Wissenschaft zerstört Weihnachtsmärchen

081217santafantasyNicht so sehr die Sache mit dem Schlitten voller Geschenke, gezogen von fliegenden Rentieren und gelenkt von einem übergewichtigen, bärtigen, rotgewandeten Mann, sondern all die andern Mythen, die sich um die frohe Mittwinterszeit ranken. Und zwar gleich ein halbes Dutzend.

Wichtigstes Weihnachtsproblem: Die Weihnachtsfeier, oder noch genauer, der Weihnachtsbrummschädel danach. Hier erläutert ein ausführlicher Artikel im British Medical Journal, dass keine der beliebten Methoden zur Katerbekämpfung wissenschaftlicher Nachprüfung standhält. Einzige Abhilfe: Weniger saufen.

Spätes Essen? Mehr zunehmen, weil man im Schlaf weniger Kalorien verbraucht? Humbug, sagen die Forscher. Eine Studie mit 2500 Patienten erbrachte keinen Zusammenhang zwischen Tageszeit und Speckgürtelwachstum. Nur zuviel Essen bringt da was.

Zucker führt zu Hyperaktivität? Kinder drehen durch, wenn sie zuviel Schoko kriegen? Nach 12 Vergleichsstudien steht fest: Kinder drehen wegen allem Möglichen durch, aber nicht wegen Zuckerschock. Trotzdem kann eine Limitierung des weihnachtlichen Schokowahnsinns durchaus positive Folgen haben (siehen oben).

Im Winter nie ohne Mütze raus, weil man über den Kopf bis zu 40 Prozent seiner Wärme abgibt? Kann man sogar im Überlebenshandbuch der US-Army nachlesen. Ist trotzdem falsch. Der Kopf macht maximal 10 % des Wärmeverlusts aus, sagt die Wissenschaft. Kalte Ohren sind trotzdem unangenehm.

Der Weihnachtsstern vergiftet uns alle! Nein, doch nicht! Der beliebte Festschmuck Poinsettia ist zwar irgendwie leicht giftig, aber von bisher 22793 Fällen von Weihnachtssternvergiftung, die der US-amerikanischen Vergiftungszentrale gemeldet wurden, gab es keinen Todesfall, in 96 % der Fälle keinen medizinischen Behandlungsbedarf und überhaupt keinen Fall von nachweisbarer ernster Vergiftung.

Düsteres Kapitel: Zu Weihnachten, in der dunkelsten Ecke der dunklen Jahreszeit,  bringen sich die Leute reihenweise um. Depression und so, Familienkrach etc. Falsch, schreibt Dr. Rachel Vreeman, Co-Autorin des wissenschaftlichen Berichts zur Wahrheit über Weihnachten, es gibt da gar keine statistische Suizid-Häufung. Diese sei, wenn überhaupt, im Sommer. Klar, dann ist es einfach angenehmer. Oder so. (via BBC)

In anderen News erfahren wir, dass 20 % aller Frauen sexuelle Fantasien hegen, die mit der Zipfelmützenfigur zusammen hängen.  Das halte ich dann für wirklich bizarr. (via current)

4 Kommentare

  1. Hey Fritz,

    ich kann dir nur den Film „Bad Santa“ im englischen Originalton empfehlen. (Die deutsche Übersetzung ist ganz grausam zerstückelt und tut weh zu hören.)

    Ich sag nur „Fuck me santa! Fuck me santa! Fuck me santa!“ :D

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  2. Weihnachtsspecial bei den Mythbusters? xD

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  3. […] Das Blog 11k2 beschäftigt sich mit der Richtigstellung falscher Gerüchte mit Bezug auf Weihnachten. […]

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  4. einfach mal „hoghfather“ oder auf deutsch „schweinsgalopp“ von terry pratchett lesen, und die weihnachtsmärchen sind gerettet! ;)

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