Goldfarming ist eine 500-Millionen-Dollar-Industrie

Ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass der durchschnittliche Bundesbürger gar nicht weiss, was Goldfarming ist, und er es auch nicht versteht, wenn man es ihm erklärt: Man kann Zahlungs- mittel, die nur in bestimmten Online-Computerspielen (MMOs) gelten, für bare Münze erwerben. Wozu? Damit man in seinem Online-Leben kein virtuelles Geld erschuften muss und dadurch Zeit spart. Vor allem in China entstanden so ganze Fabriken, in welchen junge chinesische Computerspieler mit schnell zurechtgeklickten Avataren virtuelles Gold schürfen (oder auf andere, ermüdende Weise erwerben), das dann an vergleichsweise reiche weisse Teenager in westlichen Industrienationen weitervertickt wird. Professor Richard Heeks von der University of Manchester untersuchte das Phänomen mit gebotener wissenschaftlicher Unvoreingenommenheit und fand, dass der weltweite Handel mit nicht-realen Zahlungsmitteln inzwischen auf eine halbe Milliarde US-Dollar (338 Mio. Euro) jährlich angewachsen ist. Die zu 80% in China ansässige Industrie beschäftigt etwa 400.000 Mitarbeiter mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 96 Euro. Mittlerweile sei Goldfarmen so lukrativ, dass selbst das organisierte Verbrechen versucht, hier ins Geschäft zu kommen, während die Produktion des virtuellen Golds bereits aus Lohnkostengründen von China nach Vietnam und anderen Billigst-Lohn-Ländern abwandert.

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