Der neue US-Radiokrieg

090818radioIm (nach Selbsteinschätzung) Greatest Country On Earth beharken sich derzeit Musiklobbyisten (RIAA, musicFIRST) und die Radiosender; jetzt wurde die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) eingeschaltet. Sie soll eine Untersuchung durchführen, die Lobby wirft den Radios nämlich vor, Songs von Musikern nicht mehr zu spielen, die eine Vergütung für Airplay fordern. Anders als etwa hierzulande müssen Radiosender in den USA keine Tantiemen für ausgestrahlte Musik bezahlen; für die Musiker kein Nachteil, weil diese Einnahmen wiederum nach undurchsichtigen Schlüsseln verteilt werden und zum grössten Teil in den Geldspeichern der Vertriebe verschwinden.

Jetzt dringt die RIAA darauf, die FCC solle prüfen, ob die Sender „ein System von Bedrohungen und Einschüchterungen gegen Künstler aufgebaut hätten, um diese zum Verstummen zu bringen und ihre Teilnahme am politischen Gestaltungsprozess zu unterdrücken“.

Wow. Propagandatext der feinsten Sorte, und nur die Kenntnis der Existenz von Godwins Gesetz hält mich davon ab, meinen Standpunkt hierzu klarer zu formulieren.

( via reuters)

6 Kommentare

  1. Wieso? Bezeichnest du die RIAA neuerdings als Nazis? ;)

    Das „System von Bedrohungen und Einschüchterungen“ verfolgt die MI ja schon länger, nur halt eben nicht gegen Künstler. Da steht irgendwas in dem großen Märchenbuch, so mit Splitter und Balken im Auge und so… passt wie der Deckel aufn Topf :)

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  2. Also, fassen wir mal zusammen: Die MI verpetzt gewisse Radiosender bei der FCC, weil diese ihre gekauften Nutzungsrechte nicht in Anspruch nehmen wollen? Oder weil Radiosender keine kostenlose Werbung mehr machen, die sie von der MI gekauft haben?

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  3. Der „politische Gestaltungsprozess“ im Bereich Musik ist also abhängig von sog. „Künstlern“, welche „Tantiemen“ für ihr „Air-Play“ bekommen.

    … so habe ich mir die All-In-One-Diktatur vorgestellt.

    Fuck Art.

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  4. So what. Die Ölmultis und die Stromkonzerne erklären alle Hersteller, Händler und Kunden von Solarautos zu Terroristen, weil sie den guten Sprit und Strom zu teuren Preisen böswillig boykottieren. Einfacher kann man sich nicht zum Knalldeppen machen.

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    • die wortneuschöpfung gefällt mir. :-) hast du „knalldepp/en“ schon irgendwie angemeldet (weißt schon – wegen tantiemen, lizenzrechten, markenschutzrechten etc. und dergleichen ;-) )?

      ansonsten: genauso ist es!

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