US-Behörde entwickelt Internet-Zensurknacker

090819radiofreeeuropeFür China. Mit US-Steuern finanziert. Und für „Feinde des Internet“ wie Vietnam, Burma, Kuba, Nord-Korea, Ägypten, Iran, Saudi Arabien, Syrien, Tunisien, Turkmenistan, Usbekistan. Oder Deutschland. Der Trick, den das US Broadcasting Board of Governors (BBG, Betreiber von Radio Free Europe, Radio Free Asia, Voice of America etc.) angekündigt hat, heisst „feed over e-mail“ (FOE), und funktioniert in Kürze mit Hilfe von Kryptografie, die in den verfügbaren Email-Diensten wie Gmail oder Yahoo bereits vorgesehen ist.

Damit kann man dann wohl auch in Deutschland gleichermassen Kinderpornografie und regierungskritischen Inhalt über das Internet verteilen. Damit mich keiner missversteht: Ich bin dagegen, dass Bilder und Videos von missbrauchten Kindern verteilt werden (Was Teens mit ihren Abbildungen machen, ist deren Privatangelegenheit).

Nur die ganz billige Zensurkiste, die funktioniert hier nicht. Notfalls benutzt der sprichwörtliche Cyberkriminelle eben dieses von der erwähnten US-Behörde entwickelte Tool. So dass die Verbrechens-Verhinderung auf diesem Weg nicht funktioniert. Und alles, was übrig bleibt, ist Stasi 2.0, neue Optionen für den Machtmissbrauch und eine Kultur des Misstrauens gegenüber dem Bürger.

Dann mal vielen Dank und schöne Grüße an das BBG. ( via arstechnica)

1 Kommentar

  1. Das ist doch mal wieder voll nicht zu Ende gedacht, und funktioniert langfristig genau so wenig wie die Zensurkiste selber. Gibt es denn nur noch Halbdenkende heutzutage??

    Richtig wäre gewesen, eine Schnittstelle für „Pluggable Transport Modules“ zu entwickeln, die auf der einen Seite eine Netzwerkkarte für den PC simuliert, und auf der anderen Seite an alles mögliche gehangen werden kann. Z.B. Bilderdienste, Twitter, Webcam-Streams, Online-Radios, HTTP-Verbindungen, E-Mail-Dienste, was auch immer. Dazwischen (also im Netzwerktreiber) sitzt eine Verschlüsselung mit optionaler Kompression. Fertig.

    Dann kann jeden Noob in ein paar Minuten mit einem Mashup-Tool ein neues Transport-Modul bauen, reinhängen, und so die blockierten umgehen. Oder in einem vorhandenen einen Parameter (z.B. den Port) verändern.

    DAS wäre dann ein echter Fortschritt in Sachen Zensurgegenmaßnahmen.

    Gefällt mir


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