Wirtschaftliche Menschenrechte fehlen noch

Ja, natürlich garantiert die Menschenrechts-Charta auch das Recht auf wirtschaftliche Betätigung, gerechte Entlohnung, freie Entfaltung, Rechtssicherheit. Aber in der Umsetzung hapert es. Am besten läuft es in den skandinavischen Ländern, am schlechtesten in den ‚failed states‘ unseres Planeten (Somalia, USA, etc) oder in den Prekariatsschichten aller Länder. Und deswegen stellt einer der grossen Vordenker unserer Ära, der unabhängige US-Politiker Bernie Sanders, eine ‚New Economic Bill of Rights‘ auf, die festschreiben soll, dass alle Menschen (er spricht zunächst von seinem eigenen Land) auch wirtschaftliche Grundrechte haben sollten, nämlich das Recht auf einen anständigen Job mit einem Einkommen, das ein anständiges Leben ermöglicht, ein Recht auf vollständige Gesundheitsfürsorge, ein Recht auf kostenlose Bildung, ein Recht auf bezahlbares Wohnen, ein Recht auf eine saubere Umwelt und ein Recht auf eine sichere Rente. Da hat Bernie vollkommen Recht, und nicht einmal in unserem, superreichen Land ist all das garantiert – und muss deswegen als Grundrechtecharta eingeführt werden. Das können wir dann gerne ‚demokratischer Sozialismus‘ nennen, das schadet dann auch nichts. Hauptsache, allen Leuten geht es gut. via truthout, pic AFGE cc by

In die Tiefe

Langfristige Projekte ftw. Heute: Ich überleg mir seit 3 Jahren, wieder Musik zu machen. Meine letzte Band wird nicht mehr, meine vorletzte, buchstäblich in einem anderen Jahrtausend tourende schon gar nicht. Dann was neues, etwas, das meine persönliche Entwicklung vom Postpunk zum Doomgaze fortsetzt. Aber was dann? Solarstrom-Industrial? Eigentlich führte mich meine musikalische Entwicklung weg von der Melodie und immer mehr zum Groove. Schon in den 80ern sah ich mich selbst mehr als Rhythmusgitarrist (hat man aber nicht so gehört), in den 10ern dagegen war bereits alles nur noch Loop und Feedback, und alles unter 50 bpm. Also führt mich der Weg in die Tiefe, den Segen der Älteren Götter (die, deren Namen man nicht nennen darf) vorausgesetzt. Weiterlesen

Wenn Widerstand zur Pflicht wird: Watch Dogs Legion

Rebellion im totalitären Britannien, nach dem Brexit? Der französische Spiele­entwickler Ubisoft hat mit seiner Watch Dogs Reihe bisher deutlich weniger Erfolg erzielt als etwa mit seiner Assassins Creed Geschichte. Im dritten Teil der Watch Dogs, das auf der aktuellen E3-Spielemesse in Los Angeles neu vorgestellt wurde und im März nächsten Jahres erscheinen wird, erleben wir ein ungewohntes Setting: Die nach dem Brexit völlig totalitäre britische Regierung wird von einer informellen Widerstandsbewegung angegriffen, und die Spieler schlüpfen in die Identitäten beliebiger Briten – sofern diese über action-geladene Vorkenntnisse verfügen. Ex-Geheimagenten, Kriminalpolizistinnen, Stuntmen, Drohnen-Pilotinnen führen Anschläge durch, retten gefangene Widerstandskämpfer und bringen das Unterdrückersystem ins Wanken. Weiterlesen

Saurier waren einfach nur grosse Hühner

Skulptur und Foto Javier Hernandez, via jwz

The Body & Assembly of Light Choir

Kunst muss ja nicht schön sein. Im Gegenteil, wenn etwas auffallend schön ist, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Kunst. The Body sind ein Metal-Duo (Gitarre/Schreien und Schlagzeug), bei dem diese Befürchtung nicht aufkommt. Seit 20 Jahren dröhnen und kreischen Chip King und Lee Buford, seit neun Jahren unterstützt vom Assembly of Light Choir. Das Vid oben zeigt einen Livegig der Collab in New York, von 2011. Die Band tourt im Juli durch Europa: brooklynvegan

Eid Mubarak

Eid Mubarak heisst in der arabischen Sprache nichts anderes als „Frohes Fest“, aktuell zum Ende der Ramadan Fastenzeit, die bei Moslems mehr oder weniger genau eingehalten wird. Eigentlich mag ich keine Religionen. Gar keine. Und ich glaube, dass die Welt ohne Religionen besser dran wäre. Aber ich glaube auch, dass Menschen das unveräusserliche Recht haben, zu glauben, was immer sie wollen. Solange sie damit nicht zu sehr rumnerven. Warum dann Eid al-Fitr Mubarak von meiner Seite? Weiterlesen

Warum Sozialismus? Von Albert Einstein

Derselbe Einstein, der die Grundlagen der modernen Physik geschaffen hat, erklärt uns in der Erstausgabe des Monthly Review vom Mai 1949, also vor 70 Jahren, warum wir den Sozialismus brauchen: Weil es im Kapitalismus immer um Profit (Einzelner) geht und nicht um die Bedürfnisse der Menschen. Ausserdem erklärt er, dass eine Wirtschaft mit Planungselementen zwar die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen kann, aber noch nicht dasselbe ist wie Sozialismus. Den haben wir erst dann, wenn die Bürokratie auch wirklich vollständig demokratisch kontrolliert wird. Aber lest den 70 Jahre alten, immer noch gültigen Beitrag selbst: monthlyreview. pic pd scarlet, Einstein auf einer israelischen 5-Pfund-Note