Frankreich: 1000 Internetanschlüsse pro Tag abklemmen

090528albanelDie französische Ministerin für Kultur und Kommunikation Christine Albanel rechnet ab dem Inkrafttreten des Hadopi-Gesetzes (a.k.a. „3-strikes“) mit 1000 abgetrennten Internetzugängen pro Tag. Nochmal: Sie denkt also, dass nach drei nicht durch Gerichte geprüften Beschuldigungen durch die Contentindustrie jeden Tag 1000 französische Bürger keinen Internetanschluss mehr haben sollen. Aber ihn weiter bezahlen, damit den Telekomkonzernen kein Schaden entsteht. Das wird zumindest so von der Nachrichtenagentur Associated Press berichtet. Die Geschichte (falls man daraus lernen möchte) zeigt, dass eine Regierung nur lange genug Krieg gegen die eigene Bevölkerung führen muss, damit diese irgendwann resigniert und mitmacht.

Den Krieg. Dann gegen die Regierung. In Frankreich hat das in der Vergangenheit zu einigen sehr unschönen Ereignissen geführt, gerade für die betroffenen Adligen.

Im selben Stil dringt unsere nationale Konzermarionette Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf die Rest-Regierung ein, um „3-strikes“ auch an Verfassung und Rechtsstaat vorbei gegen die Bevölkerung zu richten.

Lasst mich mal nachzählen: 1000 am Tag, das gibt 365.000 im Jahr, also rund eine Million in drei Jahren, und nach wenigen Dekaden kann man das lästige Internet ganz abschalten, wegen Nichtbenutzung. Mensch! Was man da Strom sparen könnte!

Ich bin ja eigentlich sehr gegen gewaltsame Revolutionen, weil ich finde, dass dabei immer vor allem die Falschen, Schwachen, zu Schaden kommen. Nur: Ich weiss auch nicht, wie eine Radikalisierung aufzuhalten ist, angesichts institutionalisierter Dummheit dieser Grössenordung. (ap via zeropaid, heise) (pic wikipedia)

8 Kommentare

  1. na ich denke mal das die rasse albanel ne aussterbende ist!
    die werden so was auf die mütze bekommen, und wenn es zuletzt von den internetprov. ist. weil sich ja niemend den schiss antut, für etwas zu bezahlen ohne gegenleistung!
    also auch nur eine weitere schaufel beim grabschaufeln und zwar dem eigenen.

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  2. Ah, Neuigkeiten aus Sarkozys Schlafzimmer. Das ganze Gammelfleisch, das irgendwann mal unter dem Präsidenten lag, darf jetzt auch mitmachen.

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  3. ich geb paris 4-5 monate das hat es ein eben so grosses mashup netzwerk wie berlin

    und was haben die trottel von telcos dann gekonnt
    noch das letzte stück kontrolle über die netze hergegeben

    mal sehen wenn die ersten autos brennen weil man den leuten ihr spielzeug nimmt

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    • Die brennenden Autos werden 3 Tage die Runde durch Tagesschau & Konsorten machen, danch STILLE …. wie letztes mal …
      Oh mann, wie lange lassen die Leute das alles noch mit sich machen …

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  4. sehr spannend.
    Besonders da die Franzosen nicht grad zimperlich sind was demonstrationen angeht…
    Konflikte und soziale Brandherde gibt es in F ohnehin schon mehr als genug und wenn die das tatsächlich knallahrt durchziehen gehts zurück in die Steinzeit.
    Prost Mahlzeit

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  5. „Ich bin ja eigentlich sehr gegen gewaltsame Revolutionen, weil ich finde, dass dabei immer vor allem die Falschen, Schwachen, zu Schaden kommen. Nur: Ich weiss auch nicht, wie eine Radikalisierung aufzuhalten ist, angesichts institutionalisierter Dummheit dieser Grössenordung. (ap via zeropaid, heise) (pic wikipedia)“

    Du hast so was von Recht, aber ohne die fettgefressene „Opposition“ auszuschalten, ist nichts revolutionäres durchzusetzten. Hart aber Wahr. Da nehme ich immer gerne Russland als beispiel: Ich meine Zarentechnisch hat kiener mehr aufhemuckt nachdem alle exikutiert worden sind … kein Untergrund der Ärger macht, keine exilregierung die Salz in dei Suppe streut … klingt irgendwie totalitär aber so ist das mit den Revolutionen, oder?

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  6. Die Leute gehen nicht auf die Strasse wenn es ihnen schlecht geht sondern wenn sie etwas besseres in Aussicht gestellt bekommen und wenn es einen Haken gibt an den man die ganze idee aufhängen kann – so ähnlich neulich in einem geschichtbuch gelesen.

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