Warum Demokratie immer wieder scheitert

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Und warum sie trotzdem immer weiterlebt. Dies ist eine Antwort auf den Blogartikel von Markus Kompa über seinen aktuellen Austritt aus der Piratenpartei. Der, wohl aus Gründen des Zeitmanagements, keine Kommentare zulässt. Zunächst: Alles Gute und viel Erfolg weiterhin. Dann aber: Demokratie ist nicht das, wenn alle machen, wovon ich total genau weiss, dass es richtig ist. Sondern ein komplizierter Prozess, in dem man sich einigt, was denn nun gemacht werden soll. Und nachdem sich überhaupt nie alle einigen – und Direktwahl bisher entweder zu teuer oder zu anfällig gegen Hacks ist – bildet man Gruppen, die sich wieder um auf wichtige und weniger wichtige Themen eignen. Das wirft wieder neue Probleme auf (Parteien und Lobbyismus), aber das ist trotzdem das, was wir gerade haben: Weiterlesen

Schöne neue Einkaufswelt: Amazon Go

Der US-Einzelhandelsriese mit den unmenschlichen Arbeitsbedingungen (nein, nicht Walmart) Amazon hat eine neue, tolle Idee, derzeit in der Erprobungsphase: Amazon Go. Einfach beim Betreten des Supermarkts mit dem Shopping-App einen QR-Code aufs Display zaubern und sich damit am Scanner einloggen. Dass QR-Codes ziemlich anfällig gegen Fälschung sind, lassen wir mal beiseite. Dann einpacken, was man haben möchte – oder wieder ins Regal zurückstellen – und gehen. Ohne bezahlen. Ohne Kasse. Weiterlesen

Britische Polizei umgeht Verschlüsselung durch Raubüberfall

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Kann die Polizei einen Verdächtigen dazu zwingen, sein Telefon durch Pin-Eingabe oder Fingerabdruck zu entschlüsseln? Nein. Auch nicht im Post-1984-Britannien. Deswegen mussten sich die Detektive des Scotland Yard Cybercrime Unit einen neuen Trick ausdenken. Der geht so: Einfach den Verdächtigen auf der Strasse aufhalten, das Telefon wegnehmen, wenn er grade telefoniert, so dass es entschlüsselt ist, dann halten zwei Beamte in Zivil ihn fest, während ein Dritter so lange auf dem Iphone-Screen herumwischt, bis der Download aller Daten auf einen schnell angestöpselten Datenträger fertig ist. Hurra, man fand Beweise. Winziges Problem: Verdächtige zu dritt überfallen und ihnen das Telefon, die Autoschlüssel, die Kreditkarte oder sonst was wegnehmen, ist nichts, was die Polizei in einem Rechtsstat tun könnte. Nur in Nordkorea und politisch angrenzenden Ländern ist das kein Ding. Inzwischen also auch nicht in Britannien. Das kommt übrigens davon, wenn man sich in Panik vor äusseren Gefahren schubsen lässt, statt der eigenen Regierung auf die Finger zu schaun. Da fällt mir auf: Das könnte uns hierzulande auch passieren. Doch. Durchaus. bbc, pic cc0

Mehr Männerbier wird nicht: xHamster Belgium tripel

Der US-Anbieter für Erwachsenenunterhaltung xHamster hat jetzt auch eine Bier­sorte ins Portfolio aufgenommen: xHamster Belgium tripel. Kommt mit 8,5% und kilometerweit entfernt von jeder Art Reinheitsgebot. Aber das nur am Rande. tmrzoo via violetblue

Der LKW, der mit Wasser fährt

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Mit Wasserstoff, um genau zu sein. Den wir aber zuhause herstellen könnten, mit dem überschüssigen Strom von unseren Dächern. Der Nikola One soll jedenfalls mit seinen 1000 PS ab 2020 Lasten über USAmerikas Highways ziehen. Hierzulande dürfte er gerne auch Dieselmotoren in Zügen oder anderswo ersetzen. Warum ist das so toll? Weil aus Wasserstoff durch „Verbrennung“ mit dem Luftsauerstoff wieder Wasser wird. Keine Abgase. Und ist das besser als Elektroautos? Einerseits schlechter, weil wir den Wasserstoff erst herstellen müssen – der Gesamtwirkungs­grad ist also nicht toll. Andererseits besser, weil Batterien immer noch zu viel wiegen. Da enthält ein Wasserstofftank bei gleichem Gewicht eben viel mehr Kilometer. Im Fall des Nikola One 1900 davon. So lange fährt dann ein solcher Lastzug ohne Auftanken. Klingt für mich wie eine gute Brückentechnologie. arstechnica

Atomausstieg, Fukushima und die Korruption

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Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat heute entschieden, dass die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke ein Recht auf angemessene Entschädigung für den abrupten „Atomausstieg“ nach Fukushima (das übrigens weiter den Pazifik radioaktiv verseucht) fordern dürfen. Die Begründung ist komplex, aber schlüssig: Im Jahr 2000 beschloss die damalige rot-grüne Bundesregierung in Absprache mit den Energiekonzernen, dass alle Kernkraftwerke bis 2022 abgeschaltet werden sollen. Dazu wurden feste Stromliefermengen vereinbart, also eine staatlich garantierte Abnahme des noch zu erzeugenden Atomstroms (anderorts nennt man solche staaatlichen Wirtschaftsentscheidungen einfach Kommunismus). Schon 10 Jahre später beschloss Schwarz-Gelb, dass die alten Uranschleudern 12 Jahre länger laufen dürfen. Aber schon ein halbes Jahr später platzt die japanische Kernkraft­anlage bei Fukushima nach einer Überschwemmung und die Regierung Merkel nutzt die öffentliche Panik, um wieder Sympathiepunkte zu sammeln, indem man zunächst ein Moratorium beschliesst: Weiterlesen

Wenn die Rentiere arbeitslos werden

Boston Dynamics schickt uns rechtzeitig drei Wochen vor dem Jahresend­konsum­rauschfest dieses schöne Video. Fällt hier sowohl unter „death to x-mas“ als auch „robokalypse“. via boingboing