Sänger lässt Sony hochnehmen: Piraterie

Der Mexikaner Alejandro Fernández ist in Lateinamerika ein Star. Seine Popsongs auf der Basis traditioneller mexikanischer Musik (Mariachi, Ranchera) verkauften CDs in Lastwagenladungen. Er unterschrieb Anfang der Neunziger einen Vertrag über 7 Alben mit Sony Music. Dieser Vertrag lief 2009 aus, und Universal Music machte Alejandro ein besseres Angebot, also wechselte er.

Unglücklicherweise lagen in den Kellern von Sony noch unveröffentlichte Aufnahmen, und unglücklicherweise beschloss der Konzern, daraus ein achtes Album zusammenzustellen und zum Release anzukündigen. Senor Fernández liess durch einen Anwalt eine Unterlassungsaufforderung schreiben. Ohne Folge. Also schickte man die Polizei, um 6000 CDs, Masterdisk, Artwork abzutransportieren.

Wegen Piraterie. Also, genauer gesagt, dem Bruch von Leistungsschutzrechten. Einem Verstoss gegen Immaterialgüterrechte. Eine alltägliche Geschichte, wenn auch mit einem eher mexikanischen Verlauf. Nicht wahr, Senor Commandante? Nächste Station ist die Gerichtsverhandlung. Wir alle hoffen natürlich, dass der gestrenge Richter dem Gringo-Konzern eine zusätzliche Geldstrafe aufbrummt. Im äussersten Notfall würden wir dafür sogar beten. Aber nur zur Jungfrau Maria.

( via torrentfreak) (pic msabcmom cc)

7 Kommentare

  1. das beste daran ist das es sich hierbei um „echte“ raubkopien handelt, denn dem geschädigtem wurde ja tatsächlich etwas „handfestes und greifbares“ gestohlen. nämlich die „Masterdisk“ mit liegen gebliebenem (wahrscheinlich) „ausschussmaterial“ und wie es scheint sogar altes artwork obendrein – und das trotz vorheriger verwarnung!!! und das obwohl er ja alle vertraglichen vereinbarungen (7 alben) erfüllt hatte.

    danke SONY – für die tiefen einblicke in das tatsächliche geschäfts-gebaren gegenüber den „künstlern“ – deren rechte euch MI-kotzbrocken ja ach so wichtig sind und die angeblich so sehr geschützt und verteidigt werden müssen!

    geschützt und verteidigt vor wem eigentlich? vor den fans? vor den bösen daten-tauschern oder doch eher vor- und gegenüber euch nimmer-satten und gewissenlosen gierhälsen?

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  2. Mutig und ich finde die Piraten sollten ihn unterstützen…leider ist Mexico nicht mehr in der EU :-S
    Aber ich hoffe doch sehr, dass er andere Supporter findet!

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  3. @Knallbonbon: Das machen Konzerne grundsätzlich so – sie handeln immer im eigenen Interesse. Nicht im Interesse der Künstler (im Fall der Musikindustrie), die sie vertreten oder vertreten haben (wenn sich der Musiker vertschüsst und blöderweise noch Material stehen lässt, dass sich verwursten lässt, dann nimmt der Krake halt an, dass er das fressen darf.) Konzerne sind ungefähr so wie zickige Frauen. Nur dass letztere nicht mit Dutzenden von Anwälten bewaffnet sind. ;)

    @topic: Er hätte das o.e. Material mitnehmen sollen. Trotzdem hab ich es gern, wenn jemandem, der öffentlich so arrogant und überheblich gegenüber seinen Kunden auftritt, kräftig in die Eier getreten wird. :)

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    • „ungefähr so wie zickige Frauen. Nur dass letztere nicht mit Dutzenden von Anwälten bewaffnet sind. ;)“ wir sprechen noch mal drüber wenn du deine erste Scheidung hinter dir hast :)

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    • Was hätte er denn mitnehmen sollen? Mp3 aufnahmen?
      Wenn die das dann tatsächlich noch per Tapes oder cds gemacht haben, woher sollte er wissen das die alten, nicht angenommenen Sachen noch irgendwo im Keller liegen?

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  4. […] Und es geht um Musik. Hier geht es um einen mexikanischen Sänger und Sony. Genaueres kann man hier lesen, ich fasse nur kurz zusammen: Der Mann hatte einen Vertrag mit Sony über mehrere Alben. Als […]

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  5. Ich kann mich den Meinungen hier nur anschließen. Die großen Konzerne nehmen die Künstler bei jeder Möglichkeit aus und suchen überall den Profit. Meiner Meinung nach sollte Sony für diese Aktion eine mächtige Geldstrafe aufgebrummt bekommen. Es muss wirklich mal ein Exempel statuiert werden, dass die Großen mit den „Kleinen“ nicht einfach machen können was sie wollen…

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