Neuer Weg der Wasserstoff-Herstellung

090409ruthenium_1Im Prinzip wäre Wasserstoff ein wunderbarer Energieträger, etwa für Fahrzeuge, der freundlicherweise auch noch rückstandsfrei verbrennt. Nur ist die Herstellung immer noch zu teuer.

Deswegen haben Forscher um Professor David Milstein vom israelischen Weizmann Institut einen neuen Weg entwickelt, an das Treibstoffgas heran zu kommen: Sie füllten Wasser in einen Tank mit einem Katalysator aus dem Metall Ruthenium (siehe Bild) in Verbindung mit einem organischen Material (a.k.a. irgendwie Plastik), erhitzen es auf 100 Grad (zum Beispiel durch Sonnenenergie), worauf ein Spaltungsprozess einsetzte und ionisierte Bestandteile des Wassers an den Katalysatorflächen anhafteten.

Danach wurde das Ganze kräftigem Licht ausgesetzt (auch hier kommt Sonne ganz gut), die Gase Wasserstoff und Sauerstoff lösten sich separat und konnten in Behältern aufgefangen werden. Der Katalysator ist wiederverwendbar.

Jetzt hoffe ich, dass die Entwicklung zur Serienreife gelangt, bevor ein Öl-Multi sie aufkauft.

(via sciencedaily) (pic tomihahndorf, pd)

8 Kommentare

  1. Die Weltproduktion an Ruthenium liegt im Bereich von ca. 150 kg pro Jahr.

    Auszug aus der Wikipedia – mit Quellenangabe, scheint also nicht aus den Finger gesaugt worden zu sein die Zahl.

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  2. http://www.seilnacht.com/Lexikon/44Ruthen.html

    auszug:

    Vorkommen:
    Das Metall ist ein sehr seltenes Element und steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 2 x 10-6% an 71. Stelle noch vor Gold und Platin. Das Element tritt fast immer zusammen mit Platin auf, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Auch das Rutheniummineral Laurit (RuS2) kommt nur sehr selten vor.

    und jetzt viel spaß beim darüber nachdenken was so ein tank aus „Ruthenium“ kosten würde! :-D

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  3. bzw.

    . . . was so ein „beschichteter“ tank aus “Ruthenium” kosten würde . . .

    (sorry, ist irgendwie verloren gegangen)

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  4. …murmel, murmel… Katalysator… murmel… winzige Mengen des Metalls auf Kunststoffträger…

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  5. Du hast natürlich recht, Fritz, die Idee ist super und es wäre schön ebendiese oder eine andere in Serienproduktion zu sehen, wenn man aber von einem Metall abhängig ist, das pro Jahr gerade mal im 3-stelligen Kilogrammbereich gefördert wird, habe ich keine grosse Hoffnung. Selbst wenn man durch das Ankurbeln der Produktion auf eine Tonne kommen würde, bezweifle ich dadurch dem verschwinden des schwarzen Goldes entgegenzuwirken, zumal sich dann sicher einer unserer saudischen Freunde die 1000kg kauft und eine Statue seines Bentleys draus giessen lässt, nur so zum Spass.

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  6. . . . was so ein mit “Ruthenium“ beschichteter tank (auch mit – murmel… winzige Mengen) kosten würde . . .

    (grrrrr &##&§%§$*grrrrr K.A. warum ich das bisher nicht richtig hinbekommen habe)

    nur mal zum überschlagen:

    der heutige unzenpreis von platin beträgt ungefähr 1200 $ (womit 150 kilogramm Platin am heutigen tag etwa 6 360 424,02 $ kosten würden) wohlgemerkt PLATIN!!!

    jetzt braucht man eigentlich nur noch die fantasie dafür bemühen was die 150 kg “Ruthenium“ kosten würden bei einem vorkommen von 2 x 10 hoch 6% bei der gewinnung von platin.

    @Der P Punkt

    der wiki artikel darüber ist ganz interessant. reicht aber nicht aus. mit dem hinweis darauf hast du meinen wissensdurst so richtig angestachelt – und das wird mir mal wieder tage und wochen des suchens und findens im netz bescheren und (denn die wenigen wiki-links reichen da bei weitem nicht aus) evtl. sogar dazu führen das ich mir ein paar bücher darüber kaufe (sofern auffindbar für einen normalsterblichen außerhalb einer unversität).

    auf alle fälle ist das irgendwie ein faszinierendes zeug welches, man will es gar nicht glauben bei der winzmenge von global 150 kg, eine ziemlich breite und vielfältige anwendung findet.

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  7. Solange die alte Energielobby am Werk ist, müssen wir uns um (erneuerbare) Energien keine Gedanken machen. Es wäre als ob wir uns um Arbeitsrechte am Anfang der Industrialisierung kümmern würden. Das werden erst unsere Urenkel schnallen. Genauso wie erst unsere Urenkel die „Spiele“ als normal sehen werden und mal mein Sohn fragen werden: „Papa, wie wars eigentlich als die Killerspiele verboten waren? Was waren das für Menschen?“
    Ich: „Sohn……. Sie wollten die Menschheit vor Massenvernichtungswaffen schützen“

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  8. Ich hoffe nur, wir haben auf der Welt genug Ruthenium und Plastik, um wiederverwendbar den Weltbedarf auf ewige Zeiten zu decken.

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