Die Blogger-Ethik

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Wie ticken Blogger? Welche kollektiven Werte haben sie? Unterscheiden sie sich von den old-school Journalisten? Wissenschaftler an der Nanyang Technological University Singapore haben 1224 Blogger befragt, davon etwa 900 mit persönlichen, und über 300 mit politischen Nachrichten-Blogs.

Titel der Studie: „Doing the right thing online“. Zwei Drittel der untersuchten Blogs waren US-amerikanisch, wurden von etwa gleich vielen Männern und Frauen betrieben. Unter den Bloggern mit persönlichen Themen waren etwa 40 % Studenten und 10 % IT-Fachleute. Blogger mit eher allgemeinen, nicht-persönlichen Themen waren rein statistisch eher älter, männlich, verheiratet, mit höherem Bildungsgrad. Beide Gruppen waren sich allerdings einig, was die vertretenen Werte betraf: Am allerwichtigsten ist den befragten Blogger die korrekte Quellenangabe.

Und das ist bereits ein gravierender Unterschied zur alten Presse, wo die Quelle in der Regel vertuscht wird und der Autor so tut, als hätte er die Information persönlich recherchiert. Blogger mit persönlichen Themen würden sich mehrheitlich nicht scheuen, glatte Lügen zu verbreiten, wenn dadurch Schaden für andere vermieden werden könnte, News-Blogger sehen das andersrum. Interessant auch, dass die Befragten an sich selbst strengere Massstäbe anlegen als an die Community. Ebenfalls interessant: Verantwortlichkeit für die verbreiteten Texte wird geringer eingeschätzt als die korrekte Quellenangabe.

Ich halte das für eine gute Entwicklung, schliesslich lassen sich News vom heimischen Schreibtisch aus kaum erschöpfend nachprüfen, also bleibt die Verantwortung für die Richtigkeit der Meldung bei der Quelle, und Leser müssen akzeptieren, dass es nun mal keine Wahrheit gibt (und noch nie gab), sondern nur Meinungen und bestenfalls Quellen dazu. Hier ist die Studie als PDF zu sehen.

( via arstechnica) (pic fritz effenberger 11k2 CC 3.0 by-nc-sa)

3 Kommentare

  1. bleibt aber trotzdem ein ganz dicker wermutstropfen!!!

    denn wohin, wenn nicht in die blogosphäre, werden sich denn wohl diese ganzen (traditionell) verlogenen journalisten-kanaillen hinweden sowie die normalo lügenmedien eines nach dem anderen (blatt für blatt) und der reihe nach aussterben?

    die tendenzen gehen ja bereits schon teilweise in diese richtung.

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    • Die Print-Ersatzbank wird die Blogosphäre garantiert nicht überschwemmen, zumindest nicht im deutschen Sprachraum, weil den Leuten eine ganz banale Schlüsselqualität fehlt: Geschwindigkeit. Wer immer sich mit einer solchen Ausbildung um einen Job in PR, Online-Kommunikation oder Werbung bemüht, hat keine Chance. Einer der Gründe übrigens, warum man das bornierte Gefasel eines Hubert Burda mit dem Ausschaltknopf beantworten sollte. Sie hocken alle vor ihren Kisten und sehen der Sanduhr zu. In der Zeit ist die Blogosphäre schon eine Erdrotation weiter.

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  2. ich find es schwer gute blogs zu finden…

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