Apple Cocktail, Zukunft des Musik-Albums. Oder auch nicht

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So langsam kommt es raus, Apple hat mit den vier Majorlabels ein Ding ausgebrütet, das eher noch dieses Jahr unter dem Codenamen “Project Cocktail” (oder auch irgendwas mit „i“ vorndran) die Musikwelt bereichern soll. Wahrscheinlich schon im September, wenn der mythische Apple iTouch auf den Markt kommt (siehe 11tech).

Im Wesentlichen handelt es sich bei Cocktail um eine Multimedia-Erweiterung für digitalisierte CD-Alben, etwa zum Download bei iTunes. Die Musikkonzerne mögen nämlich die Wahlfreiheit der iTunes-Kunden gar nicht, sie verkaufen lieber ganze Alben mit 80 % Gurkensongs drin als nur einzelne Hits. Deshalb soll eine Flash-Animation mit Cover-Art, Song-Lyrics und etwas buntem Trallala drumherum das „Album “ zum verkaufbaren Multimedia-Gesamterlebnis hoch-stylen.

Nur: Wenn ein ganzes Album auf iTunes jetzt schon unverschämte 9,99 kostet (wovon sowohl der Künstler als auch Apple je etwa 5 % bekommen, laut OECD-Bericht von 2005), was werden sie dann für einen Cocktail nehmen? Etwa wieder 16,99? Und das in einer Zeit, in der mindestens ein Drittel aller Internetnutzer Musik (und anderes) gratis herunterladen?

Andererseits: Ich glaube, niemand hätte was dagegen, die Künstler und den Vertrieb (z.B. Apple) zu bezahlen, das wären dann zusammengerechnet… 1,69 Euro pro Cocktail oder 9 Cent pro iTunes-Song. Der Rest wird ja derzeit vom Musikkonzern verprasst. Ich denke daher, dass „Cocktail“ eine dumme Idee ist, die nicht funktionieren wird. Nicht, wenn nicht auch noch Videos, regelmässige Updates, Konzertankündigungen und der gesamte Service für den Fan mit drin steckt. Aber das würde sich für die Konzerne nicht rechnen, die wollen ja mehr, und nicht weniger Profit. Dann bleibts wohl doch beim P2P, das immer anonymer und für den Benutzer sicherer wird.

( via wired) ( pic fibroblast cc)

4 Kommentare

  1. Finde schon das alben zu verkaufen schon sinn macht, wieviele gute lieder entdeckt man nur dadurch weil sie mit auf einem album sind das man wegen anderen lieder gekauft hat.

    Auch die idee sowas wie die videos und so gleich mitzuliefern wäre nicht schlecht, nur darf dies halt nichts mehr kosten als es jetzt schon kostet, den wenn man sieht ein album runter zu laden kostet 10euro, dann ist das mehr als genug dafür das man ja bisher nichts dafür tun muss ausser ein paar server zu betreiben und ein bisschen software updates entwickeln.

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  2. Ich denke ebenfalls, dass die Preise für die Alben bei Itunes nicht weiter erhöht werden dürfen. Wenn man für einen „Cocktail“ 16,99 Euro verlangt, ist man damit genau auf dem gleichen preislichen Level einer CD mit Hülle und Booklet. Der einzige Grund, der mich dazu gebracht hat bei iTunes Songs zu kaufen ist der meist günstigere Preis und die Möglichkeit einzelne Lieder laden zu können. Diese ganze Freiheit und die damit verbundenen Vorteile gehen durch Cocktail völlig verloren. Meiner Meinung nach keine gelungene Idee.

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  3. […] wie das unlängst bekanntgewordene Cocktail-System von Apple (siehe 11k2) handelt es sich dabei um einen Datencontainer, der ausser Musik auch das Cover, Infos und […]

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