforschung an der Bucknell University in Lewisburg, Pennsylvania wiederveröffentlichten Fachbuch aus dem frühen 20sten Jahrhundert hervorgeht, kommen Dämonen nachts ins Schlafzimmer der Sterblichen geschlichen und lecken an deren Füssen. Ausserdem, so beschreibt der Begleittext, sei es ein Segen, dass Menschen die Dämonen normalerweise gar nicht sehen können, was angesichts der vielen Abbildungen des Buchs durchaus schlüssig wirkt. Diese Dämonengeschichte klingt jetzt zunächst mal lustig, ist aber auch darüber hinaus erwähnenswert, weil der kulturwissenschaftliche Blick ins historische Persien eben viel ungehinderter die Schwachstellen der menschlichen Psyche enthüllt. Heute glauben Menschen dann eher daran, dass die Impfung gegen Covid-19 gefährlicher sei als die Krankheit selbst, dass es schon immer warme und kalte Jahre gegeben hätte (und keine heranrollende Klimakatastrophe) oder dass eine irgendwie zionistische Weltelite die (weisse, christliche) Bevölkerung der Industrieländer durch muslimische Einwanderer ersetzen will. Also Dinge, die bei direktem Anschauen mindestens genauso bizarr wirken wie der oben abgebildete Dämon mit dem Zehenfetisch. via publicdomainreview

So many metal bands, so little time

Viel zu selten finde ich die Musse, stundenlang Musik zu hören. Kein Wunder, dass ich mich dauernd müde fühle. Aber vielleicht liegt das auch an den drei Jobs, die ich late-capitalism-kompatibel jongliere. Heute lohnte sich jedenfalls ein Besuch auf dem grossartigen Metal Injection Blog, das der Welt umfangreiche Listen im Stil von „20 Underground Metal Bands, die du im Februar verpasst hast“ zur Verfügung stellt. Was das Hauptproblem unserer Informationsgesellschaft direkt adressiert: Es ist zuviel. Von allem. Und was alles, was du als Underground Publizist tun kannst, ist filtern, kuratieren. So wie hier im 11k2. Die Cancer Bats dagegen sind eine extrem sympathische und wundervoll unernste Metal Combo mit einem wundervoll unernsten Metal Bandnamen und ebensolchen Videos. Also, weiter mit den anderen Bands:

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CSU, die Grossmutter des Rechtspopulismus

Ja, die Kombination aus Corona, Lieferkettenversagen, russischem Überfall auf die Ukraine und ungebremstem Turbokapitalismus kippt gerade Millionen Bundes-bürger:innen in die Armut. Obdachlosigkeit, nicht mehr dreimal täglich was Vernünftiges essen können, keine kulturelle Teilhabe ausser „Gratisdownloads“ über öffentliches Wlan. Und was schlägt Stefan Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im Bundestag, als Lösung vor? Die Rundfunkgebühr für drei Monate aussetzen, und dafür einen Teil des Programms streichen. Welchen, dass solle „Die Politik“ entscheiden. Womit Herr Müller zeigt, dass er nicht nur dreckigen, demokratiefernen Populismus mag (Abschaffen des ÖRR ist eine zentrale Forderung unserer Rechtsaussenparteien), sondern auch gar keine Ahnung hat, wer über das Programm der öffentlich-rechtlichen entscheidet. Nicht „Die Politik“, Herr Müller. Wir sind hier nicht in Russland, Herr Müller. Und wo ist der deutsche Journalistenverband DJV, wenn man ihn braucht? On spot. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall antwortet hier treffend: „Genauso gut kann man auch drei Monate Gratiseinkauf im Supermarkt fordern.“ Oder die Einführung eines garantierten Grundeinkommens von 1200 Euro pro Person und Monat. Das würde auch gehen. FAZ, pic blende12 cc0

Der Vater des Algorithmus

Algorithmen, also eigentlich Beschreibungen von Lösungswegen, sind die Motoren des heutigen Informationszeitalters. Sozusagen. Das Wort Algorithmus stammt vom Namen eines der bedeutendsten Mathematikers unseres Kulturraums, der vor über 1000 Jahren grundlegende Bücher zu Algebra, Arithmetik, Geografie, Astronomie und dem jüdischen Kalender verfasste (ja, bevor westliche Imperien den Palästinakrieg zwischen Juden und Arabern installierten, lebten die beiden Kulturkreise harmonisch zusammen): Muhammad ibn Musa al-Khwarizmi. Der Nachname kommt übrigens von seiner Herkunftsregion Khwarazm in Zentralasien, südlich des Aralsees. Seine Arbeiten schrieb der moslemische Wissenschaftler in Bagdad, als Leiter des Hauses der Weisheit (wir würden das heute Universität nennen). Das Bild oben ist eine sowjetische Briefmarke von 1983, die den angenommenen 1200sten Geburtstag des Mathematikers feierte. Video unten via kottke

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Sugar Daddy als feministische Hymne

Die US-Hiphop-Artistin Qveen Herby schlüpft in diesem Song in die Rolles eines „Sugar Babes“, also einer jungen Frau, die ihre Attraktivitäten für sehr viel Geld an einen einzigen Mann verkauft. Also gleichzeitig eine Form von Prostitution und eine Form weiblicher Selbstbestimmung – schliesslich hat sie in dieser Rolle deutlich mehr Kontrolle über sich selbst als etwa in einer wirtschaftlich begründete Ehe. Diese Selbstbestimmung führt Herby auch im real life durch: Sie veröffentlicht ihre Songs ohne Label oder Verlag, ist also völig independent. Ich denke, so funktionieren role models heute: „the bitches wanna judge me, but i don’t care“.

Konrad Adenauer, Verfassungsfeind

Deutsche Historiker um Klaus-Dietmar Henke, Sprecher der „Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968“, haben gerade die deutsche Nachkriegsgeschichte umgeschrieben. Aus den inzwischen nicht mehr geheimen Akten des BND geht nämlich hervor, dass Konrad Adenauer, Leitfigur der deutschen konservativen Republik, den von Altnazis durchsetzten Auslandsgeheimdienst dazu benutzte, um die anderen Parteien auszuspähen und deren Schwächen und innere Konflikte gegen sie zu verwenden. Das ist ein klarer Verfassungsbruch, die Fachleute sprechen bereits von einem deutschen Watergate. Wir müssen uns also vom langjährigen Bundeskanzler distanzieren, und ebenso von seinen Gefolgsleuten und Nachfolgern. Diese Leute treten unsere Verfassung mit Füssen, um an der Macht zu bleiben. Die Konsequenzen dürfen nicht ausbleiben.

sueddeutsche, msn, guardian, pic Bundesarchiv, B 145 Bild-F019973-0017 / Gerhard Heisler / CC-BY-SA 3.0

Traumberuf Scream Queen

Ashley Peldon hat einen Beruf, von dem viele nur träumen können: Sie ist Schrei-Darstellerin. In Paranormal Activity, Free Guy, Scream und vielen anderen Holly-woodproduktionen übernimmt sie das Schreien für Schauspielerinnen. Das ist sinnvoll, weil durch ungeübtes Schreien die Stimme zumindest vorübergehend beschädigt werden kann (Heiserkeit etc). Mrs. Peldon ist also eine akustische Stuntwoman. Ich finde, solche Kreativberufe sollten mehr Aufmerksamkeit erhalten. guardian

Die wirklichen Bundesstaaten der USA

Hier sehen wir eine Karte der USA aus der Zeit zu Beginn des 19.Jahrhunderts, also Jahrzehnte vor dem Bürgerkrieg. Die horizontal getrichelten Gebiete sind bereits von europäischen Immigranten übernommen, die weissen mit Beschriftung sind vertraglich zugesicherte Regionen der Ureinwohner. Die Verträge wurden von den Einwanderern in der folgenden Zeit gebrochen, sämtliches Land mit Ausnahmen weniger winziger Reservate gestohlen, die First Nations entgingen einem Genozid nur knapp. Die ganze westliche Welt und ihre europäische Vorherrschaft (incl. der Euro-Amerikaner) ist eine einzige grosse Gewaltorgie, und ich fühle mich als Europäer nicht wirklich super, wenn ich daran denke. bildquelle reddit, pd

Ist Tontechnik Männersache?

Männer sind Männer, Frauen sind Frauen, und mit Musik oder Tontechnik hat das zunächst mal herzlich wenig zu tun (Dass „Männer“ und „Frauen“ hier nur die beiden häufigsten Identitäten dastellen, können wir ein andermal diskutieren). Wie 11k2-Fans wissen, mag ich Musik, Tontechnik und Gerechtigkeit – auf das Video des Musikers, Produzenten und Youtubers Benn Jordan bin ich durch Zufall gestossen, als ich mich durch seinen Kanal hangelte. Ja wirklich, ich arbeite seit vielen, vielen Jahren im Pro Audio, und habe nur in Berlin und Zürich weibliche Audio Engineers kennengelernt, und auch dort nur einzelne. Hier im süddeutschen Prosperitätsgürtel kenne ich gar keine. Warum?

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Irland: Grundeinkommen für Künstler:innen

Bedingungsloses Grundeinkommen für Künstlerinnen und Künstler: Das Ministerium für Kultur (etc) der Republik Irland hat beschlossen, Geld in die Hand zu nehmen, um für 2000 kreative Leute aus allen künstlerischen Bereichen ein Grundeinkommen von 1300 Euro monatlich aufzustellen, davon 200 Berufsanfänger:innen.

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Wo der Tod erst Bedeutung bringt, in der Galaxis der Pixel

Ich kenne wenig entspannenderes, als in No Man‘s Sky über immer neue unentdeckte Planeten zu fliegen, zur typischen Ambient-Prog-Rock-Soundkulisse des Games. Nicht mal das Herumfahren auf unerforschten Monden zu Klaviersonaten in Elite Dangerous kommt da ran. Entsprechend hab ich in den letzten Jahren über 750 Spielstunden aufgesammelt, und einige Veränderungen durch grössere Patches erlebt. Ja, aber wird das nicht langweilig, immer nur so rumfliegen? Nein, und das obwohl ich inzwischen neue Pilotenkarrieren in der Space Opera von Hello Games ohne Main Quest, Artemis, ohne Anomalie (diese grosse Raumstation, die alles einfacher macht), und damit ohne grosse Homebase mit Zusatzquests, aber dafür im härtesten Spielmodus beginne: Permadeath*.

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Bärtierchen leuchtet

Bärtierchen oder Wasserbären oder Tardigraden sind eigentlich nur höchstens anderthalb Millimeter lang, dafür aber unglaublich stabil und alles in allem niedlich und sympathisch. Deswegen gibt es jetzt bei Archie McPhee eine etwa 11 cm lange grün leuchtende Bärtierchen-Lampe aus Keramik für 15 Bärendollars 95 plus Versand. Da kann man schlecht Nein sagen, oder? via laughingsquid