Batman, der erbärmliche schwarze Ritter

Hab eben mit nem guten Freund den neuen Batmanfilm angesehen: The Dark Knight. Mein Urteil: Ein riesiges. schwarzes Stück Scheisse (In Überlänge und mit ner Extraportion Explosionen und Ketchup) Warum? Der hundertste 9/11-Film. Die Guten sind die Guten (und bleiben es), die Bösen sind die Bösen, und sie wollen nur böse sein, nicht einmal Geld interessiert sie (Holy Fucking Jesus, nicht einmal Geld!) und zum Bekämpfen des Bösen an sich muss es jemanden geben, der ausserhalb der Gesetze steht, und das sinnlose Abschlachten Unbeteiligter eben moralisch standfest ertragen muss. Sich opfert (oder eben die öffentliche Meinung über ihn), damit die wahnsinnigen Wahnsinnigen keine Chance haben, unsere Sicherheit zu annihilieren, Krankenhäuser in die Luft zu sprengen und Polizisten zu bestechen. Danke, George W. Bush. Danke, Christopher Nolan, Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman und als Quotenneger (Tschuldigung) Morgan Freeman für diesen Drecks-Propangandafilm (Danke auch an Leni Riefenstahl für die vielen zitierten Bilder, siehe unten). Diese Version des amerikanischen Traums könnt ihr euch in den Hintern schieben.

Da fällt mir ein, dass ich gestern abend in der Haibar diesen Krawatten-Israeli neben mir stehen hatte, der mir nach lustigen Einleitungssätzen und viel zu viel Alkohol innerhalb von Minuten die Grundproblematik seiner nationalen Identität entgegengebrüllt hat: Dass kein Deutscher jemals den Konflikt zwischen Juden und Palästinensern verstehen kann. Aus den bekannten Gründen. Die ich nicht gelten liess, weswegen die Diskussion in Sekundenbruchteilen verdunstete. Diesen Israeli mag ich immer noch. Weil er ja nicht gelogen hat. Prima Typ, irgendwie, auch wenn wir uns nicht verständigen können (Aus den bekannten Gründen). Der Dark Knight dagegen, voller billiger Brutalität und billiger Kriegs- und Heimatlyrik, ist ein Stück kultureller Abfall. Ach, und das alles ist meine persönliche und subjektive Meinung.

7 Kommentare

  1. Aber im Vergleich mit den quietschbunten Teilen 3 und 4 eine Verbesserung um Welten.

    Um ein paar Zitate zu bringen: „Das erfordert zu viel Gehirnschmalz. Wir machen hier einen Film und kein Kunstwerk.“ Eddie Murphy als Kit Ramsey in Bowfinger

    Oder „Hirn raus, Popcorn rein.“ Mein Vetter.

    Und dass Batman ein Außenseiter ist der eher ambivalent und unangepasst ist wurde schon vom Erfinder der Comics so festgeschrieben. Das zieht sich (mit Ausnahme der eher niedlichen Fernsehserie mit Adam West) durch das gesamte Werk.

    Dies ist, noch mehr als in den Teilen 1 und 2 von Tim Burton, der Batman wie er in den Comics entwickelt wurde.

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  2. Erstaunt mich jetzt auch ein bisschen: Der Film ist dicht an den Comics und dazu kommt noch ein bisschen amerikanischer Zeitgeist. So what?
    Ich erwarte da kein antiamerikanisches Anti-Helden-Epos.

    Die Hochloberei find ich auch übertrieben, aber ich fand ihn okay.
    Ganz sicher, dass der Beitrag nicht auch provozieren soll?
    (- natürlich überhaupt nicht sicher)

    Der Joker sagt mir sehr zu, weil er die sympathische Figur in diesem Film ist – schauspielerisch wie auch dramaturgisch.
    Und sein Thema, dass der schmlimmste Verbrechen das ist, was man ohne kapitlistische Motive begeht, spricht mich auch an:

    Beispielweise ist zwar böse, böse, böse, wer raubmordkopiert.
    Aber die wirklich Fiesen bieten eigene Werke frei an – unberechenbar, moralzersetzend, Untergang des Abendlands… und so.

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  3. naja story und kinematische ähnlichkeit zum comic hin oder her. mit der propaganda, die hier nicht wirklich unterschwellig – direkt über die kinoleinwand ins hirn vom „welt(usa)“offenen amerikaner projeziert wird, hat der fritz knallhart den nagel auf den kopf getroffen und direkt versenkt.

    mich schockiert der usa knight in seiner NSA-höhle mit schicken nasaf-mobil und TSA-boomerang und all den anderen coolen gadgets schon auch.
    was aber wirklich verrückt ist, alfred pennyworth war mir eigentlich immer ganz sympatisch.
    mittlerweile musste ich leider erkennen, dass es sich bei ihm um die großen nicht wirklich namenlosen internationalen bankiers handelt. die aus dem kleinen siedlerjungen der mit dem unabhängigkeitskrieg seine eltern durch ein paar gauner verloren hat, einen starken voll kontrollierten super coolen unterweltsboss herangezogen haben. der eigentlich ganz sympathische zirkustalibans aus gerechtigkeitsdrang in einen streit verwickelt, die gossencity bevölkerung damit begeistert und so seine rein wirtschaftlichen interessen als mad anthony robert the bruce wayne verheimlichen kann.

    was hat alfred vor?

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  4. Man muss den Film nicht verstehen, er soll unterhalten.
    Apropos verstehen: In diesem Film bleiben die „Guten“ nicht die „Guten“, das Gegenteil ist der Fall – auch wenn es ausser ein paar Eingeweihten und dem Zuschauer niemand mitkriegt.

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  5. Ich hatte von von Anfang an den Plan, mir dieses cineastische Machwerk erst anzusehen, wenn’s im FreeTV läuft. So wie alle Batman-Filme.
    Und wenn ich hier das alles so lese, habe ich mich richtig entschieden… ;9

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  6. Ach du Schreck. Ein amerikanischer Film mit Patriotismus? Na, da muss man doch vorher gewarnt werden, so als guter Deutscher und so.

    Mann Mann Mann, lasst doch die Kirche mal im Dorf. Das Teil ist sehr unterhaltsam. Punkt. Man muss nicht unglaublich charakterlich gefestigt sein, um auch nach dem Genuß des Streifens nicht gleich in ein erdölexportierendes Land einzumarschieren.

    Sehr geehrter Fritz, wenn man einmal den Hammer erfunden hat, sieht alles aus wie ein Nagel oder? Die Rolle von dem (Name vergessen) ist für mich mit Morgan Freeman sehr gut besetzt. Für dich nur der Quotennigger (keine Entschuldigung)? Alles klar.

    Ich bezweifel mal, daß die Machenschaften und Beweggründe den Film zu produzieren eine Riefenstahlsche Dimension erreichen. Aber so n bißchen Ami-Paranoia kommt ja immer gut.

    Wenn ich mich schlecht fühlen will, dann schau ich mir einen Bergmann-Film an. Hätte nicht gedacht, das das andere mit diesem Batmanfilm schaffen *Kopfschüttel*

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  7. vielleicht mal darüber nachgedacht, dass es nicht um die eigene sichtweise im bezug auf die amerikanische gesellschaft, also deren politik und ihrer bürger geht. sondern darum was dort tatsächlich vor sich geht und deren stetige entwicklung, nicht erst seit 2001, eher 1492 oder sagen wir ~ 970.

    das hat hier weder etwas mit anti-amerika propaganda noch patriotismus zu tun.
    vielleicht doch mal langsam den eigenen horizont über die grenzen des aktuellen nichtmal 70 jahre alten deutschlands öffnen. mal europa, ihre union und geschichte auch nur ansatzweise begreifen. am einfachsten ist das, wenn man sich die geschichtlichen hintergründe für dieses moderne unwort balkanisierung genauer betrachtet. zeitlich dürft ihr da ruhig vor 1200 anfangen.
    und wer dabei erfolg hat, der wird den mensch langsam als solchen begreifen und seinen horizont über dessen gesamten lebensraum erweitern können und nicht mehr nur länger den flimmerkasten über dem eigenen tellerrand erahnen.

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