Wirtschaftswissenschaftler fordern Abschaffung von Patenten und Copyright

090311boldrin_levineDie beiden Professoren Professors Michele Boldrin und David K. Levine von der Washington University in St. Louis fordern in ihrem neuen Buch „Against Intellectual Monopoly“ (Cambridge University Press) die Abschaffung des bestehenden Patent- und Copyrightsystems. Sie argumentieren, dass die heutige Gesetzeslage Innovation und Fortschritt bremst statt fördert.

Als Beispiele für die Fehlentwicklung nennen sie Studenten, die wegen angeblicher „Piraterie“ von Musik vor Gericht gezerrt werden, und Menschen in Afrika, die sterben müssen, weil Medikamente aus Patentgründen nicht kostengünstig hergestellt werden können. Die ehemals gut gemeinte Gesetze würden heute ständig missbraucht, man müsse sie daher durch bessere ersetzen. Um Patentmissbrauch auszuschliessen, solle der Kongress festschreiben, dass ein Antragsteller folgende Pubkte beweisen muss:
Die Erfindung hat einen öffentlichen Wert
Das Patent wird künftige Erfindungen nicht behindern.
Die Erfindung würde ohne Patent kein Geld abwerfen.
Die Autoren sind sich darüber im Klaren, dass ein derart radikaler Wandel nicht in näherer Zukunft passieren wird. Dennoch müsse dieses Ziel angestrebt werden, da die aktuelle Handhabung von „geistigem Eigentum“ eine Wiederholung der mittelalterlichen Handelsmonopole darstellt; auch diese hätten nachweislich die wirtschaftliche Entwicklung stark behindert. Gerade in der heutigen schwierigen Wirtschaftslage, so die Professoren, müssten solche unnötigen Behinderungen entfernt werden.

( newswise via boingboing)

4 Kommentare

  1. Das wird genau dann kommen, sobald der Schaden durch Patente für die ganzen Firmen größer wird als der (eingebildete) Nutzen. Da die großen welchen so langsam schon Spass dran haben, durch das durch ihre eigenen Lobbyisten aufgebaute „IP“-System verklagt zu werden, bin ich nihct ganz pessimistisch.

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  2. schön wärs.

    Andererseits kostet die Entwicklung (gerade auch in der Medizin) unsummen. Das Geld muss nachher beim fertigen Präparat wieder reingeholt werden. Eine andere Möglichkeit wäre ansonsten nur eine Staatlich betriebene Forschung, aber wer kann schon dafür aufkommen ?
    Das größte Übel ist der Patentmißbrauch, nicht die Patente selber.

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  3. Pharmakonzerne geben ein Mehrfaches ihres Foschungsetats für Werbung aus. DAs Patentsystem sollte ein Korrektiv sein, kein Anreiz für Missbrauch.

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  4. Das hab ich ja auch nicht abgestritten *fg*
    Es ging ja in erster linie um die Patente ;o)

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