Computerspielesucht, jetzt auch in Australien?

090527american-gamerGibt es wirklich so etwas wie „Computerspielesucht“? Das neuseeländische Fernsehen (na, so was, die dürfen ja noch TV-Webseiten betreiben, ein glückliches Land!) berichtete über eine Online-Umfrage des australischen Associate Professor Vladan Starcevic von der University of Sydney unter 2000 Computerspielern aus aller Welt. Etwa die Hälfte davon Nordamerikaner, 25 % Europäer, 20% Känguruhs und Kiwis. Professor Starcevic fand, dass etwa 8 %, also jeder zwölfte, den „problematischen Gamern“ zuzurechnen sei. Weil sie kaum etwas anderes tun oder an etwas anderes denken als Gaming. Er sagte wörtlich: „Und es erscheint, dass diese Leute bereits andere psychische Probleme haben, und dass exzessives Videospielen ein Ausdruck dieser zu Grunde liegenden Probleme ist“.

Ah! Also anders als bei unserem nationalen Kriminalvereinsgründer Christian Pfeiffer, der mit schrägen Alkoholismusvergleichen 15jährige zu Abhängigen stempelt, um sich bei Innenministern als Hof-Lieferant von Schreckensnachrichten anzudienen. Machen wir uns nichts vor, 12 Stunden täglich zocken ist ungesund, und man sollte solchen Extremgamern soziale Angebote machen.

Aber seriöse Publikationen setzen „computerspielsüchtig“ eben konsequent in Anführungszeichen. (via tvnz)

2 Gedanken zu „Computerspielesucht, jetzt auch in Australien?

  1. Ich versteh sowieso nicht, wieso die Leute so Probleme mit so einem einfachen Konzept haben. Psychische Sucht = Ersatz für was anderes das fehlt. Alles kann ein Ersatz sein. Das macht die Sache aber an sich nicht schlecht. Wenn, dann könnte man es als Verfehlung der Gesellschaft oder der Familie sehen, die diesen Mangel erst erzeugt hat.
    Ist doch so einfach, ein Sechsjähriger vesteht es.

    Manche Leute müssen einfach nur was verarbeiten, und finden keinen der sich traut, da wirklich mit ihnen durchzugehen. (Die meisten Therapeuten hab das nicht gelernt, um von normal auf gut, sondern um von schlecht auf normal zu kommen,) Aber das Flüchten in Verdrängungen wird ja in dieser Gesellschaft eh von allen Seiten gefördert.

    Wie hilft man einem nicht körperlich Süchtigen am besten? Man ist für ihn/sie da, egal wie krass die Dinge sind durch die man gemeinsam durch muss. (*Und sie werden krass!*) Und man bietet ein Gefälle, das natürlich in Richtung Verarbeiten als was gutes zieht, statt in die Verdrängung.
    Dann gaanz klein anfangen, Erfolge verbuchen, und sich immer steigern. Wie beim Leveln im Spiel. Bis alles verdaut ist, und die Person sich 1. wieder damit befassen kann ohne dass es belastet, und 2. genug andere Aktivitäten hat, die aber nicht als Verdrängung benutzt werden. :)

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