Amazon will kein Geld von Piraten

090501codafmWie? Die Leute wollen für Musik bezahlen und der grösste Onlineshop der Welt will das Geld nicht? Coda.fm ist eine ziemlich innovative Musikseite, auf der man neue Musik kennenlernen, sie anschliessend als Torrent downloaden und zu guter Letzt bei Gefallen via Amazon Musikshop als Download kaufen kann. Alle Links auf einer Seite. Coda.fm ist erst seit kurzem online und hat schon mehrere hundert Alben als Amazon-Associate verkauft.

Jetzt hat sich Amazon an die Musikfreundeseite gewendet, mit der Bitte, die Links zu entfernen (Was die Codas nicht tun werden). Ausserdem wurde ihr Associate-Account geschlossen, sie bekommen also keine Provision mehr, wenn Musikfans wie Coda.fm bei Amazon einkaufen.

Warum das so ist, wissen wir alle: Amazon möchte nicht mit „Piraten“ in Verbindung gebracht werden. Schliesslich gibts hier neben bezahlten Downloads auch Torrents. Das Problem ist aber nicht Amazon selbst, sondern die monopolistische Haltung der Musikkonzerne: Sie verklagen jeden, der irgendwie mit der kostenlosen Weitergabe von Musik (oder ähnliche Kulturdaten) zu tun hat.

Wieder einmal geht es nicht darum, Geld mit Musik zu verdienen, sondern nur um die alleinige Kontrolle der Vertriebswege. Und um ein Verbot der Privatkopie. Der mondsüchtige Plan dahinter: Wenn man Musik (u.ä.) nur noch von offiziellen, lizensierten Dealern bekommt, können diese die Preise diktieren. Jaja. Das glaubt ihr vielleicht.

(coda.fm via torrentfreak)

4 Kommentare

  1. Ich stelle mir dies so vor. Der mir nicht bekannte Hugo vertickert in großem Stil Rollex-Uhren und sagt seinen Kunden, dass sie in meinem Uhrengeschäft selbige auch erwerben könnten – und auf diesen befindet sich dann auch nur ein „L“. Wäre ich nicht um meinen Ruf besorgt, wenn ein Krimineller meinen Namen in den Mund nimmt? Oder nehmen wir einen Drogenhändler in der Berliner Hasenheide: Wäre ich als Apotheker am Hermannplatz dankbar, wenn jener Drogenheini seine Klientel für legale Helferchen wie Ritalin an mich verweist? Der gute Ruf ist verdammt viel wert. Wenn der mal weg ist, dann sinken die Einnahmen. Von Amazon ebenso wie von den Künstlern, deren Alben dort verkauft werden.

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  2. Weisste: Die Diskussion um die „Rechtmässigkeit“ von P2P/Privatkopie können wir beide solange führen, wie wir Lust haben. Sie wird nichts daran ändern, dass P2P/Privatkopie immer weiter geht und nicht gestoppt werden kann. Wir müssen uns damit arrangieren. Du auch.

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  3. Das mag schon sein. Dass man Torrents und Konsorten auch schlecht finden kann, dieses Recht sollte man mir und Amazon zugestehen. Und stoppen könnte man P2P schon, es müsste nur die ach so bösen Musikkonzerne geltendes Recht einklagen. Dein Irrtum: Es geht nicht um die Vertriebswege. Es geht darum, dass Künstler Kohle sehen. Und dies passiert bei den Filesharern nicht. Basta.

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    • Aber haargenau geht es um die Vertriebswege: Musikkonzerne und Künstler in einen Topf zu werfen, ist eben schon der erste Fehler. Es gibt ja bereits die ersten beispiel dafür, wie man sehr gut ohne herkömmliche Strategien als Künstler sein Geld verdienen kann (Nine Inch Nails). Dass daran eine Industrie nichts verdient, die Leute wie Thomas M. Stein in die Chefetage geholt hat oder DSDS für „Nachwuchsförderung“ hält, finde ich persönlich nicht tragisch. Fritz hat sich immer für die Kultur-Flatrate stark gemacht (tu‘ ich auch), ist also mitnichten Fürsprecher der „Geiz ist geil“-Fraktion.
      Das Beharren darauf, dass alles wieder in „geordnete Bahnen“ gebracht werden muss, erinnert dagegen daran, wie im 19. Jahrhundert Holzschuhe in Maschinen geworfen wurden, um sie zu blockieren. Hat auch nicht geholfen.

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