Gericht: Bank haftet bei Phishing

081124fishingEndlich wird das etwas klarer: Das Amtsgericht Wiesloch entschied: „Ein Bankkunde erfüllt beim Onlinebanking seine Sorgfaltspflichten, wenn er seinen Computer mit durch- schnittlichen Sicherheitsvor- kehrungen ausstattet. Wird er zum „Phishing-Opfer“ (Ausspähen von Daten wie PIN und TAN), haftet die Bank für den Schaden.“ Als durchschnittlich betrachtete das Gericht die Installation einer Anti-Viren-Software – was ja nicht immer hilft. Aber weitere Security-Software wie etwa eine Firewall sei nicht zu verlangen. Interessant auch: „Hierbei sei insbesondere zu berücksichtigen, dass die Bank das Onlinebanking im Interesse der vereinfachten Abwicklung und der Einsparung von Personalkosten zu Verfügung stelle. Diese unternehmerische Entscheidung müsse sich auch auf die anzuwendenen Sorgfaltsanforderungen auswirken.“ Wow. Klare Worte. (via vzbv, iff) (pic, und es hat nicht wirklich was mit dem Thema zu tun)

2 Gedanken zu “Gericht: Bank haftet bei Phishing

  1. Nurn kleines Amtsgericht, sich darauf im Ernstfall zu beziehen, heißt quasi nicht mit einem, sondern mit zwei Maschinengewehren gegen einen Panzer zu bestehen.

    muah!

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  2. weniger die größe des gerichts ist das interessante (und richtungsweisend entscheidende) an diesem urteil denn die absolut klare formulierung desselben.

    es werden sich höhere instanzen mehr als nur schwer tun eine begründung dagegen zu formulieren ohne dabei in den verdacht zu geraten mutwillig im einseitigen interesse der banken zu entscheiden, würden sie wieder versuchen die komplette last der verantwortung für evtl. fehler alleine auf den rücken der kunden abzuladen.

    die banken haben durch das internet-banking von hause aus schon mal 3 vorteile. 1stens: wegfall laufender kosten durch personaleinsparungen. zweitens: durch die schließung entsprechender einrichtungen und deren laufender unterhalt (der die eingesparten perso-kosten um ein vielfaches übersteigt) und 3tens: höhere gewinne aus den anfallenden gebühren etc. durch die enorme einsparungen bei personal und filialen.

    die finanzdienstleister wollen das die kunden online-banking betreiben um mehr gewinn zu erwirtschaften. das ist ihr gutes recht. dem kunden sein gutes recht ist es aber möglichst sicher am allgemeinen zahlungverkehr teilnehmen zu können für welches sie schlussendlich auch bezahlen.

    von daher ist es nur recht und billig wenn die dienstleister für eine angemessene sicherheit zu sorgen haben die diese teilhabe höchstmöglich risikolos für ihre kunden ermöglicht. da die technischen voraussetzungen schon lange existieren welche ein (fast) risikolose teinahme am online-banking ermöglichen (spezielle karten, kartenlesegeräte, dongels, mehrfach gesicherte verbindungen, spezielle software (alles in kombination) etc.), ist es die aufgabe, die pflicht und in der verantwortung der institute dafür zu sorgen das diese techniken auch eingesetzt werden.

    einfach ausgedrückt:

    man kann sich nicht dauernd nur vorteile verschaffen und sich prächtig die taschen füllen in dem man immer mehr kunden regelrecht in das online-banking hineintreibt (hier will ich vorallem anmerken das gerade in ländlchen gebieten immer mehr filialen geschlossen werden welche vielen kunden den zugang zu entsprechenden leistungen mind. erschwert oder sogar völlig versperrt) um dann auch noch die verantwotung, sollte etwas dabei schiefgehen, auf die kunden welche informationtechnisch oftmals nur absolute laien sind, abzuwälzen und sie mit den gefahren und risikenfast gänzlich alleine zu lassen weil man noch mehr gewinne einstreichen will indem man sich weigert in moderne und sichere systeme zu investieren.

    dieses urteil wird mit sicherheit weitere wellen schlagen da es mit bestimmtheit von entsprechenden orgs und vereinen aufgegiffen wird welche schon jahrelang für ein sicheres internet-banking eintreten.

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