Ende der Musikindustrie macht Fortschritte

090522tunecore_promoDer weltgrösste Onlineshop, Amazon, hat einen Deal mit dem CD-Herstellungsservice Tunecore bekannt gegeben. Bands, die unbedingt eine professionell aussehende CD verkaufen möchten, bezahlen rund 30 US-Dollar vorab und lassen die Scheiben von Amazon vertreiben.

Von diesen Umsätzen bekommen sie 40 %. Was, nur 40%? Ja, und das ist etwa zehnmal mehr als bei einem konventionellen Plattenvertrag. Und man muss weiter keine Rechte weggeben.

Auf Wunsch kümmert sich Tunecore auch um die Downloadvermarktung bei iTunes, Amazon, Napster, etc. Und das alles ohne die gierige IFPI/RIAA und parsitäre Manager im Kreuz. Das Argument „aber das Label macht Werbung für die Band“ fiel schon vor längerem den shareholder-value-orientierten Sparmassnahmen der Branche zum Opfer.

Natürlich wäre es nach wie vor klüger, die Songs selbst und unter einer CC-Lizenz in alle erreichbaren Tauschbörsen hochzuladen, so wird die Band schneller bekannt. Aber ein paar hübsche CDs zum Verkaufen nach dem Konzert und ein Amazon-Listenplatz sind auch nicht schlecht.

Auf jeden Fall ist das die Zukunft: Du machst deine Musik, eine Agentur wie Tunecore kümmert sich um die Distribution. Wenn du willst, machst du noch einen Deal mit einer der Werbeagenturen, die sicher bald in dieser Branche auftauchen werden, die kümmern sich dann um die Blogs und die Fotos und den Buzz. Und die Unterhaltungsgiganten machen dicht. So’n Pech aber auch.

(tunecore via wired via slashdot)

11 Kommentare

  1. dett läuft doch unter „Putsch,feindliche übernahme,revolution“
    damuss mann doch die gsg 9 rufen, dett swat team aktivieren,rambo xx ins gefecht schicken.
    ne ma echt
    coole sache das, und bestimmt auch lukrative.
    ma abgesehen davon das dann nich vonner MI vorsortiert minderwertiger schrott produziert wird, 30 schleifen! dett kann sich ja jeder leisten!
    dett koof ick!

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  2. Wow. Gerade eben wollte ich Rohlinge & Booklets siebdrucken lassen – das wäre einiges teuerer gewesen, aber immer noch besser als ein Deal mit der Contentmafia. 30.- € dagegen ist das Experiment mit Amazon allemal wert.

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  3. Hach ist das schön, den Untergang der Musikindustrie zuzusehen. Ich als Künstler kann so etwas nur Begrüssen. Gerade in manchen nicht so populären Genres ist man auf sich selbst gestellt.

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  4. In diesem Zusammenhang muss ich nochmal auf den Heidelberger Appell zurückkommen. In der Printbranche zeichnen sich ja ähnliche Tendenzen ab.
    Nur dass im Moment Google das einzige Unternehmen ist, das mit dem geistigen Eigentum anderer Leute die große KOhle macht. Solange es für eine gerechte Umverteilung keine Regelungen gibt, und die sollten tatsächlich politisch verhandelt werden, muss man den Heidelberger Appell unterschreiben. So erwirkt man eine Verhandlungsbasis um für die Zukunft sinnvolle Modelle zu finden. Ansonsten schauen die Künstler wirklich dumm aus der Wäsche.
    Und ich habe keine Lust als Buchautorin Google zu ernähren.
    Auf zur Unterschriftenliste!

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    • Hast du dir selber angesehen, was Google Books eigentlich ist, oder beziehst du dich auf Hörensagen? Weder macht Google Gewinn mit der Sache, noch auf Kosten der Autoren. Angezeigt werden dort Buchseiten nur mit Genehmigung des Verlags/Rechteinhabers. Prüf das gerne mal nach. Der Heidelberger Appell dagegen richtet sich pauschal gegen das Internet, und für eine Erweiterung der Verlagsrechte. Und das geht auch auf Kosten der Autoren.

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      • Stimmt so nicht. Google USA hat ein völlig anderes bzw. gar kein Urheberrecht. Es geht darum, dass jeder von dort die Bücher runterladen kann, und die werden eben nicht honoriert, und von Deutschland aus hat man keine rechtliche Handhabe dagegen.
        Die Erweiterung der Verlagsrechte, wie Du es nennst, sieht so aus, dass zumindest in Deutschland der Verlag die Möglichkeit hat, seine Autoren vor illegalen Kopien zu schützen, was ist daran schlecht?
        Wenn es so schön wäre,wie Du sagst, hätte ich ja nichts dagegen, aber ich halte das für etwas blauäugig. Es sind einfach viel zu viele Haie unterwegs.

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  5. Naja, Leserin Sahnehaube, was du da sagst, ist falsch. Aber du musst mir nicht glauben (Meinungsfreiheit ftw), informier dich selber oder stell weiter irgendwelche Behauptungen auf.

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  6. In der Telepolis gab es vor Kurzem einen ziemlich detaillierten Artikel über den Heidelberger Apell und die Diskrepanzen zwischen Urheberrecht (das übrigens seit spätestens dem zweiten Weltkrieg auch in den USA nicht mehr so gehandhabt wird, wie sahnehaube behauptet), Verlagsrechten, den Erwartungen einiger unterzeichnender Autoren und den tatsächlichen Forderungen der (wissenschaftlichen) Verlage. Ob man dem zustimmt, oder nicht – gelesen sollte man ihn haben, wenn man diese Debatte in „net-savyer Umgebung“ führen möchte; sei es auch nur, um eventuelle Irrtümer der Autoren zu widerlegen.

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    • Vielen Dank Tom,
      für den Hinweis auf den wirklich sehr aufschlussreichen Artikel.
      Das lässt mich meinen Unterschriftswillen doch noch mal überdenken.
      Ich schließe mich am ehesten den Äußerungen von Thomas Palzer an:

      „… Thomas Palzer („Ruin“) fand den Aufruf „sympathisch“ und sieht einen Erfolg darin, dass er eine „notwendige Debatte“ angestoßen habe. Allerdings vertritt er zu Open Access eine komplett andere Auffassung als sie der Initiator Roland Reuß dort hineinpackte und glaubt, dass auch viele andere Autoren so denken, aber trotzdem unterschrieben, weil sie „ein Zeichen setzen“ wollten. Die politische Konsequenz aus dem Aufruf sieht er in einem Ende des „Wilden Westens“ und der „Kannibalisierung“, die auf Dauer nicht funktionieren könne, jedoch nicht notwendigerweise in einer „Fortsetzung der Pfründewirtschaft“, in der viel Geld bei „Maklern“ wie den Verlagen verbleibt und nicht bei den Autoren ankommt.

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  7. Tunecore ist gut und schön. Aber die Promo fehlt halt. Und Projekte, die nicht live zocken, gehen mit Fritz Methode den Bach runter, ergo sterben den Hungertod.

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  8. […] Wer braucht Musikkonzerne? Nach Tunecore (siehe 11k2) macht eine weitere international tätige Agentur von sich reden: Zimbalam. Der Service richtet […]

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