New York Times beschliesst wirtschaftlichen Selbstmord

090715nytVor Jahren war die New York Times eine der wenigen Tageszeitungen, die ihre Artikel auch online nur gegen Bezahlung preisgab. Dann wechselte man auf ein Modell, per Registrierung News umsonst heraus zu geben und die Daten der Nutzer zu verkaufen. Schliesslich erkannte man, dass ein unbeschränkter Zugang der Leser zu den Webseiten der NYT weit mehr Werbeeinnahmen bringen würde.

Nur sind diese jetzt um deutliche zweistellige Prozentbeträge gefallen (a.k.a. „Krise“), was die Chefetage aktuell zum Beschluss veranlasste, wieder eine Paywall zu errichten. Demnächst will man also wieder Geld verlangen. Für die selben News, die es anderswo umsonst gibt? Für besondere Kommentare, Analysen, Meinungen und die Möglichkeit, Fragen an die Journalisten zu richten? So wie in Blogs etwa?

Wahrscheinlich ist, dass die NYT mit dem neuen (alten) Geschäftsmodell noch weniger verdient als heute, und neue Panikreaktionen hervor bringt. Ja, richtig, das ist alles nicht so einfach mit dem Übergang vom Industrie- ins Informationszeitalter, und es ist gut möglich, dass diesem Übergang noch mehr prominente Namen zum Opfer fallen.

(via telegraph)

3 Kommentare

  1. ach! wenn man mal nen schritt vorwärts gegangen ist, darf man auch einen rückwärts gehen und schauen ob man da auch auf die fresse fliegt.
    wir wissen doch wo es lang geht, früher oder später ob mit oder ohne kriese.
    zeitungsjunge ist auch zu zeiten der kriese down gegangen, merkt ihr den zusammenhang :)
    (gibt aber alternativen)

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  2. Schade. Immer gern gelesen, im Internet. Und es widerspricht natürlich dem Ideal eines Online-Angebotes, Geld zu verlangen…
    Aber ein kleiner Widerspruch: In der NYT stehen eben nicht dieselben News, die es anderswo umsonst gibt, sondern auch großartige Reportagen, gerade in der Metro Section – leider fällt mir gerade nur eine ein, die ein bisschen dämlich klingt, wenn man sie nicht gelesen hat – die Ruhestands-Party eines Blindenhundes, grandios geschrieben.
    Solche Geschichten bringt kein Blogger zustande, der nur über seine eigenen Befindlichkeiten schreibt, statt andere zu befragen – das gilt für 90 Prozent der Blogs, Anwesende ausgenommen. Und in dieser Konzentration und Vielseitigkeit wie die NYT kann kein Blog gute Geschichen liefern – die meisten Zeitungen ja auch nicht.
    Nur hat die NYT in der letzten Zeit ja auch immer wieder eingespartt und gekündigt (wobei es vielleicht besser sein könnte im Lebenslauf, bei der NYT gekündigt worden zu sein, als aanderswo zu arbeiten…)

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  3. Verzeihung für zwei Tipp-Fehler. Bin eben nicht die New York Times…

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