Microsoft macht Steam nach: Was Sie hier sehen, ist kein DRM

090326windows_pirate_flagVorgestern, auf der Games Developer Conference (GDC) in San Francisco (ist morgen zuende, hinfahren lohnt nicht mehr) stellte Microsoft Erweiterungen, Verbesserungen oder Veränderungen zu „Games for Windows“ vor. Wichtig: Die Rhetorik ändert sich. „Kunden sind keine Piraten und bösen Menschen. Sie wollen einfach nur spielen.

Sie wollen das Spiel auch kaufen“, findet Drew Johnston, Product Unit Manager der Windows Gaming Platform.

Zu diesem Zweck will Microsoft ein bischen von Steam abkupfern: Games sollen beliebig oft kopierbar sein. Legal. Hu? Echt? Ja, und zum Aktivieren des Games muss man einfach online gehen. Ab da wird das Spiel freigeschaltet. Man kann das Spiel auch auf einem zweiten, dritten, vierten Rechner aktivieren. Sagt Drew. Im Ernst: Das möcht ich erst sehen. Ob das so einfach ist.

Auf jeden Fall will Microsoft vom Konzept des „Kopierschutzes“ auf das Konzept der „Lizenz“ wechseln. Und das ist keine ganz schlechte Sache. Und die Microsoft-Jungs erzählten zu dieser Gelegenheit gleich von einem Spielepublisher, der in Zukunft seine Produkte über BitTorrent vetreiben will. Nein! Das böse Piraten-Internet! Filesharing! Kein Problem, finden die Jungs, schliesslich kann ja jeder das Spiel soviel runterladen und filesharen wie er will, zum Benutzen muss er den personalisierten Key kaufen. Und die Publisher sollen froh sein, schliesslich böten die zunächst verschlüsselten Spiele einen Schutz vor Pre-Release-Warez.

Auch das will ich erstmal sehen, aber generell halte ich das Lizenz-Konzept und die Abkehr von Pirateriepanik, Kundenbeschimpfung und Kopierschutzunsinn für eine richtige Idee. Schliesslich hat all das bei Steam auch gut funktioniert.

(via ars technica)

Update: Ich seh gerade, dass die von Microsoft propagierte Game Object Obfuscation (Goo) Technik von Stardock stammt, den Gamer-Bill-Of-Rights-Leuten, die auch das MOO-4 rausbringen wollen. Das klingt natürlich gut. Da bin ich jetzt richtig gespannt, was das gibt. Ach, und GOO bringt ausserdem mit sich, dass man seine gebrauchten Spiele weiterverkaufen kann. Das System soll ab dem 7. April online gehen. (stardock ankündigung)

5 Kommentare

  1. Nur, dass es immer noch das Problem gibt, dass Steam im Grunde nur eine weitere DRM-Plattform ist, man für Offline-Spiele eine Online-Verbindung braucht und es nicht möglich ist, die Software (oh, Entschuldigung, laut Steam die „Nutzungsrechte“) Second-hand (weiter)zu(ver)kaufen. Und wie toll mit GfW-Sachen funktionieren kann, hat man ja erst bei Gears of War gesehen, als ein Zertifikat abgelaufen war und das Ding sich nicht mehr starten ließ. Von der Sache mti dem „Nachhause-Telefonieren“ gar nicht zu reden.

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  2. gibt es irgendwas was MS nicht „nachmacht“? hat diese firma schon jemals was absolut eigenständiges auf die beine stellen können (ohne bei anderen die ideen zu rippen) egal wie scheiße es auch sein mag?

    ganz abgesehen davon das die „steam plattform“ sowieso nur müll ist und im prinzip nur gehirnamputierte trottel sich auf solch ein windiges, ausschließlich nur den user benachteiligendes, geschäftsmodell einlassen!

    aber was sage ich da eigentlich? schließlich gibt es aber-XX-millionen user die u.a. auch MS für eine reelle und faire firma halten. . . . . ts ts ts aber auch, ich dummerchen!

    [ Schliesslich hat all das bei Steam auch gut funktioniert. ]

    aber nur weil es funktioniert hat heißt das doch noch lange nicht das es

    A) richtig ist

    und

    B) gar „gut ist“

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  3. Rockstar hat doch jetzt das gleiche (kaufen, installieren, online aktivieren, spielen) system oder nicht? gut das es w32dasm, und leute die es benutzen können, gibt. ;)

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  4. Muhahahahaa… ich lach mich TOT. Die haben Null Ahnung von der Szene. Null!

    Erstens: Was passiert, wenn die Server abgeschaltet werden?
    Na also. Wieder nur Mietspiele zum Vollpreis. Großartig. Microsoft: Fuck You! ^^

    Zweitens: Es ist immer noch DRM. Es wird immer noch von der CPU des Spielers entschlüsselt bevor es ausgeführt wird. Die versuchen immer noch, den Spieler daran zu hindern, den Tresor mit dem Schlüssel aufzuschliessen, der schwer sichtbar *aussen* am Tresor angebracht ist. (Damit die CPU den Tresor aufkriegt.) Da fallen mir nur die traditionellen Worte ein, die einst der große japanische Philosoph 4chan gesagt hat: EPIC FAIL. ^^
    Der erste Cracker der das Spiel in die Hand bekommt, und es mithilfe des Servers entschlüsselt, läd das nun entschlüsselte Programm hoch.

    Aber es geht sogar noch einfacher. So wie bei Adobe-Produkten und ähnlichen teuren Paketen: Einfach die Serveradresse auf localhost umleiten, und ein kleines Programm einen Server simulieren lassen, der immer OK sagt.
    Finito.

    Und das ist dann die Version, die durch die Torrents fliesst. ^^

    Ich lache wahrscheinlich noch bis morgen Abend darüber. ROFL.

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  5. Und ich frage mich insbesodner was Spieler ohne Internetzugang machen. Per Telefon freischalten lassen? Einfach nur Pech gehabt?
    Kann ja sein das die Welt immer mehr vernetzt ist, aber das heisst ja nicht das alle drin sind. Sollte doch wohl ausreichen die 50 Muecken am Einkaufstisch hingelegt zu haben um dann ohne weiter Einschraenkungen dem Vergnuegen zu froehnen…

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