Beamte dürfen weiter Kinderpornos ansehen

090419pr0nNichts gegen Beamte. Das sind in der Regel Leute, die gute Arbeit leisten und mindestens soviel geregelt kriegen wie die gepriesene freie Wirtschaft. Nichts gegen Pornografie. Eine solide Unterhaltungsindustrie mit guten Wachstumsaussichten. Definitiv was gegen Kinderpornos, zumindest solange wirklich Kinder dabei misshandelt werden. Was die Päderasten in Second Life miteinander treiben, ist mir eigentlich wurst.

Die „freiwillige“ Web-Zensur der Provider (ohne Wirkung, jeder kann sie umgehen) auf Grund der Initiative von Mutti von der Leyen gegen Kinderpornos betrifft dagegen wohl nur den Durchschnittsbürger und seine perversen Neigungen.

Staatliches Internet sowie Anbieter mit weniger als 10.000 Anschlüssen sollen nach einem aktuellen Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium die dumme, nutzlose Webzensur nicht mitmachen. Also Beamte, Studenten (an der Uni), Politiker, Polizisten, Soldaten… kriegen weiterhin kein Stoppschild zu sehen, wenn sie „versehentlich“ auf eine Kinderporno-Website geraten.

Mhm. Naja. Ist ja nur ein Gesetzentwurf. Und ist erst am Mittwoch zu Abstimmung dran.

(via golem, spon)

6 Kommentare

  1. und jetzt gucken wir uns mal an was (nicht nur einer) ein ehemaliges missbrauchsopfer selber dazu zu sagen hat:

    http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-missbrauch

    [ zitat/anfang]

    ZEIT ONLINE: Sind Sie ein Opfer von Kindesmissbrauch?

    Christian Bahls: Ja. Und das war der Grund, Mogis zu gründen, den Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren. Am 27. März, als die Kinderhilfe so publikumswirksam im Familienministerium aufgetreten ist, ist mir das Essen hochgekommen.
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    ZEIT ONLINE: Warum?

    Bahls: Wegen der Instrumentalisierung dieser lächelnden Kinder und Ursula von der Leyens Aussagen. Nach dem Motto: Mensch, die Kinderhilfe teilt dasselbe Anliegen wie ich, da stelle ich mich doch einmal publikumswirksam neben das Poster. Zu DDR-Zeiten wurde man als Kind auch missbraucht für Propagandazwecke. Daran hat es mich erinnert.

    . . . . . . . .

    [zitat/ende]

    interessantes interview, nicht wahr? denn gerade ein ehemaliges opfer müsste ja quasi „luftsprünge vollführen und vor freude rumhüpfen“ ob der plötzlichen fürsorge seitens der politik in form von „nutti von der schleym“

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  2. Na klar dürfen so gute Menschen das weiterhin angucken. Sonst hätten wir doch nicht solch wacker Streiter, wie diesen Politiker, ähm Ex-Politiker, dessen Name mir grad nicht einfällt. Aber ihr wisst sicher, wen ich meine.

    Ich sehe ja ein, dass Kipo-Fahnder, auch wenn ich diesen keine allzuhohe Erfolgschancen einrechne, diese Sperre nicht bekommen sollten. Aber Unis?, Beamte? usw. Gibt es dafür irgendeine Begründung, oder ist es nur schwachsinnig?

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  3. Ihr denkt nicht weit genug!

    Die Zensurmaßnahmen sollen nicht funktionieren, damit in einer zweiten Welle dann _wirksame_ Maßnahmen durchgedrückt werden können ohne großes Aufsehen zu erregen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politiker so bescheuert wie es nach außen wirkt. Also verfolgen sie ein Ziel. Das was sie sagen kann nicht das Ziel sein, weil recht offensichtlich ist, dass es darauf keine _positiven_ Auswirkungen hat. Also verfolgen die Politiker mit ihren Aktionen ein anderes Ziel!

    Überlegt man sich, wozu man die entsprechenden Gesetze denn _noch_ einsetzen könnte, kommt man bei den Gesetzen und Entwürfen der letzten Jahre gedanklich irgendwann bei einem System an, das die Visionen von George Orwell wie einen Kindergeburtstag aussehen lässt. Auch ein System weit jenseits des in „V for Vendetta“ dargestellten ist anhand dessen nicht völlig auszuschließen.

    „Und die Massen werden jubeln.“

    Wie sie es schon so oft getan haben.

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  4. Was ich am Ende ganz vergessen habe:

    @Tommy
    An Unis findet man gewöhnlich die Leute die sich solche Bevormundung nicht gefallen lassen. Und was man gerade nicht will ist eine Meute von Studenten die laut ihren Unmut hinausbrüllen (wenn auch die etablierten Klassen gerne die Äußerungen dieser „Hobbyrevoluzzer“ ignorieren). Denn vielleicht findet sich ja unter all den Studenten jemand der dem „gemeinen Pöbel“ erklären kann was vorgeht? Eine kleine Gruppe von Wissenden kann man ignorieren. Das funktioniert ja bereits jetzt hervorragend da die breite Masse gar nicht mitbekommt was wir hier diskutieren. Und in der Tagesschau wird nie einer von uns interviewt werden. Sollten jedoch irgendwann angestachelt von einigen zehntausend Studenten Hunterttausende durch die Straßen ziehen ist das nicht mehr unter den Teppich zu kehren.

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  5. @Tommy
    Und Beamte sind natürlich von vorne herein über jeden Verdacht erhaben. Die würden ihnen zugestandene Rechte _NIE_ missbrauchen.

    Außerdem müssen die Leute mit Ahnung ja einen Anreiz haben, Beamte zu werden. *evil grin*

    „I am important. I provide the much needed sarcasm!“ Xander Harris, Buffy the vampire slayer.

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  6. Lesenswerter Artikel auf Heise, mit Kommentaren von der Leyens: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30199/1.html

    Ich fühle mich von den Aussagen der Frau eigentlich schon diskriminiert.

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