Windows Laptop Hunters: Der Ford F-150 Truck

Matt und Olivia wollen ein Notebook, für 700 Dollar. Grosser Bildschirm, lange Akkulaufzeit, und man soll damit Fotos anschauen können. Tja. Harte Anforderungen. Natürlich kommen sie auf ihrem Weg durch den lokalen Blödmarkt am kleinen Macbook für 1000 US-Schleifen vorbei: Zu klein, zu teuer. Als sie schliesslich ein HP dv7 erblicken, sind sie hellauf begeistert: 17inch-Display, grosse Festplatte, und Fotos kann man auch anschauen, mit der installierten Windows-Software.

Das solchermassen angepriesene Windows-haltige Notebook wurde übrigens von den Jungs bei Notebookcheck getestet. Es kostet hierzulande über 1100 Eurelien und hält bei voller Benutzung eine Stunde und 42 Minuten ohne Nachladen durch, maximal geschätzte drei Stunden. Das ist nicht besonders toll.

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Ich hab mich ja zwischendurch wirklich gefragt, was diese „virale“ Video-Reihe eigentlich soll. Immer und immer wieder treten mässig begabte Schauspieler auf und tun so, als würden sie einen tollen Deal machen, indem sie einen mässig beeindruckenden Klapprechner mit Vista drauf kaufen. Jetzt ist es mir klar: Microsoft vermarktet Windows auf Notebooks mit dem selben Prinzip, das auch die US-Autoindustrie in die Pleite geführt hat: Es muss gross sein, darf auch viel verbrauchen, und wenn man Glück hat, bekommt man es günstig. Eben so wie ein Ford F-150 Truck. Dass den Entscheidungsträgern im microsoft-industriellen Komplex so ein Auftreten gefällt, glaube ich gerne. Nur die angesprochene Unterschichtszielgruppe wird sich nicht ewig über den Tisch ziehen lassen.

Wusstet ihr, dass Ende 08 der Marktanteil von Windows geringer war als zu Zeiten von Win 3.11, nämlich unter 90 %? Und dass Vista zu diesem Zeitpunkt gerade mal auf jedem fünften Rechner lief? Und dass der Nutzeranteil von Windows, nach Internetzugriffen gemessen, nach Feierabend und am Wochenende deutlich fällt, weil die Leute zuhause eben lieber andere Betriebssysteme verwenden als das grosse Unternehmen tun? You find it… you keep it.

( via electronista) (pic wikipedia)

6 Kommentare

  1. Netter Vergleich! Schöner Beitrag.

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  2. Also mir fällt beim Vergleich zu dieser „viralen“ Kampagne eher auf, dass es ja quasi professionelle Täuschung/Bauernfängerei/Nepp/Betrug ist.

    Aber gut, wenn ich glücklich sein will, schaue ich mir einfach nur wieder diesen Graphen an: http://gs.statcounter.com/#browser-DE-daily-20080701-20090707
    (Werbeblocker kurz ausmachen. Lohnt sich! Danach anmachen nicht wieder vergessen!)

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  3. @BAReFOOt: Den Link muss ich mir merken, für die Fälle in denen mich plötzliche Traurigkeit überfällt :p

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  4. [ Ich hab mich ja zwischendurch wirklich gefragt, was diese “virale” Video-Reihe eigentlich soll. ]

    her ist es so:

    diese spezielle art von werbung wird für die durchschnittlichen (das wort „intelligent/en“ will ich in diesem zusammenhang erst gar nicht gebrauchen) primaten-fernseh-zuschauer (also für die untersten hominiden entwicklungsstufen) welche sich an solch extrem geistreichen knockout sendungen wie beispielsweise GZSZ, DSDS, sämtlichen vormittäglichen talkshows, (wie heißen diese ganzen) sog. „reality soaps“, „boulevardmagazin-shows“ und „quiz-irgendwas-sendungen (mit fragestellungen die sogar halbwegs intelligente 5 jährige mit leichtigkeit beantworten können)“ verlustieren und ergötzen, die BILDzeitung + sämtliche ihrer derivate und ähnliche schriften lesen und magazine konsumieren, die noch weitaus niedrigere journalistische ergüsse zum inhalt haben (das sind dann zB. solche blätter die vornehmlich stars und sternchen abdecken und blaublütiges postulieren: zB welche prinzessin gerade welchem baron die nudel gerade-biegt und wahrscheinlich deswegen bald werfen wird + zugehörigem morph-bildchen usw.).

    das ist die große zielgruppe! die riesige armee der halb hirnlosen mit einem IQ wert unterhalb eines durchschnittlichen käse-schinken-sandwiches.

    halt genau auf diejenigen zugeschnitten welche dumm und stumpf genug sind vorbehaltlos einen solchen haufen scheißdreck zu fressen, tatsächlich aber in der verqueren vorstellungswelt leben das der servierte haufen scheiße, statt eben nur scheiße zu sein, ein „5 sterne filet mignon vom japanischen kobe-rind“ ist – und sie sich deswegen exklusiv und „ach-so-toll“ verstanden (und zum kauf animiert) fühlen!

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