Brasilianische Hacker kapern US-Militär-Satelliten

090420fleetEin kaum bekanntes, aber brennendes Problem, zumindest für US-Militärs: Brasilianische Hacker haben herausgefunden, wie man mit einer Handvoll Bauteilen aus dem Elektronik-Shop und teilweise handgewickelten Kupferspulen sein Amateursprechfunkgerät so modifiziert, dass es nicht mehr im gewohnten Frequenzbereich 144 bis 148 MHz arbeitet.

Sondern auf 292 bis 317 MHz, der Frequenzskala der FLTSATCOM. Das ist das in den 70er Jahren aufgebaute weltweite Kommunikations-Satellitennetz der US Navy. Und nachdem der Trick mit der Frequenzverschiebung von billigen Sprechfunkgeräten schon zehn Jahre alt ist, weiss mittlerweile jeder Brasilianer, wie das geht.

Und die Mobiltelefon-Netzabdeckung ist nicht besonders gut in Südamerika. Also benutzen illegale Holzhändler im Amazonas, Drogendealer an der grünen Grenze oder einfach Trucker und Amateurfunker die US-Satelliten, um über weite Strecke zu kommunizieren.

Wie praktisch, dass damals, bei der Errichtung des Netzes, niemand an so etwas wie Verschlüsselung gedacht hat. Die illegale Nutzung der „bolinha“ (kleiner Ball), wie die Satelliten in Brasilien liebevoll genannt werden, ist kaum auszurotten und breitet sich mittlerweile über andere Länder aus, sehr zum Verdruss der tapferen US-Soldaten an den Brennpunkten unseres Planeten, die nun kaum noch Funksprüche absetzen können, weil der militärische Äther voller portugiesischem und anderem Gequassel ist.

Aber wer hätte auch gedacht, dass irgend jemand sich an militärischen Kommunikationsfrequenzen vergreifen könnte? Oder dass Funkgeräte einmal so billig werden, dass jeder zweite Schwellenlandbewohner sich eines leisten kann.

Eine Lösung für das Problem ist derzeit nicht in Sicht. Beep. (via wired)

5 Gedanken zu „Brasilianische Hacker kapern US-Militär-Satelliten

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