Trent Reznor: Musiker, verlasst eure Labels!

090408trent-reznorDer Nine Inch Nails Frontmann Trent Reznor fand in einem Interview klare Worte zum Thema Plattenfirmen. Er forderte alle Musiker auf, wie seine Band den Vertrag mit dem Label zu kündigen und die Vermarktung selbst in die Hand zu nehmen. Über die Industrie hat er keine schmeichelhaften Ansichten:

„Alle Chefs von Plattenfirmen haben keinen Schimmer davon, was das Internet ist, wie es funktioniert, was Leute damit machen, wie Fans damit kommunizieren. Ich wundere mich, dass sie emailen können. Sie haben ein Geschäft mit dem Verkauf von Plastikscheiben aufgezogen, aber heute will keiner mehr Plastikscheiben haben. Sie befinden sich in einem solchen Zustand der Verweigerung, das es ihnen unmöglich ist, zu verstehen, was wirklich passiert. Einer der aufrüttelndsten Momente meiner Karriere war, als ich zum ersten Mal einen Plattenvertrag sah. Ich sagte – wie, ihr verkauft das für 18,98 und ich bekommen 80 Cent? Und ich muss das Geld zurückzahlen, dass ihr mir für die Aufnahmen leiht, und danach gehört alles euch?“

Das sind Argumente, die sich nicht von der Hand weisen lassen. Die Vehemenz, mit der diese Gründe für ein selbstbestimmtes Musikerdasein von der Industrie und ihren Verwertungsgesellschaften (a.k.a. Gema) bestritten wird, rührt daher, dass diese am gegenwärtigen Modell der Musiker-Ausbeutung prächtig verdienen. (via contactmusic)

7 Kommentare

  1. dass beste ist ja – sie müssten ja nicht mal ganz ohne auskommen. alles was sie tun müssten wäre einen verband freier musiker gründen in der alle dieselben rechte und pflichten (je nach persönlicher leistungsfähigkeit angepasst) innehaben und dann zu einem der kleineren unabhängigen LABELS wechseln (sich den einen oder anderen vertriebspartner die eine gewisse internationale struktur haben (und vllt. noch 2 oder 3 mittlere konzertagenturen die international agieren) mit an board nehmen) und diese dann (mit selbstbeteiligung) großmachen. physische medien – also CDs und DVDs – liesen sich dann immer noch über AMAZON und CO verticken und der rest vom geschäft wird über downloadportale und vorort bei konzerten und veranstalltungen etc, abgewickelt.

    es muss ja nicht unbedingt so sein dass jeder einzelne künstler für sich, und gänzlich auf sich alleine gestellt, kämpfen muss.

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  2. ICH MAG Plastikscheiben…aber ich kaufe im Grunde immer nur von kleinen Labels, genau um die kleinen Bands, die es ersuchen, richtig zu machen, zu unterstuetzen. Dennoch, Reznor hat vollkommen recht. BEdauerlicherweise gibt’s die Strukturen halt auch schon seit einer Ewigkeit, das geht nicht von heute auf morgen weg…

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  3. http://lieinthesound.wordpress.com/2009/03/04/der-schlaue-fuchs-im-wolfspelz-und-die-herde-blokender-schafe/

    So sehr ich es gut finde, wenn Musiker ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, aber Reznor ist als Protagonist dessen nur bedingt glaubwürdig. Mehr dazu in oben genannten Link.

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  4. Weisste, svt, ich begrüsse es sehr, dass du hier immer wieder deine Meinung postest, gerade weil sie zu meiner oft gegensätzlich ist. Und ich, subjektiv, finde die Musik von NIN auch nur begrenzt super (Quake 1 Soundtrack ausser Konkurrenz). Aber wo Trent recht hat, hat er recht. Weg mit den Knebelverträgen, selber in die Hand nehmen, maximal eine Werbe- und Booking-Agentur einschalten. Aber he, was les ich da: du warst vor 15 Jahren Gote? Und heute?

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  5. Der verlinkte Blogeintrag stammt von meiner werten Mitbloggerin. Prinzipiell halte ich es für problematisch, wenn man Fans zu kostenlosen Downloads animiert, aber als Musiker nicht die Rechte daran besitzt (und sich die Hände in Unschuld wäscht).

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    • Der velinkte Beitrag zeigt m.E. vor allem, dass das Problem nicht in der Sache liegt, sondern im Kopf! Sich als Beispiel ein einzelnes fragwürdiges Vorgehen (evtl. unberechtigte Freigabe) herzunehmen, um das generelle Prinzip zu negieren, scheint ein typisch deutsches Problem sein. Man sucht so lange, bis das Haar in der Suppe gefunden ist … und wenn doch keines drin war, dann sucht man eben was anderes….

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  6. Gote??? Du meintest Göttin – bin ich immer noch :-D

    Damals halt überwiegend schwarz angezogen, leicht waviger Haarschnitt und mehr Kajal als heute.
    Richtige Goth tanzen auch nicht lasziv. Die verlagern nur schwermütig das Gewicht von einem Bein auf das andere – tief in die Knie-gehen- fast nach vorne überfallen und so – mit allem Weltschmerz der nur auszudrücken geht…

    War mir zu anstrengend – ich wollte Spass haben :-D

    DifferentStars

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